Was ist ein schlechter Link?

13. April 2017 von Nina Fricke

Schlechte Backlinks können sich sehr negativ auf das Ranking auswirken. Dass Google seit einigen Jahren noch genauer beobachtet, was auf Webseiten passiert, ist nicht unerheblich. In Bezug auf Verlinkungen ist zum Beispiel die Penguin-Update-Reihe von großem Ausmaß für die SEO-Szene gewesen. Google kann schlechte und manipulative Links immer besser erkennen. Versteckte Links, Footer-Links und andere Kniffe sollten also passé sein. Unmengen von Webseiten wurden aufgrund ihrer Backlinks bereits abgestraft. Und haben sich nicht mehr so schnell oder gar nicht mehr erholt. Schon mancher Onlineshop musste aufgrund der „Nicht-Auffindbarkeit“ über wichtige Suchbegriffe bei Google sein Geschäft aufgeben. Besser, Sie gehören nicht zur Familie der schwarzen Hutträger.

Was ist ein schlechter Link? Arten von "bösen" Links

Was sind die Merkmale schlechter Links?

Als schlechte Links werden allgemein Links betrachtet, die dem Nutzer nicht das gewünschte Ergebnis liefern. Google möchte, dass Google als Suchmaschine genutzt wird und der Konzern ist darauf aus, das Nutzererlebnis bei der Sucheingabe so positiv wie möglich zu gestalten.

Es gibt verschiedene Arten und Abstufungen zu Links, die als „schlecht“ angesehen werden. Da gibt es zum einen Links, die ganz offensichtlich für ein schlechtes Nutzererlebnis sorgen. Zum Beispiel „Broken Links“, welche auf nicht mehr verfügbare Linkziele verweisen (Status-Code 404). Dann gibt es Links, die den Nutzer enttäuschen, da sie nicht zum erwarteten Ergebnis führen. Des Weiteren gibt es „schlimmere“ Links, wie Verlinkungen zu Doorway Pages mit bedenklichen Weiterleitungen, hinter welchen die Zielseite verschleiert wird und weitere, unter anderem richtig „böse“ Links, die ganz schweren Jungs, die für Webseiten irreparable Schäden bedeuten können.

Artikelreihe: Was ist ein schlechter Link?

Da wir mit unserem Artikel einen sehr umfassenden Überblick geben möchten, gliedert sich dieser in drei Teile. Im ersten Teil gehen wir darauf ein, welchen Arten von „bösen“ Links man im Internet begegnen kann. Der zweite Teil wird auf weitere Linkarten eingehen, die bedenklich sind und für Zündstoff/Diskussionen sorgen. Und zum Schluss, im dritten und letzten Teil, werden wir hilfreiche Schritte aufzeigen, wie ein White-Hat-Linkaufbau angestrebt werden kann.

Backlinks von Satelliten-Domains

Bei diesem Griff in die SEO-Trickkiste werden neue (vorrangig) Keyword-Domains registriert, von denen aus Links zu der eigentlich wichtigen Domain gesetzt werden. Damit keine Rückschlüsse gezogen werden können, dass die Satelliten-Websites zusammengehören, werden oft gewisse Merkmale verfälscht: Die IP-Adressen und der Server-Standort können sich voneinander unterscheiden. Ein weiteres Indiz kann das gleiche Webdesign oder derselbe Schreibstil sein. Auch wenn sich der Webmaster besonders viel Mühe gibt und ein unterschiedliches Webdesign oder ein verschleiertes Impressum verwendet, kann Google die Whois-Daten einsehen und unter anderem so Zusammenhänge zwischen den Seiten erkennen.

Ist im Impressum ein Bild eingebunden so kann dies ein Zeichen sein, dass der Inhaber der Seite nicht möchte, dass erkennbar ist, welche Webseiten er betreut. Hier sei aber unterschieden, dass diesen „Trick“ auch eine kleinere Anzahl an  Webmastern  anwendet, die schon viel Spam erhalten hat und sich vor dieser Spamflut schützen möchte.

Links aus einem privaten Blognetzwerk

Neben den Satelliten-Domains gibt es eine ähnliche Strategie, viele Links für eine Domain zu generieren, den Aufbau privater Blognetzwerke (PBN).

Dabei mietet sich ein Webmaster viele verschiedene Domains an, die auf verschiedenen Servern gehostet werden. Unter den erworbenen Domains befinden sich auch gerne expired Domains, die bereits eine gewisse Anzahl an Backlinks aufweisen. Von diesen Domains aus wird dann auf die Zieldomain gelinkt, um so ein Ranking für bestimmte Keywords zu erzielen. Falls diese Strategie wirkt, dann nur kurzfristig und es kann schon bald eine Abstrafung von Google winken.

Footer-Links

Mehrere kommerzielle Links die am Fuße einer Webseite platziert werden, waren früher eine Möglichkeit, ein höheres Ranking zu erzielen. Heute werden diese von Suchmaschinen als Spam-Links gewertet. Noch dazu, wenn diese ausgehenden Links sich thematisch nicht mit der Webseite ergänzen, auf der sie platziert wurden.

