Merchantday 2018 – Recap

20. April 2018 von Anna Pianka

Unsere Abteilungsleitung im Linkmanagement, Anna Pianka, hat den diesjährigen Merchantday besucht und nachfolgend ein 15 DIN A 4 Seiten umfassendes Recap, gefüllt mit sehr vielen Informationen und Tipps aus den Vorträgen, für unsere Leserschaft zusammengefasst. Ganz in Manier einer SEO Agentur könnte das folglich der relevanteste Content zu der Veranstaltung abseits der offiziellen Seite des Merchantdays werden ;).

Merchantday 2018

MERCHANTDAY – Recap 2018

Merchantday – Wie alles begann
Merchantday Keynote – „Mobile first“
Ins Relevance Set des Kunden vordringen: Brand Building mit Plan
Wie kommt man in das passive Relevance Set?
Tag-basiertes E-Mail Marketing
Brand Building mit Zuhilfenahme von User Generated Content
Wachstumschancen bei eBay: So optimieren Sie Ihre Angebote
So erhöhen Sie die Relevanz zu Ihren eBay-Anzeigen
Amazon oder eigener Shop oder beides? SEO-Strategien aus der Praxis
Amazon SEO
Google SEO
Facebook – Von Retail zu eTail durch mobiles E-Commerce:
Wie entwickelt sich das E-Commerce und welche Trends gibt es auf Facebook?
Trend: Videos auf Facebook
SEO und Social Media aus der Praxis
Content Keyword Management – Amazon Marketing Services – Best Practices und Updates

Merchantday – Wie alles begann

Im Jahre 2016 war es noch ein 20-Personen-Stammtisch in Hannover, 2017 hatte der Merchantday dann bereits 330 Teilnehmer und dieses Mal, am 13.04.2018, ist die Anzahl sogar auf ca. 650 Teilnehmer gestiegen, was die Ausrichter Ronny Marx (intomarkets) und Khalil Agheli Zadeh (casusbene GmbH) sehr erfreute.

Der Merchantday ist eine Marketplace-Konferenz für Amazon Marketplace Seller und Vendoren, aber auch für eBay Shopbetreiber sowie E-Commerce Händler generell. Auch andere Marktplätze, wie Facebook, bieten ungeahnte Möglichkeiten und wurden in den Vorträgen behandelt.

Merchantday Keynote – „Mobile first“

Die aus Dublin angereiste Google-Mitarbeiterin Christa Chen stellte unter anderem heraus, wie wichtig die Optimierung der eigenen Inhalte auf „mobile first“ geworden ist und appellierte an das Publikum, eingefahrene Online-Marketing-Strategien zu überdenken, den eigenen Marketingfunnel zu betrachten und eine zeitgemäße Ausrichtung anhand einer Roadmap zu erstellen.

Google Mitarbeiterin Christa Chen und Anna Pianka beim MerchantdayMobile Geräte haben Einfluss auf die Customer Journey. Dabei geht der Trend in Richtung Video. Immer mehr Menschen schauen sich Videos von unterwegs aus an, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit.
Auch bevor Konsumenten ins Geschäft gehen, informieren sie sich online. Im Ladengeschäft werden Produktpreise online verglichen.

Es gibt immer mehr Berührungspunkte über das Mobiltelefon, daher sollte man die eigenen Inhalte so präsentieren, dass sie mobil gut konsumiert werden können. Schließlich ist ein potenzieller Kunde schnell wieder weg, wenn der Content seinen Erwartungen nicht entspricht oder er die benötigten Informationen nicht bekommt.

Shopbetreiber sollten die sogenannten Mikromomente nutzen, um ihre Kunden an passender Stelle für sich zu gewinnen.

Eine goldene Formel für den Erfolg gibt es nicht. Welche Metriken für das eigene Geschäft wichtig sind, muss ebenfalls jeder selbst für sich herausfinden. Wichtig ist es, sich mit dem Thema, die Kunden gut zu erreichen, genau zu befassen und passende Werbekanäle und Einstellungen zu ermitteln. Als Marketingmaßnahme wurde AdWords empfohlen.
Im weiteren Verlauf fanden jeweils zwei Merchantday-Vorträge parallel statt, so musste ich mich entscheiden.

Im Saal 3A stellte Khalil Agheli Zadeh Google Shopping vor und zeigte auf, wie man den Google Marktplatz effektiv nutzen und die Conversion Rate steigern kann. Es wurde erklärt, welche Daten eingepflegt werden müssen. Nutzen Sie strukturierte Daten!

