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HowTo: Antworten auf Einnahmenverlust

Alles zum Thema Google Adsense.
supervisior
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Beiträge: 1265
Registriert: 26.06.2006, 09:11

Beitrag von supervisior » 22.01.2019, 15:26

Ich muss diesem HowTo vorausschicken, dass jeder, der nach Antworten auf den nicht enden wollenden Einnahmenverlust sucht, nicht alle Antworten bekommt. Das begründet sich maßgeblich damit, dass der Einzige, der es wissen könnte Google ist, aber sich dazu ausschweigt. Auch wenn viele Gründe Spekulationen sind, die ich hier nicht anspreche, lässt sich vieles, insbesondere in den letzten 12 Monaten, an Hand von bekannten Ereignissen erklären.

Der DSGVO lässt sich sicherlich einiges zuordnen, aber das Entscheidende hat schon einige Monate vorher so rund um den Jahreswechsel 2017/2018 stattgefunden, wobei es darüber keine offiziellen Statements von Google gibt. Auch wenn es in die Richtung Spekulation gehen könnte, liegt es nahe, dass diese zu diesem Zeitpunkt erfolgte Änderung maßgeblich deswegen erfolgte, um die Advertiser bei Laune zu halten. Nur für den Fall, dass der einzelne es vielleicht noch nicht weiß, aber es gibt eine ich nenne es mal "Nahrungskette".

1.) Advertiser -> 2.) Google -> 3.) Nutzer -> 4.) Publisher

Aus Sicht von Google sieht die Reihenfolge etwas anders aus....

Die voranstehenden Zahlen stehen für die Prorität, sodass man unschwer erkennen kann, dass 1.) der Cash Cow entspricht und 4.) die letzten sind, die von den Hunden gefressen werden. Das heißt auch, dass sich Publisher alles anderem unterordnen müssen oder anders formuliert diese müssen alles, dürfen aber nichts. Wenn es darum geht das Angebot für Advertiser zu verbessern, sind die Publisher die erste Wahl. Die können zwar meckern, aber das wars dann auch schon. Google stellt das in seiner Anwerbung von Publishern gern anders dar, ist aber nur Augenwischerwei und gleicht dem Anheuern von Matrosen. Erst den Bauch pinseln, aber sind sie mal angeheuert, gibts nur noch Druck und Unterwerfung.

Wenn man sich das verinnerlicht, hat man automatisch die Pauschalantwort für die meisten Gründe, warum die Einnahmen fortlaufend nach unten gehen. Das ändert auch nichts, wenn Ihr in Eurer Adsense Console mit den Anzeigen herumspielt oder Tests macht oder was auch immer im guten Glauben ändert, dass Google Euch etwas in die Hand gibt, um Einfluss auf Eure Einnahmen haben zu können. Ich sags mal so, man kann die Zeit auch mit anderen nutzlosen Dingen verschwenden. Gebt Euch also erst gar nicht die Mühe und trennt Euch von dem Glauben daran, dass Ihr selbst etwas beeinflussen könnt. Google hat alles, was die Anzeigenausspielung anbetrifft in der Hand. Ihr könnt also nur an Eurer Seite herumspielen, um mehr Traffic zu bekommen.

Das Paradoxe an dem Traffic ist aber, dass mehr Traffic in den allermeisten Fällen zum Einnahmenrückgang führt, wenngleich sich die Clickzahlen erhöhen, aber im Gegenzug der CPC in den Keller rauscht. Auch wenn es ein vermeintliches Ziel eines jeden Webseiten Betreibers ist, mehr Besucher auf seine Seite zu bekommen, wird ein jeder, der dieses Ziel erreicht von Google (Adsense ) abgestraft. Eine viel besuchte Seite ist aus Sicht von Google nicht zwangsläufig eine wertvolle Seite, wenn es um die Vermarktung von Anzeigen geht. Google versucht zwar die Clickpreise (für Advertiser) für solche Seiten anzuheben, aber die höheren Clickpreise reduzieren zwangsläufig die Akzeptanz dafür, dass Advertiser auf solchen Seiten ihre Anzeigen schalten, weil das Budget viel schneller aufgebraucht wird. Das erklärt sehr oft, dass sich auf solchen Seiten nur die Anzeigen von Advertisern finden lassen, die sich so was augenscheinlich leisten können. Das geht unweigerlich auf die Vielfalt von Anzeigen und in Folge dessen auch, dass solche Anzeigen von solchen Advertisern wenig bis gar nicht angeklickt werden. Ebenso paradoxerweise entstehen für solche Anzeigen wenig bis gar keine Kosten, weil diese Anzeigen von Anbietern kommen, die ohnehin in allen Medien omnipräsent sind. Wenn ein Werbetreibender über Monate hinweg in allen Kanälen für sich wirbt, kommt es unweigerlich zu einer Art Sättigung beim Nutzer. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass diese Anzeigen wertlos wären. Bei dieser Werbestrategie geht es primär nicht darum, dass Anzeigen angeklickt werden, sondern man einfach eine fortlaufenden Präsenz zeigt, die den gleichen Effekt hat, wie eine angeklickte Anzeige. Der Nutzer wird quasi dauerpenetriert und das frisst und brennt sich ins Hirn ein, sodass man bestimmte Sachen/Waren/Dienstleistung unbewusst mit einem bestimmten Anbieter in Verbindung bringt. Bestes Beispiel dafür ist, wenn der Produktname in den Sprachgebrauch für die Bezeichnung eines Produktes übernommen wird. z.B. Papiertaschentuch == Tempo, Wattestäbchen = Qtips usw.

