Ausblick auf das zweite Halbjahr 2012 im Bereich Suchmaschinenoptimierung

27. Juli 2012 | von Uwe Tippmann

Die Redaktion des e-commerce Magazins fragte im Zuge der kommenden dmexco-Ausgabe unseren Geschäftsführer Uwe Tippmann im Interview einige Fragen zur aktuellen Entwicklung im SEO Bereich in den kommenden sechs Monaten. Die Antworten möchten wir unseren Lesern des ABAKUS Newsletters nicht vorenthalten:

1) Qualität statt Quantität und Social Media auf dem Vormarsch – das sind zwei der SEO Trends, die das Jahr 2012 bisher geprägt haben. Was werden die kommenden sechs Monate bringen?

In den kommenden sechs Monaten werden alle Beteiligten, auch Google mit den Auswirkungen der von Ihnen genannten SEO Trends umgehen lernen.  Sowohl auf Seite der Publisher als auch auf Seite von Google sind die Einführung härterer Qualitätsmerkmale und der Verstärkung der Personalisierung der Suchergebnisse durch Google+ eine große Herausforderung. Publisher müssen zum Teil ihre Online-Geschäftsmodelle der Vergangenheit auf den Prüfstand holen und die Suchmaschinen benötigen zunächst neue Daten, um die durchgeführten Veränderungen zu bewerten.

2)„Suchmaschinenoptimierung nach Pinguin und Panda”: Was hat sich hier geändert?

Maßnahmen im Bereich der Suchmaschinenoptimierung, welche bekannt für den kurzfristigen Erfolg waren, sind seit dem Pinguin-Update zum Großteil beerdigt worden. Solide SEO-Konzepte, die den nachhaltigen Erfolg im SEO-Kanal verfolgen sind dieser Tage gefragter denn je. Zudem wurde die Qualitätsschraube im Bezug auf die Nutzersignale deutlich angezogen. Inhalte, Produkte und Dienstleistungen, mit denen der Besucher nicht interagiert, die nicht konsumiert werden oder schlicht nicht von Interesse sind werden zukünftig algorithmisch aussortiert. Der Webseitenbetreiber muss sich spätestens seit Panda wohl oder übel auch mit dem Nutzerverhalten seiner Besucher auseinandersetzen.

3) Social-Media-Optimierung und Suchmaschinenoptimierung: Was sind Ihrer Ansicht nach die größten Unterschiede?

Beide Maßnahmen sind unserer Auffassung nach nicht zu vergleichen. Die Optimierung des Social-Media Kanals ist in erster Linie ein Optimierungsprozess der Kommunikationsstrategie zwischen der Marke und seinen Fans. Suchmaschinenoptimierung dagegen umfasst zu einem erheblichen Teil die technische Optimierung der Seitenstruktur als auch das Optimieren bestehender Inhalte auf das Suchverhalten der Besucher. Beide Disziplinen unterscheiden sich zudem auch oft in ihrem tatsächlichen Output für den Kunden. Über die strategische Suchmaschinenoptimierung können Neukunden zielgenau angesprochen werden. Im Social Media Bereich hingegen ist die Zielsetzung oft das gezielte Reaktivieren von Bestandskunden durch kontinuierliche Aktionen mit der Option durch eine virale Explosion seine Reichweite zu vervielfachen.

4) Suchmaschinenoptimierung ist für viele Webseitenbetreiber nach wie vor ein Buch mit zu vielen Siegeln. Was sind Ihrer Meinung nach die häufigsten SEO-Fehler und wie schädlich sind sie einzuschätzen?

Die Vielfalt an Halbwissen in einem Bereich der von einem Technologieführer wie Google in einem Wahnsinnstempo vorangetrieben wird, führt bei den allgemeinen Webseitenbetreibern zu Verunsicherung, Fehlinterpretationen und zum Schluss auch zu Fehlentscheidungen, welche Google gerade dieser Tagen hart bestraft. Oft genug versuchen Webseitenbetreiber das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und verursachen damit mehr Schaden als ihnen am Ende lieb ist. Es ist vergleichbar mit dem Aufbau eines Autos, konnte man damals noch die wichtigsten Sachen selbst schrauben, ist man heute auf die Hilfe von Spezialisten angewiesen, um den Wagen zu reparieren. Ein weiterer Trend der uns im Agenturgeschäft auffällt ist, dass man häufig in der Mitte des Prozesses einsteigen möchte, statt mit den Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung zu beginnen. Bringt es zum Beispiel dem Webmaster doch recht wenig, ein suchmaschinenfreundliches Bewertungs-Markup einzurichten, wenn Google nicht ansatzweise in der Lage ist die Inhalte zu indexieren.

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