Google Instant Preview

30. November 2010 | von Uwe Tippmann

Der Crawler, der bei der ad-hoc-Erzeugung der Thumbnails verwendet wird, kommt unter einer offiziellen Google-IP und kurioserweise als Safari-Browser einher („Mozilla/5.0 (en-us) AppleWebKit / 525.13 (KHTML, like Gecko; Google Web Preview) Version / 3.1 Safari / 525.13“), was bewirkt, dass sogar Google Analytics ihn für einen echten Besucher hält und mitzählt. Das war ganz offensichtlich nicht vorbedacht, und Google ist nun nachträglich gezwungen, diesen User-Agent aus dem Analytics Tracking wieder herauszufiltern. Es erschließt sich nicht gleich, warum der Robot nicht einfach umbenannt werden kann, wahrscheinlich aber ist das eine Lizenzfrage gegenüber Apple, da der Bot auf der Rendering Engine  von Safari aufzusetzen scheint.

Interessant wird es sein, wie Google mit dem Update der gecacheten Vorschaubilder umgehen wird. Es gibt jetzt schon Fälle, in denen das Preview nicht mehr mit dem Aussehen einer frisch aktualisierten Seite übereinstimmt. Dieses Verhalten wird Google abstellen müssen, da es sicherlich zur Verwirrung der User und Verärgerung der Site-Betreiber führen.

Auch an Erläuterungen in Form von FAQ zum neuen Feature wurde vorab  kaum gedacht. Diese wurden erst im Nachgang von Johannes „JohnMu“ Müller (Webmaster Trends Analyst, Google Zürich) unter Mitwirkung  der (dem neuen Feature ziemlich kritisch gegenüberstehenden) offiziellen Top Contributors aus dem Google Webmaster Help Forum erstellt: http://www.google.de/webmasters/#?modal_active=none

Weil zahlreiche Beschwerden von Webmastern und Seiten-Betreibern wegen Darstellungsfehlern oder Copyright-Bedenken in Google-Foren und Blogkommentaren auf Webmaster Central eingegangen sind,  scheint Google jetzt zu erwägen, eine nopreview-Anweisung für den Robots-Metatag vorzusehen, mit dem Seiten markiert werden könnenund für die eine Vorschau unerwünscht ist. Bisher kann Preview nur durch die nosnippet-Anweisung verhindert werden, die bekanntlich dann aber leider auch die übliche Textanzeige auf den SERPs ausschließt.

Ausblick

Sicherlich wird die Instant Preview einen Einfluss auf die Click-through-Rate haben. Visuell anspruchsvolle Seiten sollten davon profitieren können, der User wird vermutlich intuitiv auf diejenige Vorschau klicken wollen, die seinen Geschmack am besten trifft. Dadurch könnte das bisher für die Suchmaschinenoptimierung (im Gegensatz zum technischen Aufbau einer Seite) eher wenig relevante Screen-Design plötzlich eine größere Rolle spielen. Optisch unansehnliche Seiten werden unter dieser neuen Google-Funktion zu leiden haben, denn der Nutzer wird hier weniger Lust haben durchzuklicken. Auch die Größe der anklickbaren Fläche könnte die Click-through-Rate beeinflussen. Eine Auswirkung auf SEM durch Adwords ist ebenfalls gegeben, denn die Vorschaubilder überdecken am rechten Seitenrand der SERPs eventuell dort geschaltete Anzeigen.

Allerdings ist schwer abzuschätzen, wie weit dieser Einfluss tatsächlich gehen wird, denn das hängt vor allem davon ab, wie viele Nutzer Instant Preview wirklich aktivieren. Leider ist es von außen bisher nicht möglich festzustellen, ob und wie viele Nutzer das Feature verwenden und auf das Vorschaubild klicken, da Google dafür keinen Parameter liefert. Interessanterweise kann man beobachten, dass eine langsame Datenverbindung dazu führt, dass Google das Feature nicht ausliefert. Das Gleiche gilt verständlicherweise für Smartphones, deren Bildschirm viel zu klein wäre, als dass Thumbnails darauf noch vernünftig zu erkennen wären. Auf dem iPad dagegen werden Previews angezeigt.

Obwohl man bereits weiß, dass viele erfahrene User Instant Preview eher für ein Gimmick denn als eine nützliche Hilfe bei der Suche halten werden, sollte ab jetzt  bei der Suchmaschinenoptimierung immer auch an Instant Preview gedacht werden. Eine erste Idee wäre es etwa, Hauptüberschriften oder Firmen-Logos und dergleichen auf Webseiten so groß zu gestalten, dass sie bereits auf dem Vorschaubild zu lesen bzw. gut zu erkennen sind, damit die erste brauchbare Information über die Seite auch wirklich in die Vorschau transportiert wird und zum Klicken animiert. Das ist z.B. hier ganz gut gelungen:

Autor:

Dr. Herbert Sulzer
ABAKUS Internet Marketing GmbH

(aka „luzie“ Google Official Bionic Top Contributor on Webmaster Help)

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