Natürlich spielt auch der Preis des Produkts in der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle. Hier gilt:

Der Aufbau einer Marke hilft dabei, die Entscheidung des potenziellen Käufers für das bekanntere Produkt zu gewinnen.

Bei teuren Produkten ist es besonders wichtig in die Marke zu investieren, da täglich neue Marken auf den Markt kommen und größere Anschaffungen viel mit Vertrauen zu tun haben. Dieses Vertrauen lässt sich durch eine Investition in die Marke erarbeiten.

Passend zu diesem Thema ging es für mich mit dem Merchantday-Vortrag zu Brand Building von Bernhard Rauscher (www.brandonaut.deweiter.

Ins Relevance Set des Kunden vordringen: Brand Building mit Plan

Schon zu Beginn richtete der Referent eine Frage an das Publikum: „Wenn Sie an Duschgel-Marken denken, welche fallen Ihnen ein?“ Duschdas? AXE? Nivea?

Brand Building mit Plan

Die Marken, an die man nach so einer Frage denkt, bilden laut dem Branbuilding-Experten das eigene „Relevance Set“.

Jeder Mensch bringt Produktarten mit bestimmten Marken in Verbindung. Das passiert oft unbewusst und wird zum passiven Relevance Set. Die meisten Konsumenten greifen beim Einkauf zu dem bekannteren Produkt.Brandbuilding Experte

• Marken sollten versuchen, in dieses passive Relevance Set zu gelangen, um einen Conversion-Booster für sich zu erzeugen.

Wie kommt man in das passive Relevance Set?

Eine gezielte Kundenansprache und das Herbeiführen von Touchpoints zur Marke standen in diesem Vortrag im Mittelpunkt. Touchpoints sind Kontaktpunkte und fungieren als Trigger für weitere Interaktion mit der Marke oder dem Produkt des Anbieters.

Wie oft man mit einer Marke in Berührung kommt, kann von Produkt zu Produkt ganz unterschiedlich sein. Denken wir an den Big Player Coca Cola, kann jeder von uns mehrere 100 Touchpoints mit Coca Cola im Jahr zählen. An der Werbung und dem Produkt kommt man in der Regel einfach nicht vorbei. Jedoch muss man nicht Coca Cola sein, um erfolgreich zu werden. Entscheidend ist es, die richtigen Personen passend anzusprechen.

Solche Touchpoints können ganz unterschiedlich sein. Amazon als Marktplatz gilt zum Beispiel auch als Touchpoint.

Als Händler sollte man die eigene Zielgruppe identifizieren, die Menschen möglichst in das eigene System ziehen und es schaffen sie dort zu halten, um sie regelmäßig mit passenden Inhalten zu erreichen.

Dazu kann sich eignen:

• FB Network Retargeting
• Messenger Bots
• E-Mail Marketing
o Tag-basierte E-Mailliste

Tag-basiertes E-Mail Marketing

Wenn sich jemand für einen Newsletter anmeldet, um Tipps zum Umgang mit einem Produkt zu erhalten, kann man der Person zum Beispiel drei E-Mails mit den Tipps senden und in der vierten E-Mail ganz unten unscheinbar weitere Hinweise hinzufügen, die dazu ermuntern, sich über ein weiteres Produkt zu informieren. So ein Hinweis könnte wie folgt aussehen:

„Übrigens: Wer darauf klickt, kann Muskelaufbau betreiben.“

Ein Newsletter sollte generell so ausgespielt werden, dass er mit seinen Inhalten Personen erreicht, für die er relevant ist. Dies ist über Tags zu den Newsletter-Abonnenten möglich.

Ein Newsletter-Funnel kann viele Merkmale berücksichtigen:

• Interessiert an Produkt A
• Hat gekauft Produkt b
• Hat auf Link geklickt in letzter E-Mail
• etc.

