Was ist ein schlechter Link? Teil 2

17. Mai 2017 von Nina Fricke

Im ersten Teil haben wir von fiesen, über Software generierten Links, von Backlinks, die im Footer oder in der Sidebar sitzen und über unerfreuliche Nutzererlebnisse gesprochen. Darüber hinaus wissen alle Interessierten jetzt, was Links von Satelliten-Domains und Links aus privaten Blognetzwerken sind. Sicher kennen die „alten SEO-Hasen“ bereits die unterschiedlichen Strategien hinter den Links und versuchen in der Regel, solche Black-Hat-Strategien zu vermeiden. Damit deutlich wird, welcher Linkaufbau schädlich sein kann, gehen wir mit dem zweiten Teil des ABAKUS Artikels „Was ist ein schlechter Link?“ noch mehr in die Tiefe.

Was ist ein schlechter Link? Teil 2

Hier stellen wir weitere schlechte Links vor, erklären warum ein zu schneller Linkaufbau zu vermeiden ist und warum massenhaft „harte Anchors“ (konkurrenzbehaftete Linktexte), beispielsweise gesetzt in Presseportalen, Foren oder in Blogkommentaren, kontraproduktiv sein können. Wir gehen auf das Thema der Bad Neighbourhood ein und erklären die Verschleierung von Links. Daneben beziehen wir uns auch immer wieder auf die Suchmaschine Google, die bestimmte Handlungen abstraft, da vorrangig immer ein optimales Nutzererlebnis bei Google im Vordergrund steht.

Viel Spaß also nun bei Teil 2 unseres Artikels!

Linkhetzerei

Zu schnell gesetzte und zu viele Links innerhalb kürzester Zeit können sich negativ auswirken. Insbesondere ohne ein solides Backlink-Profil. Veröffentlicht ein Webmaster so einzigartigen und hochwertigen Content, dass er zu diesem viele Backlinks erhält (Linkbait), dann stellt das ein sehr positives Zeichen für Google dar. Kommen aber tausende von Links aus unseriösen Quellen innerhalb kürzester Zeit, ist das Spamming.

Linktausch

Der Link resultiert aus einem Tauschgeschäft, zum Beispiel einem Link- oder Bannertausch. Oft hat der Webmaster auch noch mit anderen Partnern einen Linktausch initiiert. Dies kann ab einer bestimmten Masse negative Konsequenzen haben, insbesondere wenn beim Linktausch die Thematiken der Webseiten untereinander zu weit voneinander abweichen. Dem muss hinzugefügt werden, dass so ein vermeintlicher Linktausch auch auf natürliche Art und Weise geschehen kann. In diesem Falle werden die Links jedoch in den meisten Fällen nicht zeitgleich gesetzt.

Unterschieden wird zwischen dem reziproken Linktausch (Bild 1) und dem nicht-reziproken Linktausch (Bild 2).

reziproker Linktausch

nicht-reziproker Linktausch

Links von Link-Netzwerken (wie beispielsweise PBN)

Das größte Merkmal von Link-Netzwerken ist, dass sie untereinander vernetzt sind. Diese Netzwerke verkaufen Backlinks an Unternehmen, um so zu versuchen, das Ranking der verlinkten Seiten zu verbessern. Erkennbar sind diese Webseiten zumeist an wenig oder keinem besonderen Informationsgehalt und manchmal auch am Impressum. Es kommt vor, dass Unternehmen selbst solche Link-Netzwerke für sich erschaffen. Link-Netzwerke entstehen mit dem Hintergrund, bestimmte Websites durch Verweise aus dem Netzwerk bei Google zu stärken. Das kann jedoch ganz schnell nach hinten losgehen und sich nachteilig auswirken.

