Internationales SEO. Teil 2: Suchmarkt Großbritannien

16. März 2017 von Dirk Lankenau

Nach dem Artikel zum internationalen SEO für den französischen Markt möchten wir Ihnen heute einen kurzen Einblick in die Gegebenheiten des Online-Marketings unserer Nachbarn in Großbritannien geben.

Die Engländer sind mit Abstand die E-Commerce Könige in Europa.  Zwar liegen die Italiener in der Nutzungsdauer des Internets noch etwas über dem der Engländer, aber im Umsatz liegt das Königreich mit 116 Mrd. € im Jahr 2015 klar vorne und ist der größte B2C Markt Europas.
Obwohl es in Deutschland mehr Online-Käufer gibt, ist der Umsatz pro Käufer in GB fast doppelt so hoch. Die Briten lieben Online-Käufe! Internationales SEO in UK ist aus diesem Grund sehr attraktiv. Und dies natürlich auch für Unternehmen aus ganz Europa, da Englisch als Sprache weit verbreitet ist.

Internationales SEO Teil 2 Großbritannien.

Verbreitete (Bezahl-) Systeme im United Kingdom

Die Briten bevorzugen die Kreditkarte. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Paypal in diesem Markt auf den zweiten Platz verwiesen wird. Android als mobiles Betriebssystem liegt klar vorne.
Dreiviertel der deutschen E-Commerce Unternehmen verkaufen aktiv ins Ausland. 62% der Händler verkaufen ihre Ware inzwischen auch nach England über den Online-Shop.

Suchmaschinenoptimierung in England

Suchmaschinenoptimierung wird nicht nur in Großbritannien als wichtigster Online-Marketingkanal angesehen. England hat einen ähnlich stark umkämpften SEO Markt wie Deutschland. Dies bedeutet einerseits große Chancen, kann aber auch hohe Risiken birgen.

Auch in UK dominiert Google den Suchmarkt mit über 90%.
Wer seine Seite für Google optimiert, ist also auf der sicheren Seite. Denn die weiteren Suchmaschinen bewerten ähnliche Rankingkriterien. Dies trifft zudem mit Sicherheit für Bing zu.

Internationales SEO Suchmaschinenaufteilung in England

Internationales SEO – Was ist in England wichtig und was unterscheidet sich von Deutschland?

Da ist zum einen die Usability zu beachten. Die Engländer mögen es Kleinteiliger. Die schön aufgeräumten Shops aus Deutschland braucht man nicht unbedingt in UK. Also auf jeden Fall das Frontend und die Gestaltung gesondert betrachten. Achten Sie unbedingt auch auf Ländertypische Eigenarten wie Zahlsysteme, rechtliche Hinweise oder auch die Ästhetik. Dass Sie die Englische Sprache benutzen und eine Adresse in GB besitzen (Trust!), sollte selbstverständlich sein.

Linkaufbau UK

Ein zusätzliches Hemmnis kann, je nach gewählter Strategie, der Linkaufbau sein.
Wenn Sie keine englische Adresse zur Verfügung haben, bekommen Sie Schwierigkeiten, in englischen Branchenbüchern eingetragen zu werden. Diese Links sind bei einer *.com Strategie wichtig, damit eine zusätzliche Lokalisierung der Domain erzielt wird. Sie benötigen auf jeden Fall eine schlüssige Strategie, da Sie ohne eine Offpage Optimierung nicht weiterkommen werden (außer in Nischen).
Und: Bitte verwenden Sie nach Möglichkeit britisches Englisch!

Suchmaschinenoptimierung, also SEO, ist in Großbritannien seit Jahren ein Dauerbrenner. Zumal sich für englische Händler tolle Optionen mit dem US Markt ergeben.

Internationales SEO SEO-Interesse England

Quelle: Google Trends

Welche englischsprachigen Märkte gibt es noch?

Synergien lassen sich für die USA, Kanada, Südafrika, Australien, Neuseeland und Irland erreichen.

Englisch ist eine der wichtigsten Business-Sprachen der Welt. Damit können Sie Ihr Business durchaus weltweit im B2B-Bereich ausbauen. Aber vergessen Sie dabei bitte trotzdem nicht eine suchmaschienenfreundliche Internationalisierungsstrategie, die auch dem Nutzer zugute kommt.
Google denkt grundsätzlich nicht nur in Sprachen (Stichwort: hreflang-Tag), sondern auch in Rechtsräumen.

Gerade die internationale Bedeutung der englischen Sprache macht UK als Markt sehr interessant. So lassen sich Synergien nutzen, um die Investition in der Internationalisierung und Übersetzung fast schon weltweit zu nutzen.

Risiken des UK Marktes

Auf den Brexit möchte ich momentan nicht näher eingehen. Hier ist noch nichts entschieden, aber es wird sicherlich nicht einfacher.
Ein Risiko ist aber sicherlich der Wechselkurs: Der Pfund schwankt und es sind extra Kosten für den Währungstausch einzurechnen. So schwankte der Wechselkurs innerhalb eines Jahres um ganze 20%:

Internationales SEO Entwicklung Britischer Pfund

Quelle: http://www.finanzen.net/devisen/britische_pfund-euro/chart

Fazit

Der SEO-Markt in Großbritannien ist ähnlich stark umkämpft wie der in Deutschland. Die Webseiten-Gestaltung und -Strukturierung sollten an die englischen Vorlieben angepasst werden.
Denken Sie neben der redaktionellen und der technischen Optimierung (Stichworte: Google Seach Console und hreflang-Tag) unbedingt auch an eine gesonderte SEO-Internationalisierungsstrategie, welche OffPage umgesetzt werden muss.

Der internationale SEO-Markt in UK ist definitiv sehr attraktiv, da die Briten Online-Käufe lieben und Sie dank der englischen Sprache keinen so großen Übersetzungsaufwand haben.- Die anfänglich vielleicht hoch erscheinende Investition lohnt sich allemal.

 

Kommentare
  • SHIRTFABRIK24 / S. Weigel

    Ich denke, dass gerade der Brexit ein entscheidender Faktor ist bei der generellen Überlegung, ob man sich langfristig in diesem Markt engagieren möchte. Wenn eine Situation ähnlich wie mit der Schweiz entsteht, sodass bei größeren Beträgen eine relativ aufwändige Verzollung notwendig ist, sollte man sich dies genau überlegen. Im Unterschied zur Schweiz hat man in UK in den meisten Branchen eine deutlich größere Konkurrenzsituation und dementsprechend schlechtere Verkaufspreise und Margen.
    Grundsätzlich ist es auf jeden Fall interessant, man sollte meiner Meinung nach aber abwägen wo man sich engagiert, wenn es darum geht zwischen unterschiedlichen Ländern bei der Expansion zu wählen.
    Danke für die interessanten Informationen!

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