Die Liste sollte in englischer Sprache erstellt werden. Es kann sein, dass man mit einem ausländischen Support zu tun haben könnte. Ist alles bereits auf Englisch, vereinfacht das die Bearbeitung.
Tag-basierte E-Mails können Newsletter-Abonnenten mehr wirklichen Mehrwert bringen. Je länger sich jemand im eigenen System befindet, desto mehr Daten können über die Person gesammelt werden. Das hat zur Folge, dass man einen besseren Überblick darüber bekommt, was dem Empfänger noch angeboten werden kann und welche Informationen von ihm ggf. noch nicht konsumiert wurden. Vermieden werden kann durch eine gute Verschlagwortung zum Beispiel eine Newsletter-E-Mail mit einem Rabatt zu einem Produkt, welches der E-Mail-Empfänger in der Vergangenheit bereits zum vollen Preis erworben hat. Solche E-Mail-Angebote stimmen Empfänger unzufrieden und sind Trigger für Newsletter-Abmeldungen.
Eine tag-basierte E-Mail Liste bedeutet viel Arbeit und lohnt sich, sobald mehrere Tausend Newsletter-Abonnenten gesammelt wurden. Das Ziel sollte sein, viele Abonnenten mit vielen Tags zu pflegen, gut profilierte Rezipienten kann man am Ende am besten monetisieren.

Weitere Systeme, mit welchen das E-Mail Marketing automatisiert werden kann, bieten Firmen wie ActiveCampaign oder CleverReach. Das E-Mail-Marketing Programm MailChimp kann bis zu 2000 Nutzern kostenlos verwendet werden.

Es gibt auch andere Möglichkeiten, Touchpoints zu erzeugen. Dazu zählt beispielsweise die Online-Lernplattform Udemy. Dort können selbst erstellte Onlinekurse zu beliebigen Themen hochgeladen und kostenpflichtig angeboten werden. Die Personen, die so einen Kurs belegen und ihre E-Mailadresse beim Kursanbieter hinterlassen, können im Nachgang zum Beispiel einmal im Monat mit einer E-Mail angeschrieben werden. So kann Udemy nicht nur als weiterer Touchpoint, sondern auch als Quelle für neue E-Mailadressen für das eigene System fungieren.

Andere Möglichkeiten, um an E-Mailadressen zu kommen, können sein:

• Fotobox aufstellen (Foto gegen E-Mailadresse)
• FB Ads
• Foto.tv Auftritt (Partnermarketing)
• Workshop („Gib mir deine Mailadresse und ich zeige dir, wie du dich auf den Workshop vorbereiten kannst.“)
• Partnerworkshop (Referenten die meine Produkte vorstellen, bekommen Rabatt)
• etc.

In dem im Vortrag vorgestellten E-Mail Funnel benötigen die meisten Newsletter-Abonnenten laut Referent fünf Monate, um am Ende des Funnels anzukommen. Um einem Benachrichtigungsaus vorzubeugen, sollte man den Funnel weiter ausbauen und hin und wieder bestehende Inhalte aktualisieren.

Händler mit nicht allzu großem Werbebudget müssen ihre Werbung besonders gezielt einsetzen, um sich gegen größere Firmen durchzusetzen. Beim Generieren von Touchpoints in der Customer Journey sollte man zudem im Hinterkopf behalten, dass nicht jeder Touchpoint den Rezipienten zum Kauf bewegen muss.

Touchpoints

Brand Building mit Zuhilfenahme von User Generated Content

Eine Marke aufzubauen bedeutet viel Arbeit. Eine Möglichkeit, guten Content für den eigenen Blog zu generieren, kann zum Beispiel eine eigene Facebookgruppe bieten.

Als passionierter Fotograf und Lightpainter bietet Bernhard Rauscher seiner Facebook-Community die Möglichkeit, ihre selbstgebastelten Lightpainting-Tools in seinem Blog vorzustellen.

Fazit: Brand Building kann man fördern, indem man sich um das ganzheitliche Problem seiner Zielgruppe kümmert und die eigene Zielgruppe spitz definiert anspricht.

Weiter ging es für mich mit einem Merchantday-Vortrag von eBay zu eBay SEO.

Wachstumschancen bei eBay: So optimieren Sie Ihre Angebote

Die Referentin Maria Simon stellte bereits zu Anfang heraus: Die meisten Käufe passieren nicht – wie von vielen angenommen – abends auf der Couch, sondern inzwischen von unterwegs oder nebenbei.
Verkäufer auf eBay müssen sich vor Augen führen, dass Käufer zum Teil abgelenkt sind. Daher gilt es, dem eBay-Nutzer schnelle Kaufentscheidungen zu ermöglichen und eigene Anzeigen auf das Wesentliche zu beschränken.

So erhöhen Sie die Relevanz zu Ihren eBay-Anzeigen.

