SEO & Social Media: 5 Fragen an Marcus Tandler

31. März 2011 | von Uwe Tippmann

Dass Social Media für Unternehmen und Vermarktung immer wichtiger wird, ist unbestreitbar. Immerhin geht es hier um eine “echte” Kommunikation zwischen Menschen im Netz, bei der auf besonders authentische und transparente Art und Weise die Realität abgebildet wird. Gerade für Unternehmen, Marken und Produkte wird der UGC für die Reputation ein immer wichtigerer Erfolgsfaktor. Aber auch für die Generierung von Traffic  und für ein besseres Ranking wird Social Media im Zusammenspiel mit SEO immer wichtiger.

Social Media, Social Media-Optimierung, Suchmaschinenoptimierung – wie ist das heute noch zu trennen, und darf man das überhaupt? Dies wird eines der Themen auf der 5. SEMSEO Fachkonferenz am 27. Mai in Hannover sein. Als Experte vor Ort dabei ist Marcus Tandler, auch bekannt als Mediadonis, der uns bereits heute vorab erste Ansichten dazu verrät.

1. SMO hat das Ziel der direkten Generierung von Backlinks sowie relevanten Contents. Der relevante Content wiederum beinhaltet optimalerweise die themenrelevanten Keywords für das Ranking. Für welche Unternehmen bzw. Websites und Produkte siehst Du SMO als besonders geeignet an?

Marcus:
Unternehmen bzw. Branche sind eigentlich irrelevant – meiner Meinung nach kann man mit Kreativität für jede Webseite und jedes Thema irgendetwas Interessanten finden, für das die Leute bereit sind, entsprechend zu verlinken. Da das Seeding aber vornehmlich über US Social News Aggregatoren stattfindet, ist es natürlich von Vorteil, wenn meine getargeteten Keywords entsprechend multilingual sind, wie z. B. „Jobs“ oder auch „Hotels“, aber generell sind solche Links eher organischer Backfill, die der gesamten Seite helfen, und den Brand stärken sollen. Einzelne Keywords lassen sich mit so einem Backfill dann viel einfacher entsprechend „nachjustieren“.

2. Twitter ist ja als Plattform bekannt, die besonders häufig für den Austausch interessanter Links genutzt wird. Diese Links sind alle mit einem No-Follow-Attribut versehen. Google und Bing haben aber bekannt gegeben, dass solche Links durchaus ein Ranking-Faktor sein können. Wie schätzt Du die Gewichtung der Tweets, Retweets, Follower & Co für das Ranking heute und in zwei Jahren ein?  Meinst Du, dass sich die Twitter-Links wirklich gezielt für die Verbesserung der Linkpopularität einsetzen lassen?

Marcus:
Dass die Links mit dem nofollow Attribut versehen sind, ist ja eigentlich irrelevant, es geht ja vielmehr darum, ein Indiz dafür zu bekommen, wie populär ein bestimmter Artikel innerhalb der Netzgemeinde ist, und ob dieser dann auch bei einer entsprechenden Suchanfrage ranken sollte. Und hierfür müssen selbstverständlich andere Metriken herhalten, als die bloße Anweisung, ob Google dem Link folgen sollte, oder eben auch nicht (was Google sowieso tut … :-) )

Ich glaube aber nicht, dass gerade Google einen 3rd-Party Algorithm, also einen Algorithmus, der von einem anderem Unternehmen (in diesem Falle von Twitter) verwendet wird, zur Berechnung der eigenen Ergebnisse heranzieht. Es wäre ja fatal, wenn ein Algo, auf denen man keinen Zugriff hat (und man natürlich auch nicht weiß, wie er exakt funktioniert) quasi die Qualität der eigenen Ergebnisse maßgeblich beeinflußt! Gerade auch, wenn hier Metriken herangezogen werden, die sich noch viel leichter manipulieren lassen, als Google im Jahre 1995 :-)

3. Würdest Du neben Twitter noch andere Medien, Plattformen erwähnen wollen, denen in diesem Kontext eine besondere Bedeutung zukommt?

Marcus:
Auf jeden Fall Social-News-Aggregatoren wie Digg, Reddit, StumbleUpon oder auch Yahoo! Buzz. Aber auch große Communities wie bspl. eBaumsworld (gerade bei lustigen Baits) oder dergleichen, können  ein enormer Multiplikator und Traffic-Booster sein. Ein gutes Seeding ist und bleibt einer der wichtigsten Aufgaben für den erfolgreichen Push eines Linkbaits!

4. Zumindest gefühlt ist auf fast jeder dritten, vierten Webseite mittlerweile der Like-Button von Facebook integriert, rund 65 Millionen User klicken ihn täglich weltweit an (Social Beat, 2010). Wie stark schätzt Du das Traffic-Potenzial über Facebook ein – und welche Branchen siehst Du hierfür besonders geeignet?

Marcus:
Facebook ist mittlerweile eine recht interessante Source of Traffic geworden. Gerade auch die hervorragenden Targeting-Möglichkeiten sind ein Traum für ambitionierte Affiliate-Marketer. Am besten funktionieren erfahrungsgemäß gut getargetete Lead-Gen Geschichten, Dating und gute  Shopping-Angebote.

5. Wie wichtig sind Deiner Meinung der ‚Social Circle‘ und die Echtzeit Ergebnisse bei Google

Marcus:
Echtzeit Ergebnisse machen schon Sinn bei current Events, also brandaktuelle Themen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt extrem oft bei Google gesucht werden (bspl. „Vogelgrippe“), aber dank QDF („Query deservers Freshness“) sind die Suchergebnisse für current Events ja eigentlich schon länger recht aktuell und gut. Für kreative Online-Marketer ist das natürlich auch eine weitere schöne Möglichkeit mehr Real Estate auf der Google Suchergebnisseite zu besetzen, um noch mehr Nutzer auf eine entsprechende Webseite zu leiten.


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