Wie steht Google zum Linkbuilding?

27. Juli 2017 von Mustafa Demertzis

Backlinks sind nach wie vor ein elementarer Ranking-Faktor für Google. Über die Jahre haben sich durch diverse Algorithmus-Updates auch die Anforderungen im Linkbuilding verändert. Die Qualität der Links ist mehr denn je in den Vordergrund gerückt.

In diesem Artikel haben wir verschiedene Aussagen von Google Mitarbeitern gesammelt, die sich auf das Linkbuilding beziehen. Somit erhalten Sie einen allgemeinen Überblick über die Sichtweise von Google.

Wie steht Google zum Linkbuilding?

Ist Linkbuilding schädlich?

Googles John Müller äußerte sich im Februar 2015 über die Problematik des Linkbuildings. Seine Analysen ergaben, dass die meisten Links dem Unternehmer mehr schaden, als dass sie einen Nutzen bringen. Der Kern der Problematik liegt laut Müller hauptsächlich auf der gezielten Generierung von Links und das Vernachlässigen von anderen wichtigen Faktoren, die für ein hohes Ranking von Bedeutung sind. Besonders Links, die auf Quantität und nicht auf Qualität aufgebaut sind, stuft Müller als schwierig ein. Eine bessere Markenbildung und steigende Bekanntheit sei mit solchen Methoden nicht möglich.

Zitat John Mueller: „So that you are really sure that your content kind of stands on its own and make it possible for other people of course to link to your content. Make it easy, maybe, put a little widget on your page, if you like this, this is how you can link to it. Make sure that the URLs on your web site are easy to copy and paste. All of those things make it a little bit easier.
We do use links as part of our algorithm but we use lots and lots of other factors as well. So only focusing on links is probably going to cause more problems for your web site that actually helps.“

 

Müller verrät uns mit seinen Aussagen zwischen den Zeilen, dass beim Linkaufbau mehr Kompetenz gefordert ist. Das Internet ist voll mit schlechten Links. Solche, mit wenig Themenrelevanz und eher mit quantitativen- als qualitativen Zielen, gehören alles andere als zu einem natürlichen Linkbuilding. Ein gesundes Linkbuilding ist also weiterhin nicht schädlich. Natürlich sollten für ein besseres Ranking neben der Offpage Optimierung auch die Onpage Maßnahmen nicht außer Acht gelassen werden.

Content, Links und RankBrain

Laut Google basiert das Ranking in den SERPs auf über 200 Rankingfaktoren. Welches davon mehr Gewichtung hat, weiß niemand besser, als der Suchmaschinengigant höchstpersönlich. Doch oft sind es die Mitarbeiter selbst, die wertvolle Informationen in die Öffentlichkeit tragen. Andrey Lipattsev,  Search Quality Senior Strategist bei Google, nannte im März 2016 die drei wichtigsten Rankingfaktoren: Links, Content und RankBrain. Hierbei wurde RankBrain als drittwichtigster Faktor genannt:

Zitat Google: „RankBrain is one of the “hundreds” of signals that go into an algorithm that determines what results appear on a Google search page and where they are ranked. In the few months it has been deployed, RankBrain has become the third-most important signal contributing to the result of a search query.“

Andrey Lipattsev nannte die anderen beiden Faktoren: „I can tell you what they are. It is content. And it’s links pointing to your site.“

Links sind also mindestens der zweitwichtigste Rankingfaktor. Dadurch wird der Linkstellenwert nochmals deutlich.

Gibt es ein Limit an ausgehenden Links auf einer Unterseite?

Bis 2008 gab es in den Webmaster Guidelines die 100-Links Regel. Diese besagt, dass pro Unterseite nicht mehr als 100 externe Links vorhanden sein sollten. Diese Regel ist inzwischen nicht mehr aktuell. Seit der letzten Aktualisierung der Webmaster Guidelines im Januar 2016 wird inzwischen von „einigen Tausend“ gesprochen.

