Inhouse-SEO aus Sicht der Deutschen Telekom

28. Januar 2010 | von Uwe Tippmann

Eine gute interne Struktur ist die Grundlage für erfolgreiches SEO. Aus diesem Grund freuen wir von ABAKUS Internet Marketing uns sehr, dass Jens Fauldrath, einer der bekanntesten Inhouse-SEOs in Deutschland, sich in unserem Interview ausführlich zu diesem Thema äußert:

Fauldrath: Zuerst einmal vielen Dank für die Interviewanfrage. ABAKUS Internetmarketing gehört schon lange zu einer der bekanntesten und angesehensten Agenturen, weshalb ich mich besonders über diese Anfrage gefreut habe.

Kurz zu meiner Person: Ich verantworte das Thema SEO innerhalb der Deutschen Telekom AG vollumfänglich für unsere Webbsite t-online.de, fussball.de, wetter.info, Gamesload, Musicload, Softwareload, Videoload, 3min und tvister. Gleichzeitig koordiniere ich das Thema auch in Richtung der Scout24 und der DeTeMedien, die natürlich selbst über sehr gute Inhouse-SEO Teams verfügen. Hier versuchen wir den Erfahrungsaustausch sicher zu stellen und Potential für gemeinsame Aktionen zu ermitteln und umzusetzen. Meiner Meinung nach ist das auch der Punkt, der an unserer Arbeit sehr viel Spaß macht. Wir lernen alles zusammen und werden ständig besser.

Vorher habe ich mein Diplom als Informationswirt an der Hochschule Darmstadt gemacht, für die ich mittlerweile auch als Dozent für das Thema SEO tätig bin. Nebenher betreibe ich noch den Blog www.inhouse-seo.de.

ABAKUS:
Worin bestehen Ihrer Ansicht nach die Besonderheiten im Aufgabenbereich eines Inhouse-SEOs? (Was sind die täglichen Herausforderungen eines Inhouse-SEOs?)

Fauldrath: Jetzt muss ich schon wieder etwas ausholen. SEO beschreibt man meist als Tätigkeit, eine Website so zu optimieren, dass sie besser in Google gelistet ist als vorher. Meiner Meinung nach aber greift diese Beschreibung zu spät und zu kurz. SEO hat sich in viele unterschiedliche Aufgabengebiete aufgespalten. So steht heute SEO eher für das Ziel als für die Tätigkeit. Und das Ziel ist es, mehr Besucher von Google & Co. zu bekommen, in der Hoffnung, dass sich mit diesen Nutzern auch Umsätze generieren lassen.

SEO ist eine immer zuerst eine strategische  Entscheidung

SEO ist deswegen zuerst eine strategische Entscheidung, die einen tiefgreifenden Einfluss nach sich zieht. Als SEO kann man nur die Nachfrage bedienen, die bereits vorhanden ist. So hat eine Keywordanalyse strategische Relevanz. Will ich mich dem Sprachgebrauch meiner Nutzer anpassen oder nicht?

Wenn ich SEO erfolgreich betreiben will, muss ich mich definitiv dem Sprachgebrauch meiner Nutzer anpassen. Und zwar insoweit, dass die Navigation und das Wording dem Sprachgebrauch meiner Nutzer entsprechen. Ebenso sollte auch die Themenauswahl der Nachfragesituation angepasst werden. Man sieht also, wie sich SEO auf die Produktpolitik, das Design, die Redaktion und die Informationsarchitektur und die Kommunikation auswirkt.

Oft wird diese Entscheidung nur halbherzig getroffen, was dazu führt, dass man keinen nachhaltigen Erfolg haben kann. Hat man diese Entscheidung getroffen, muss man auch einen Verantwortlichen dafür benennen.

Dessen Aufgabe besteht dann erst einmal in einer Bestandsanalyse und einer Potentialabschätzung. Sprich, wie sieht die Nachfragesituation aus (also welches Potential für die Trafficzuführung habe ich) und welches Trafficpotential kann man adressieren. Als nächstes definiert man Maßnahmen, die von einfachen Optimierungen bis hin zu komplett neuen Features oder gar Websites gehen können, mit denen dieses Potential gehoben werden kann. Am Ende stehen die Zieldefinitionen für alle relevanten Teilbereiche, die mit Maßnahmen, Budgets und Verantwortlichkeiten hinterlegt sind. Diese Zieldefinitionen finden bei uns jährlich statt und bilden die Grundlage für unser Reporting.

Als Inhouse-SEO entwickelt man also in erster Linie eine SEO-Strategie. Die darauf folgende Umsetzung geschieht dann mit allen Beteiligten. Man entwickelt Redaktionsrichtlinien mit der Redaktion, überarbeitet Navigationen mit dem Categorymanagement, überarbeitet die Informationsarchitektur mir dem Usability-Team und optimiert die Technik mit der IT zusammen. Das bedeutet sehr viel Abstimmungsarbeit, Kommunikation und Monitoring. Vor allem aber hilfsbereite Kollegen, auf die wir glücklicherweise immer wieder zurückgreifen können.

SEO in die Prozesse integrieren

Gleichzeitig sind wir aber mittlerweile auch in viele Prozesse integriert. Wenn beispielsweise neue Websites oder Angebote entwickelt werden, sitzen wir von Anfang an mit im Team. Hier entwickeln wir also nicht eine Strategie für SEO sondern berücksichtigen SEO in der Gesamtstrategie für ein neues Produkt. Was übrigens der beste Weg zu einem optimalen Ergebnis bei recht geringen Kosten ist.

Was machen wir also den ganzen Tag? Wir entwickeln Guidelines, Strategien und helfen unseren Kollegen bei konkreten Fragen. Wir haben viele Meetings, schulen Mitarbeiter und bewerten Dienstleister. Und tausend andere Aufgaben nehmen wir auch noch war. So gesehen ist kein Tag wie der andere.

Am Ende vom Tag ist SEO Teamwork. Entweder alle haben Erfolg oder man scheitert alleine.

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