Ebay SEO

1. Keywords
• Vergleichen Sie relevante Keywords zu Angeboten, die sich besser finden lassen als das eigene Produkt. Wenn die Konkurrenz ein Vitamin B12 Präparat als „vegan“ anpreist und es in Ihrer Beschreibung nicht dabei steht, obwohl es ein positives Merkmal zu sein scheint, sollten Sie Ihr Produkt um diesen Begriff ergänzen, damit Sie Ihrem Konkurrenten in nichts nachstehen.
• Auch über Google kann man schauen welche Keywords zu einem Produkt relevant sein könnten (Google Suggest).
2. Bilder
• Produktfotos sind das Aushängeschild
• Bilder mit guter Ausleuchtung und freigestellt => indirekter Einfluss auf das Suchranking
• Fotos gehören in die eBay Galerie, kein Nutzer hat Lust am Smartphone lange zu scrollen.
3. Preise:
• Wettbewerb beobachten und Preis ähnlich machen (viel zu billig ist schlecht, weil es seltsam wirkt)
4. Zahlungsarten:
• Informationen zu Zahlungsarten oder Versand nicht in die Artikelbeschreibung eintragen, die vorgesehenen Felder sollen genutzt werden
5. Kundenservice:
• Geschwindigkeit im Versand ist ein wichtiges Thema, die Lieferzeit sollte realistisch eingetragen werden.
• Als Verkäufer sollte man so schnell wie möglich in der Lieferzeit werden, manche Käufer sind schon nach zwei Tagen ungeduldig

Viele Verkäufer haben ihre Inhalte noch nicht für die mobilen Nutzer optimiert. Für eine bestmögliche Visibility sollte man kritisch an die Präsentation der Daten um die Produkte heran gehen und Produktkennzeichnungen an den dafür vorgesehenen Stellen eintragen (=> strukturierte Daten).
Alle wichtigen Informationen sollten sich in der Darstellung des Produkts befinden. Schließlich kann man nicht darauf vertrauen, dass ein Interessent eine Nachfrage zu einem Produkt per E-Mail schreibt anstatt bei dem nächsten Produkt weiterzusuchen.

News von eBay: Der Katalog von eBay wird weiter ausgebaut!

Auch aus diesem Grund sollten Verkäufer alle von eBay zur Verfügung gestellten Eintragsmöglichkeiten für Artikelmerkmale nutzen. So können Produkte über die Filter Funktion besser gefunden werden und heben sich leichter von anderen Produkten ab. Die Suchergebnisse verringern sich bei der Nutzung der Filterfunktion, was für Produkte einen Wettbewerbsvorteil bringen kann, wenn sie korrekt eingepflegt wurden.

Zur Verwaltung und Optimierung der eigenen Verkäufertätigkeit auf eBay kann das Verkäufer-Cockpit Pro von eBay unterstützen.

Bei Schwierigkeiten, Keywords zu finden, um die eigenen Angebote zu beschreiben, kann man sich von dem eigenen Freundeskreis inspirieren lassen und fragen, wie sie das Angebot finden. Personen, die das Produkt nicht (gut) kennen, nutzen gegebenenfalls andere Begriffe, an die man selbst vielleicht nicht gedacht hätte, die aber auch von anderen eBay -Nutzern in die Suche eingegeben werden.

Nehmen Sie bei der Optimierung der Anzeigen nicht zu viele Änderungen auf einmal vor. Die Auswirkungen von Änderungen müssen verfolgt werden, um nachjustieren zu können und um die Ergebnisse besser nachzuvollziehen.

Artikelbeschreibungen werden bei eBay nicht ausgewertet. Ein wichtiger Ort für Keywords ist der Titel (80 Zeichen). Der zweite wichtige Ort zur Unterbringung von Keywords sind die Artikelmerkmale, zu welchen mehr Zeichen zur Verfügung stehen.

Nach dem Vortrag der eBay Senior Managerin konnte ich direkt im Saal 1 bleiben, um mir den nächsten Vortrag der Merchantdays anzuschauen, bei welchem es um das spannende Thema Google SEO im Vergleich zu Amazon SEO gehen sollte.

Amazon oder eigener Shop oder beides? SEO-Strategien aus der Praxis

Amazon SEO

Amazon arbeitet mit einem einfachen Algorithmus, welcher folgende Werte berücksichtigt:

• Verkäuferperformance
• Relevante Inhalte onpage
• Verkäufe

Im Vergleich zu Google SEO ist der Shop auf Amazon schnell optimiert, die Zahlungsarten können leicht angepasst werden, er ist responsiv und rasch performant.

Bei Amazon reichen mittelmäßige Inhalte aus, um an Position 1 zu ranken, solange die Verkäufe gut funktionieren.

