Global Search Strategy: Geotargeting in der Suchmaschinenoptimierung

28. Februar 2011 | von Uwe Tippmann

B         Technische Voraussetzungen der Regionalisierung

Bei der Ausweitung einer Website auf internationale bzw. globale Ebene stellt sich die Frage, wie diese Ausdehnung auf andere Regionen und Sprachen technisch auszulegen ist. Eine häufige Debatte unter SEOs geht dabei darum, ob ccTLDs (country code top level domains, d.h. länderspezifische Top-Level-Domains, wie z.B. .de, .at und .ch), Subdomains oder Unterordner einer bestehenden Site dazu ver-wendet werden sollten. Im Folgenden soll eine Hierarchie der genannten Methoden ausgestellt werden, frei nach dem Motto:

„ccTLD, Subdomain or Subdirectory?“

Die dabei entscheidenden vier Fälle möchten wir hierbei explizit auf ihre Pros und Contras betrachten:

1.         ccTLD auf Server im geltenden Land gehostet

Die eigene ccTLD (länderspezifische Domain), die auch physikalisch auf einem Server in dem Land gehostet ist, für die sie gilt. – Vorausgesetzt natürlich, dass der entsprechende Domain-Namen noch verfügbar ist. Beispiel: www.meinedomain.at, www.-meinedomain.ch, www.meinedomain.de, www.meinedomain.co.uk

PROs:

  • Automatische geografische Zuweisung zur jeweiligen lokalen Suche bei Google (Geotargeting)
  • Logisches und einfaches technisch-administratives Auseinanderhalten der ein-zelnen regionalen Websites
  • Hohe Affinität der Benutzer zur jeweiligen TLD mit potenziell entsprechend guter Geschäftserwartung für die eigene Website
  • Problemlose Verlinkung auf lokal orientierten Hubs und Anmeldung in Verzeichnissen

CONTRAs

  • Domain ist möglicherweise bereits vergeben und somit nicht verfügbar
  • Mögliche lokale rechtliche Hindernisse bei der Registrierung der Domain
  • Mögliche technische Probleme bei der Einbindung in bestehende Zahlungs- und Warenwirtschaftssysteme
  • Mögliche Notwendigkeit von zeit- und kostenaufwändigen Mehrfachregis-trierungen von Sicherheitszertifikaten (SSL)

2.         ccTLD auf Server im anderen Land gehostet

Eine eigene ccTLD (länderspezifische Domain), die physikalisch NICHT in dem Land gehostet ist, für die sie gilt.  – Wieder vorausgesetzt, der entsprechende Domain-Namen ist noch zu haben. Beispiel: www.-meinedomain.at, www.meinedomain.ch, www.meinedomain.de, www.meinedomain-.co.uk

PROs (wie bei 1.):

  • Automatisches Geotargeting bei Google u. vermutl. anderen Suchmaschinen
  • Problemloses Auseinanderhalten von regionalen Websites
  • Hohe Affinität der Benutzer zu TLD und Geschäft
  • Einfaches Linkbuilding in lokalen Hubs und Verzeichnissen

CONTRAs:

  • Domain ist vielleicht nicht verfügbar
  • Rechtliche Hindernisse bei der Domain-Registrierung
  • Möglicherweise Nachteile im Suchmaschinen-Ranking gegenüber physikalisch im Zielland gehosteten Websites (wird umstritten diskutiert)
  • Vielleicht Mehrfachregistrierungen von SSL-Zertifikaten


3.         Verschiedensprachliche Inhalte auf    Subdomains unter einer gemeinsamen generischen Top-Level-Domain (
z.B. .com, .org, .biz, .info etc.),.

Diese Domains sind vor allem dann zu bevorzugen, wenn der eigene Domainname (siehe Fall 1 und 2 oben) nicht mehr registriert werden kann. Beispiel: at.meinedomain.com, ch.meinedomain.com,  de.meinedo-main.com, english.meinedomain.com

PROs:

  • Einfaches Setup
  • Geringer Wartungsaufwand
  • Geografische Zuweisung in den Google-Webmastertools manuell einstellbar
  • Unterschiedlicher Server-Standort für jede Subdomain möglich
  • Wildcard-SSL-Zertifizierung möglich („Eine für Alle“)

CONTRAs:

  • Akzeptanzprobleme der Nutzer gegenüber fremden TLDs (gering für .com)
  • Potentiell geringere Klickraten (CTR) auf Suchergebnisseiten (SERPS)
  • Keine Möglichkeit der Eintragung in lokale Hubs und Verzeichnisse, die nur ccTLDs zulassen
  • Verunsicherung der Nutzer bezüglich regionaler oder sprachlicher Relevanz

4.         Verschiedensprachliche Inhalte in Unterordnern auf einer gemeinsamen generischen Top- Level-Domain

Beispiel: www.meinedomain.com/at/, www.meinedo-main.com/ch/,  www.meinedomain.com/de/,  www.meinedomain.com/english/

PROs:

  • Einfaches Setup
  • Sehr geringer Wartungsaufwand
  • Geotargeting in den Google-Webmastertools manuell einstellbar
  • Einfache, gemeinsame-SSL-Zertifizierung

CONTRAs

  • Geringeres Vertrauen der Nutzer bei Geschäftsabschlüssen auf ausländisch-en TLDs
  • Keine Eintragung in lokale Hubs und Verzeichnisse möglich (nur ccTLDs)
  • Erhöhte Schwierigkeiten beim Linkbuilding, weil schwer zu erhaltende Deeplinks zu den Sprach- bzw. Länderversionen notwendig sind.

gwmt-geotargeting

 

 

 

Abb. 3: Geotargeting in den Google-Webmastertools – Zuweisung eines geografischen Ziels über die Einstellung in den Webmastertools funktioniert für generische Top-Level-Domains, Subdomains unter solchen Domains und Unterordnern darauf. Subdomains bzw. Unterordner müssen jeweils als eigene Sites in den Webmastertools eingetragen sein, damit sie für das Geotargeting in Frage kommen.

 

 

 

 

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