Links einer Bad Neighbourhood

Von einer Bad Neighbourhood wird gesprochen, wenn sich eine Webseite in schlechter Nachbarschaft befindet. Zum Beispiel, wenn auf einem Server andere Webseiten gehostet werden, die von Google als Spam-Linkpages klassifiziert oder aus anderen Gründen negativ bewertet wurden (z. B. aufgrund ihrer Thematik wie Porno- oder Glücksspiel-Webseiten).

Ob dies als gefährlich einzustufen ist, hat der ehemalige Chef des Google Web Spam-Teams, Matt Cutts, in einem Video im April 2013 zwar verneint, gleichzeitig aber auch ein Beispiel vorangeführt, bei dem es einen Hoster gab, der 27.000 Pornoseiten hostete und auf dem selbigen Server zwei legitime Webseiten, die dann durch diese Nähe abgestraft wurden. In dem Fall war das Verhältnis entscheidend. Auch wenn es wenige Auswirkungen haben kann, wollten wir diese Seiten nicht unerwähnt lassen.

Hinweis: Um zu prüfen, welche Webseiten, neben der eigenen, auf dem gleichem Server und unter derselben IP-Adresse liegen, bietet sich unser Tool „SearchOnIP“ aus dem SEO DIVER Tool Center an.

Was ist ein schlechter Link? SEO Diver

Kauflinks (Z. B. eBay-Links)

10.000 Backlinks aus Blogkommentaren für 50,- € lautet die Anzeige bei eBay Kleinanzeigen. 100% Google freundlich, Penguin, Panda und Kolibri sicher, einzigartig und nischenähnliche Inhalte. Bitte glauben Sie das nicht.

Links von Link-Farmen

Linkfarmen gelten als besonders minderwertig. Sie bieten keinen Mehrwert und quasi keine Inhalte. Websites aus Linkfarmen werden mit einer hohen Anzahl an Links gefüttert, um das Ranking angeblich zu erhöhen. Erkennbar sind Link-Farmen an zumeist irrelevanten bzw. auch  gescrapten Inhalten und an vielen, thematisch nicht zusammengehörigen Links auf den URLs. Sie sind explizit dazu erstellt, um dort viele Links unterzubringen.

Massenlinks aus Presseportalen, Foren, Verzeichnissen, unter Blogkommentaren und in Gästebüchern

Oft verhält es sich so: Je einfacher es ist, einen Backlink von einer Webseite zu erhalten, umso weniger wertvoll ist er. Wer kontinuierlich auf Kommentarlinks unter Blogbeiträgen oder Links in Gästebüchern setzt, dazu vielleicht noch mit einem automatisierten Standardtext, immer präsent die Webseitenadresse hinterlegt, riskiert als Verbreiter von Spam-Content angesehen zu werden.

Presseportale, Foren, Verzeichnisse und Blogs werden von solchen Links, noch dazu mit einem harten Anchor, teilweise überschwemmt. Googles’ Matt Cutts teilte in der Vergangenheit mit, dass diese aggressive Linksetzung im Zusammenhang mit minderwertigem Content ein deutlicher Verstoß gegen die Google-Webmaster-Richtlinien ist.

Links aus sogenannten Gastbeiträgen

Ein fortbestehendes Verlinken aus Gastbeiträgen heraus ist ebenfalls eine spammige Praktik und allein solche Anfragen an den Webmaster stellen bereits eine klare Missachtung der Google-Qualitätsrichtlinien dar. Gastbeiträge sind eine wunderbare Art, um gute Inhalte zu verbreiten. Aber eine lauwarme Contenterstellung mit Copy-Paste-Inhalten oder Texten mit wenig Informationsgehalt, nur um Links in diesem unterzubringen, ist ein NoGo. John Mueller von Google rät außerdem dazu, Inhalte und Informationen anstatt über Gastbeiträge nur noch auf der eigenen Webseite zu veröffentlichen.