Amazon SEO

Amazon Produktlistings kann man durch Kundenbewertungen indirekt beeinflussen, weil gute Kaufbewertungen den Social Proof erhöhen. Kommen aufgrund der guten Bewertungen mehr Verkäufe zustande, werden Produkte in Listings besser gewertet.

Als Nachteil bei Amazon kann man sagen, dass man sich sehr leicht vergleichbar macht. Außerdem verliert man sofort die Rankings, wenn die Ware ausverkauft ist.
Die Rankings zu Keywords können schnell zunehmen. In dem gezeigten Beispiel hat ein Produkt über eine Woche lang täglich über 300 neue Keyword Rankings zugenommen.

Google SEO

Wenn man bei Google die Nr. 1 sein möchte, muss man letztendlich die besten Inhalte zu dem Thema bieten. Die Optimierung erfolgt langfristig.
Vor etwa drei Jahren hat Google seinen Algorithmus geändert und spricht Marken seitdem mehr Wert zu. Daher ist bei Google der Markenaufbau wichtig.

Google SEO

Der OffPage Bereich ist ein größeres Feld, als von vielen angenommen wird. Es gibt Workshops zu Linkaufbau, die zwei Tage umfassen. Einen qualitativ hochwertigen Linkaufbau zu betreiben ist nicht einfach und man sollte diese Aufgabe nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Google Rankings steigen langsamer, sind aber dafür standhafter als Amazon Rankings. Im Schnitt dauert es 3 – 12 Monate, um nach der Linksetzung Gewinne zu generieren.
Wenn ein Artikel bei Amazon ausverkauft ist, fällt das Ranking schnell ab, bei Google bleibt man noch viel länger im Ranking.

Der Nachteil bei Google ist, dass man sich von der Suchmaschine abhängig macht. Bei einer Algorithmus-Änderung von Google kann der Verkauf im Onlineshop einbrechen, weil dieser für seine wichtigen Begriffe nicht mehr in den Google Suchergebnissen angezeigt wird. Im Falle des Referenten sind dabei über einige Monate hinweg 6-stellige Beträge weggefallen, was sehr schwer zu verkraften war (Sichtbarkeitsabfall im Vergleich zu der Domain von Jochen-Schweizer.de siehe Bild).

Sichtbarkeitseinbruch

Die Amazonstrategie von Uwe Hamann beinhaltet in diesem Beispiel, dass im Onlineshop deutlich höhere Preise als bei Amazon zu bestimmten Artikeln vorhanden sind. Das verleitet die Shopbesucher eher bei Amazon zu kaufen, sodass der Händler top gelistet wird und den Umsatz durch die Verkaufsmasse generiert.

Zu den Algorithmus-Änderungen bei Google muss man sich stets up-to-date halten, sonst merkt man es nicht, wenn etwas im Argen liegt.

Unabhängig von allem, ist dem Referenten die folgende Botschaft wichtig:

Facebook – Von Retail zu eTail durch mobiles E-Commerce:

Die Facebook-Referentin Nicole Buck hatte die optisch ansprechendste Präsentation von allen Referenten mitgebracht. Emotionale Bilder und moderne interaktive Animationen verrieten bereits, dass Bewegtbild-Content auf Facebook ihr wichtigstes Thema sein wird.

Nicole Buck Merchantday 2018Wie entwickelt sich das E-Commerce und welche Trends gibt es auf Facebook?

Zunächst wurde auch hier das Thema „mobile-first“ behandelt: 60 Prozent der Interaktionen auf Facebook finden auf mobilen Geräten statt. Generell spielt sich immer mehr auf unserem Smartphone ab, was zu Verhaltensänderungen im realen Leben führt. Nomophobia nennt sich das Phänomen, welches beschreibt, wenn Menschen es ohne ihr Smartphone nicht mehr aushalten…und es gibt immer mehr von diesen Menschen. Diese Entwicklung hat eine Auswirkung auf das E-Commerce.

Social Media kann in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen. Nutzer kommunizieren und inspirieren sich auf Facebook. Händler haben die Möglichkeit Fdiesen Umstand nutzen, um ihre potenziellen Kunden über Facebook-Anzeigen, Anzeigen über das Facebook Network, sowie über eigene, knackige Inhalte zu erreichen.