Der einzige Nutznießer an dem beschriebenden Effekt sind die besagten Advertiser, die es sich theoretisch leisten können, aber wegen der Überflutung letztendlich wenig bis gar nichts für deren Anzeigen zahlen müssen, eben weil die Clickrate für Anzeigen von diesen Anbietern regelmäßig schlecht ist.

Es ist aber nicht so, dass Google dies tolerieren würde, zumal Google dadurch ja keine bis wenige Einnahmen generiert. Diese Gegenmaßnahme schlägt gleich mehrere Fliegen auf einen Streich und wird von Google offiziell als "Smart Pricing" ausgewiesen. Man kann geteilter Meinung darüber sein, aber für mich ist Smart Pricing nicht nur das ultimative Werkzeug für Google, sondern neben anderen Vorteilen der entscheidende Grund für den Einnahmenrückgang. Google stellt es in der offiziellen Beschreibung https://support.google.com/google-ads/a ... 4607?hl=de zwar anders und geschönt dar, aber auf den Publisher ausgerichtet führt Smart Pricing stark vereinfacht dargestellt dazu, dass die Clickpreise gesenkt werden. Niedrigere Clickpreise machen eine Seite für Advertiser interessant, die nur über ein geringes Budget verfügen und den max. Clickpreis tief angesetzt haben.

Das Wirkungsprinzip vom Smart Pricing ist so einfach wie effektiv.

Reduzierung Clickpreise -> Mehr Advertiser -> Höhere Anzeigenvielfalt -> Mehr Clicks.

Man könnts auch anders beschreiben. Lieber mehr Clicks bei geringeren Einnahmen pro Click als hohe Clickpreise bei wenigen bis gar keinen Clicks.

Smart Pricing ist aber kein Mittel, das den Einnahmenrückgang kompensieren kann, sondern steigert eher die Akzeptanz bei Advertisern Anzeigen durch niedrigere Klickpreisen zu steigern. Google versucht zwar bei vermeintlich wertvollen Seiten die Clickpreise hochzuhalten, um der inflationären Entwicklung der Anzeigenpreise entgegen zu wirken, aber was hilft eine wertvolle Seite, wenn dort nur Anzeigen ausgespielt werden, die niemand aus den besagten Gründen anklickt.

Ein Publisher wird also nicht wirklich für seine Arbeit belohnt, wenn er mehr Traffic auf seine Seite bringt, weil er über kurz oder lang aus Publisher Sicht zu einer Abwertung seiner Seite kommt, wenn die Klickrate dauerhaft niedrig bis schlecht ist, wenngleich sich der Traffic erhöht. Klingt paradox, ist aber so.

Die Frage, die sich unweigerlich stellt, ist was man dagegen oder dafür machen kann, um das zu beeinflussen. Aus der Distanz betrachtet wenig bis gar nichts und kommt auf den Einzelfall an und wenn, dann nur um den Smart Pricing Effekt zu pushen. Der führt zwar dazu, dass der CPC in den Keller rauscht, aber ma muss sich fragen, was einem lieber ist. Ein theoretisch hoher CPC, aber keine oder zu wenig Klicks oder ein niedriger CPC, aber mit mehr Klicks, was eher die Tendenz zu mehr Einnahmen hat als das vorher genannte.

Gegenwärtig kann ich mir nur 1 Fall vorstellen bei dem man als Publisher theoretisch die Möglichkeit "hätte" etwas beeinflussen zu können und zwar mit dem Ziel, dass der Smart Pricing Effekt schneller eintritt als Google diesen einleitet. Das ist aber nur Theorie und deswegen nicht nur diskussionswürdig, sondern müsste man mal praktisch durchexerzieren.

Fallbeispiel:

Seite mit hohem Traffic, aber niedriger Klickrate. Betrifft mich aktuell grad selbst. Besucherzahlen/CTR steigen seit 1 Jahr täglich um 10%, aber Adsense Einnahmen zum Vergessen. Was mir seit einigen Wochen an dieser Seite auffällt, ist dass der CPC sich um fast 80% reduziert hat und nun auf einem Niveau ist, der daruf hinweisen lässt, dass sich die Anzeigenqualität verändert haben muss, was sich nach längerer Beobachtung dann auch bestätigt hat. Es scheint also so zu sein, dass Google Smart Pricing angewendet hat und nun das passiert, was ich oben beschrieben habe.

Das lässt nun die Mutmaße zu, dass man das nicht Google allein überlassen kann. Wenn man nun also so ein Szenario hat, also viel Traffic, aber wenig Clicks, wäre es einen Versuch wert sich die Anzeigen anzusehen, die geschaltet werden. Entsprechend meiner Logik müssten das überwiegend Anzeigen von Anbietern sein, die ich oben beschrieben habe. Wenn man nun also diese Anzeigen blockt, muss ja irgendwas passieren. Google lässt die Anzeigenplätze deswegen ja nicht einfach leer, wenn es sich um eine gut besuchte Seite handelt. Ich frage mich deswegen, ob das bei Googles Algorithmus nicht dazu führen müsste, dass der CPC abgewertet wird und in Folge dessen Anzeigen anderer Anbieter angezeigt werden, die es sich vorher durch den CPC nicht lesiten konnten.

Das ist wie schon gesagt Theorie, aber durch das Blocken von den besagten Anzeigen, wird eine Reaktion erzwungen und die könnte meiner Logik nach dazu führen, dass der Smart Pricing Effekt eintritt.

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