Sidebar-Links

Ähnlich wie bei den Footer-Links handelt es sich um mehrere kommerzielle Links, die diesmal jedoch in meist hoher Stückzahl am linken oder rechten Seitenrand untergebracht sind.

Links von „MadeforMoney“ Webseiten

Die Links stammen von einer Webseite die den Anschein macht, sie wurde ausschließlich ins Leben gerufen, um Werbung darauf unterzubringen. Erkennungsmerkmale können sein: Ein Money-Keyword im Domainnamen, um viele Besucher zu generieren, gehaltloser Content und oftmals gescrapte Inhalte. In der Regel sind diese Seiten kaum von anderen Webseiten verlinkt, es sei denn der Webmaster hat dafür gesorgt.

Vom Zielmarkt abweichende Links

Eingehende Links fremdländischer Webseiten, die nicht zum eigenen Zielmarkt passen, können sich negativ auswirken. Wer kennt sie nicht, die berühmten, sogenannten „Russen-Links“? Hierbei werden günstige Blog-, Foren- oder Verzeichnis-Links gesetzt oder generiert, um von dort aus auf eine Webseite zu verweisen, deren Ranking gesteigert (oder auch gestürzt) werden soll. Der Begriff „Russen-Links“ hat sich im Laufe der Jahre als Synonym bei Branchen-Insidern für diese Art von Link-Spam durchgesetzt, auch wenn dieses Seeding von Massenlinks auch aus anderen Ländern generiert wird. Diese  linkgebenden Seiten sind thematisch irrelevant. Besitzt man hunderte Backlinks von diesen ausländischen Webseiten, kann sich das sehr schnell negativ auswirken.

Negative Backlinkhistorie einer expired Domain

Expired Domains sind Webseiten, die bereits einen oder mehrere Vorbesitzer hatten. Der neue Webmaster hat (vielleicht unbewusst) eine expired Domain mit einer negativen Historie erworben.
Die Seite hat eventuell früher schon einmal eine Penalty erhalten oder besitzt eine unseriöse Historie, die dem neuen Seiteninhaber nicht bekannt ist.

Unangemessen gesetzte Domain-Weiterleitungen als 301-Redirect

Bei dieser Methode werden expired Domains mit einem gewissen Trust, resultierend durch vorhandene Backlinks, erworben. Nun wird mit einer 301-Weiterleitung vorgegeben, dass diese expired Domain permanent auf die neue MadeforMoney-Domain umgezogen ist. Ein Teil der Power der bereits vorhandenen Backlinks, wird nun an diese Domain weitergegeben.

Links, generiert durch Backlink-Software

Bestimmte Tools setzen automatisiert Links u. a. in Foren, Blogs, Kataloge und Verzeichnisse, Gästebücher oder Wikis, bei denen der Webmaster vorher keinen Veröffentlichungsmechanismus gesetzt hat.

Viele Links mit auffälligen, harten Anker-Texten

Verweisende Backlinks, bei denen regelmäßig derselbe harte Anker-Text (Linktext) gesetzt wird, der Money-Keywords wie z. B. „Keyword + kaufen“ oder „Keyword + günstig“ enthält, sollte nicht unbedacht verwendet werden. Wer das gerne und oft macht, dem droht ganz sicher eine Penalty.

Ausschließlich Dofollow- oder Nofollow-Links

Links, die auf Nofollow gesetzt sind (also das Attribut rel=“nofollow“ beinhalten), geben bekanntlich keine Linkpower weiter. Prüfen Sie, ob nur oder vorrangig Nofollow-Links vorhanden sind. Aber auch ausschließlich Dofollow-Links können Google aufhorchen lassen. Bei vielen Dofollow-Links im Verhältnis zu kaum Nofollow-Links kann dies auf jemanden, der SEO-Kenntnisse besitzt, durchaus verwunderlich wirken, solch ein Backlinkprofil erscheint manipuliert. Am besten ist eine natürlich gewachsene Anzahl an Links, mit einer angemessenen Verteilung an Dofollow- und Nofollow-Links. Das natürliche Verhältnis kann von Branche zu Branche variieren.

Wie geht es weiter?

Dies war der erste Teil des ABAKUS Artikels „Was ist ein schlechter Link?“

Im zweiten Teil berichten wir darüber, warum gekaufte oder irreführende Links sowie massenhaft Backlinks, resultierend aus Blog- oder Gastbeiträgen, keinesfalls gut für das Ranking sind und weshalb Script-Links zu einem unerfreulichen Nutzererlebnis führen.

Im letzten Teil sehen wir uns an, wie mit praktischen Tools wie dem ABAKUS SEO DIVER eine nicht optimale oder sogar gefährliche Linksetzung analysiert und weitestgehend vermieden werden kann.

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