Irreführende Links

Dies ist der Überbegriff für Links, die Informationen versprechen, die nicht eingehalten werden. Lautet der Anker-Text des Links beispielsweise „Vielfältige Reiseangebote“ und hinter dem Link verbirgt sich lediglich ein einziges trauriges Reisenagebot, dann passt die verweisende Webseite nicht zum versprochenen Inhalt bzw. Thema. Hier  entsteht nun genau das negative Nutzererlebnis, wovor uns Google eigentlich bewahren möchte und die Bounce-Rate (Absprungrate) wird sicher hoch sein.

Linkverschleierung (Cloaking)

Ein weiterer, negativer Link ist jener, der zu einer unerwarteten Seite führt. Also zu einem ganz anderen Ziel, als der eigentliche Linktext dem User verspricht. Der Nutzer findet unter dem Link nicht die benötigten Informationen, sondern es verbirgt sich dahinter sozusagen „der Wolf im Schafspelz“. Man gelangt beispielsweise auf eine vorher nicht ersichtliche Verkaufs- oder sogar auf eine Spam- bzw. virenbehaftete Webseite. Und gegenüber dem Google-Bot verhält es sich wieder anders, ihm wird nochmals eine andere Seite widergespiegelt als dem Nutzer. Diese URL-Verschleierungstaktik nennt man auch Cloaking.

Links zu Doorway Pages (Brückenseiten)

Der Nutzer gelangt über einen Link auf eine Keyword optimierte URL, welche wiederum auf eine MadeforMoney-Zielseite weiterleitet. Manchmal wird man sogar über mehrere Domains um- beziehungsweise weitergeleitet. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine in der Regel harmlose 301- oder 302-Weiterleitung, hier wird der Nutzer bewusst auf Zwischen- und Zielseiten geführt, die er nie vorhatte zu betreten.

Weitere Ablenkungsmanöver

Andere Techniken, die in der Vergangenheit gerne angewendet wurden um Suchmaschinen auszutricksen, waren beispielsweise Links in weißer Schrift auf weißem Hintergrund oder auch Links, die durch HTML-/CSS-Coding aus dem sichtbaren Bereich ausgeblendet wurden.

Weitere Techniken waren das Platzieren von Text hinter einer Grafik oder einem Bild und Links, die sich hinter einem unauffälligen Zeichen, zum Beispiel einem Satzzeichen wie Punkt, Komma oder einem Trennstrich verstecken. Oder der Trick, einen Link über eine „unsichtbare“ Schriftgröße von 0 Punkt zu verstecken.

Anmerkung: Google erlaubt jedoch bestimmte Inhaltssegmente auszublenden, sofern es sich um eher unbedeutende Seitenelemente handelt.

Zu guter Letzt… Hacking/Spam

Was nun, wenn alle Regeln befolgt wurden, aber die Webseite angegriffen wird und auf einmal überall Fremdlinks im eigenen Quellcode platziert wurden? Ein zweites Szenario, ebenso gravierend: Was, wenn auf meine Webseite Links verweisen, die von Spam-Link-Directories kommen? Und ich davon nichts weiß? Leider, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht… Google fragt Sie hinterher nicht, ob eine Einverständniserklärung zur Linksetzung unterzeichnet wurde! Prüfen Sie also regelmäßig Ihre Backlinks und sorgen Sie so kontinuierlich für eine sichere Webseite.

Der dritte und letzte Teil zu „Was ist ein schlechter Link?“

Im zweiten Teil haben wir weitere „Good to know“ Links und Link-Strategien behandelt. Im dritten und letzten Teil dieser Artikel-Reihe zeigen wir Ihnen, wie man sich in der Praxis vor schadhaften Links schützt. Zum Beispiel, wie Sie schlechte Backlinks ausfindig machen und dagegen angehen. Dafür werden wir in einzelnen Schritten aufführen, mit welchen Lösungen dies unkompliziert bewerkstelligt werden kann und Ihnen einige praktische Tools zeigen, die wir selbst regelmäßig für unsere Analysen nutzen.

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