Falls Sie auch zu denjenigen gehören, die viele ausgehende Links pro Unterseite setzen, sollten Sie nicht den Faktor Linkjuice vergessen. Der Linkjuice vererbt seine Kraft sowohl für interne- als auch für externe Links. Hierbei werden beide Linkarten unterschieden. Es gilt: Je höher die Anzahl an Links pro Unterseite, desto geringer ist der vererbte Linkjuice für den einzelnen Link.

Gastbeiträge

Matt Cutts warnte auf seinem Blog davor, Gastartikel zum Linkaufbau zu verwenden. Es sei ein Verstoß gegen die Richtlinien, wenn diese auch Follow-Links enthalten. Genau wie Werbeeinbindungen sollten daher diese Links als Nofollow deklariert werden.

Thematisch passende Gastartikel sind auch weiterhin ein guter Mix im Content-Marketing. Die Intention eines Gastartikels ist vor allem die eigene Expertise in den Vordergrund zu stellen sowie einen Mehrwert für die Leser zu erzeugen. Solange diese Form nicht ausschließlich als Linkbuilding-Strategie ausgenutzt wird, besteht weiterhin eine Win-Win-Situation für den Seitenbetreiber sowie für den Gastautor.

Zitat Matt Cutts: „(…) There are still many good reasons to do some guest blogging (exposure, branding, increased reach, community, etc.). Those reasons existed way before Google and they’ll continue into the future. And there are absolutely some fantastic, high-quality guest bloggers out there. I changed the title of this post to make it more clear that I’m talking about guest blogging for search engine optimization (SEO) purposes.“

Artikelverzeichnisse

Artikelverzeichnisse sind in der Regel kostenlos und ermöglichen die Setzung von Text und Links. Leider lässt die Qualität der Texte oft zu wünschen übrig. Ein anderer Nachteil ist, dass Artikel zu allen möglichen Themen existieren.

2014 machte Matt Cutts deutlich, dass Linkaufbau über Artikelverzeichnisse nicht sinnvoll und effektiv ist. Der Google Algorithmus habe sich längst auf solche Methoden eingestellt und wertet solche Links mittlerweile als negatives Signal:

Früher ein beliebtes Mittel um schnelle Backlinks zu erhalten, heute ein aussterbendes Modell, das von vielen für Spam-Methoden missbraucht wurde. Falls Sie sich dafür interessieren, welche Basislinks noch zeitgemäß sind, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel über Basislinks aufmerksam durchzulesen.

Blog-Kommentare

Blog-Kommentare sind nicht automatisch Spam, hieß es Ende 2013 von Cutts. Doch auch hier sollten einige Dinge beachtet werden. Bei Blogkommentaren sei der Umfang und die Relevanz wichtig. Nutzer sollten auf jeden Fall mit eigenen Namen kommentieren:

Blogs geben die Möglichkeit, den Namen der kommentierenden Person zu verlinken. Wer schnell mal eben einen Link generieren möchte, lässt sich gerne dazu verleiten, den Brand des Unternehmens oder ein Keyword als Absender eines Kommentars verlinken zu lassen. Mit solch einer Handlung lässt sich die Intention des Kommentargebers rasch erkennen. Eine weitere Möglichkeit ist, einen Link direkt in den Text zu platzieren. Auch wenn die meisten Blogs mittlerweile Kommentare als Nofollow deklarieren, sollte das Linkprofil solche bedenklichen Blog-Links nicht enthalten.

Anders sieht es bei Blogkommentaren aus, die eine Diskussion antreiben oder einen Artikel mit zusätzlichem Fachwissen erweitern. In die eigene Marke zu investieren ist auf lange Sicht viel rentabler als in Black-Hat-SEO Maßnahmen zu vertrauen.

Fazit

Wie Sie sehen, sind Links auch weiterhin für Google sehr wichtig. Wenn man die Spielregeln kennt und Linkbuilding in Eigenregie betreiben möchte, steht einer guten Platzierung auch kein Update im Weg – Achten Sie daher stets auf Qualität.

Jetzt sind Sie gefragt: Welches ist wohl Ihrer Meinung nach der wichtigste Rankingfaktor, Content oder Links?

 

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