Inhouse-SEO aus Sicht der Deutschen Telekom

28. Januar 2010 | von Uwe Tippmann

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ABAKUS:
Bei welchen Aufgaben kann eine SEO-Agentur den Inhouse-SEO unterstützen?

Fauldrath: Das hängt stark von der Struktur und den Ressourcen der jeweiligen Firma ab. Grundsätzlich sollte man als Unternehmen, welches SEO als Instrument zur Kundengewinnung einsetzen will, eine Strategie einwickeln.

Wenn man mit SEO startet und keine Erfahrung hat, sollte man hierzu schon Experten hinzuziehen. Wenn die Strategie steht, muss mindestens eine Person innerhalb des Unternehmens dafür verantwortlich sein. Und diese Person muss entweder selbst genug Einfluss haben oder zumindest an eine entsprechend hohe Stelle berichten. Ohne solch eine Struktur kann eine Agentur alleine kaum erfolgreich mit einem Unternehmen zusammen arbeiten, dazu sind di Eingriffe zu tiefgreifend und umfassend.

Ich sehe in der Strategie ein großes Thema für Beratungsleistungen. Die Umsetzung der Maßnahmen in der IT oder auf der Seite selbst muss aber vom Unternehmen durchgeführt werden. Allein schon, weil Dritten in der Regel aus Sicherheitsgründen kein Zugriff auf die Systeme gegeben wird. Und die Idee, optimierte SEO-Seiten neben das eigentliche Webangebot zu stellen ist so alt wie wirkungslos.

Sehr gut outsourcen lassen sich aber Teile des externen Linkbuildings, da es keinen Einfluss auf die eigenen Systeme hat. Da Agenturen oft einen größeren Mitarbeiterstab und bestehende Kontakte haben, können diese Leistung günstiger erbringen. Wobei auch hier die strategische Ausgestaltung und operativen Vorgaben aus dem Unternehmen kommen müssen.

Und so ist es wie bei jeder „Make or Buy-Entscheidung“: Am Ende ist es eine Frage der anfallenden Kosten.

Last but not Least sind natürlich auch Softwarelösungen zu nennen. Rankreports und Backlinkanalysen lassen sich gut über Toolanbieter abwickeln. Was auch den Charme hat, die eigenen Agenturen zu überprüfen.

ABAKUS:
Was sollten Inhouse-SEOs bei der Zusammenarbeit mit einer Agentur besonders beachten?

Fauldrath: An erster Stelle steht das Vertrauen. Dieses muss von beiden Seiten erarbeitet werden, indem man zusammen die Ziele definiert. Diese können mannigfaltig sein. Wenn es um Strategie geht wird am Ende wohl ein Strategiepapier stehen, wenn es um konkrete Maßnahmen geht, wird es auch dafür konkrete Ziele (höherer Indexierungsgrad, bessere Rankings, mehr Besucher von Google & Co.) oder Kombinationen aus Zielen geben.

Regelmäßige Reviews zur Überprüfung der Ziele

Wenn die Ziele definiert sind, sollten regelmäßige Reviews vorgesehen werden. Diese dienen dazu, die umgesetzten Maßnahmen zu beschreiben und hinsichtlich der definierten Ziele zu bewerten. Hier sieht man dann recht schnell, ob offen über Fehler gesprochen wird.

Beiden Seiten sollte klar sein, dass sich die Realität nicht gerne und einfach einer Planung unterwirft. Wenn aber beide Seiten lernen, dann werden auch beide Seiten ständig besser. Oder aber, man stellt fest dass das Leistungsspektrum einer Agentur nicht zu den eigenen Arbeitsweisen passt. Dann kann man sich aber immer noch gut trennen und gegebenenfalls wieder zusammen kommen, wenn es notwendig wird. Zumindest besteht dann schon hinreichendes Vertrauen.

Kritisch werde ich, wenn…

– …eine Agentur mit einer Standardpräsentation bei mir Aufschlägt. Im Jahr 2010 sollte eine Agentur keinen Geschichtsvortrag über das Internet halten. Wenn eine Agentur, auch und grade bei einem  Vorstellungstermine, nicht auf unsere konkrete Situation eingeht, kann ich sie nicht gebrauchen. Wer schon vor einer Zusammenarbeit nicht auf unsere Bedürfnisse eingeht, wird es später auch nicht.

–  …eine Agentur die alles kann. Teilweise machen Agenturen den Fehler, alles anbieten zu wollen. Oft sind aber SEOs nicht die besseren Texter oder PR-Spezialisten. Von Informationsarchitektur will ich gar nicht erst reden. Man sollte klar zu seinen Stärken aber auch Schwächen stehen. Wenn man keine Erfahrung mit Google Base hat, sollte man dieses klar kommunizieren. Auch in anderen komplexen Bereichen ist es üblich, weitere Spezialisten hinzuzuziehen.

– …eine Agentur kein verständliches und regelmäßiges Reporting liefert. Diese sollte nicht mal das Haus betreten. Alles was SEO ist, ist am Ende von Kunden sichtbar. Wenn man dann einen Dienstleister hat, der sich hinter Mysterien versteckt, ist man schlicht verloren. SEO sollte auf Basis wissenschaftlicher Methoden umgesetzt werden, es ist keine geheime Kunst.

Am meisten beeindruckt haben mich bisher die Dienstleister, die von sich aus auf Fehlentwicklungen hingewiesen haben, auch wenn diese selbst verschuldet sind. Versuch und Irrtum ist eine legitime Methode und zusammen aus Fehlern lernen ist besser als Agenturen, die sich als allwissend darstellen aber dieses Wissen nicht teilen.

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