Trend: Videos auf Facebook

Der Trend in Hinblick auf den Konsum geht zu interaktiven Formaten. Videos sind dabei ein extrem starker Treiber. Die Wachstumsrate von Videos auf Facebook nimmt stark zu. Im Idealfall sind sie nicht länger als 15 Sekunden, es ist aber natürlich von vielen Faktoren abhängig, ob ein Video erfolgreich sein wird oder nicht. Auch längere oder kürzere Videoclips können je nach Inhalt einen erhöhten Bekanntheitsgrad erhalten.
Die Menschen konsumieren Inhalte heutzutage on-the-go. Man hat wenig Zeit, daher sind knackige, kurze Formate hilfreich.

Die Customer Journey ist heutzutage nicht mehr linear. Man muss es schaffen, den Kunden an der richtigen Stelle zu greifen. Das ist zum Beispiel über integrierte Kampagnen möglich, die über mehrere Kanäle fungieren.

Facebook Welt

Die Aufmerksamkeitsspanne wird deutlich geringer. Eine Marke hat einen Bruchteil von Sekunden, um sich zu behaupten.

Die Bedeutung von interaktiven Videos hat zugenommen.

Als Marke kann man den Verbund Branding und Performance zusammenarbeiten lassen. Als Beispiel wurde ein Catwalk-Video mit direkt darunter vorgestellten Fashion-Produkten (mit Link zum Shop) gezeigt (Video-Content und Interaktivität).

Im Durchschnitt schauen sich Internetnutzer fünf Produkte auf dem Smartphone an, bevor sie etwas kaufen. Das sind weniger Produkte als die Anzahl, die sie sich vergleichsweise auf dem Desktop anschauen würden.

Weitere Facts:

Globalität:
o Konsumenten haben ein Interesse daran, sich an den möglichen Märkten zu bedienen.
o Die Eröffnung eines neuen Unternehmensstandorts ist nicht mehr notwendig, um Ware in einem anderen Land zu verkaufen.

Messenger:
o Die Chatfunktion wird nach einer Studie inzwischen dem Telefon vorgezogen. Nutzer sparen dadurch Zeit.
o Messenger werden inzwischen nicht nur von jungen Leuten benutzt. Dadurch eröffnen sich Potenziale.

Fanpages: Abzuraten wird weiterhin davon, sich Fans zu kaufen.

Für alle Marketingaktivitäten gilt: Testen, testen, testen!

SEO und Social Media aus der Praxis

Der erfahrene Online Marketer Manfred Gottschling stellte den Zuschauerinnen und Zuschauern einige Marketingmaßnahmen vor, die er für einen Naturkosmetikshop erfolgreich anwendet. Dabei ging er vorwiegend auf Social Media Marketing ein.

Etwas provokant spielte er an, dass man sich als allererstes im Klaren darüber sein sollte, ob die eigenen Produkte wirklich gut sind und ob man hinter ihnen steht.

„Beworbene schlechte Produkte sind immer noch schlechte Produkte.“

Ist das geklärt, kann man auf Facebook verschiedene Möglichkeiten nutzen, um Produkte bekannter zu machen und um Verkäufe zu steigern.

Als Tipp für Werbung auf Facebook empfahl Herr Gottschling zum Beispiel, mit den Administratoren passender Facebook Gruppen zusammenzuarbeiten. Hin und wieder veranstaltet er auf diese Art Facebook-Gewinnspiele, in welchem zwei Produkte aus dem Naturkosmetikshop verlost werden, die der jeweilige Gruppenadministrator selbst aussuchen kann.

Um Backlinks in Hinblick auf Google zu generieren, gab er die Empfehlung, mit Produkttestern zu kooperieren, damit sie seine Naturpflege-Produkte vorstellen und ggf. einen Link auf seinen Shop setzen. Gut durchdacht: Bei kleineren Produkten im unteren Preisbereich (z. B. Seife) empfiehlt er, dem Tester gleich zwei von den Produkten zu senden. Eines davon wird zum Testen benutzt und das andere zum Fotografieren und Präsentieren.

Besonders interessant fand ich in Hinblick auf Google Suchergebnisse die folgende These: Die ersten drei Plätze in den mobilen Suchergebnissen seien nicht wichtig, weil wir am Smartphone noch so sehr gewohnt sind zu scrollen, bevor wir ein gutes Suchergebnis entdecken, dass wir automatisch etwas nach unten scollen. Ist dem so? (Antworten gern in den Kommentaren)

Zum Abschluss führe ich hier noch einen Satz zum Nachdenken auf, den der Referent gesagt hat:

„In der Kommunikation sollte nicht Ihr Standpunkt der wichtige sein, sondern der Ihres Gegenübers.“

Content Keyword Management – Amazon Marketing Services – Best Practices und Updates

Dieser Vortrag hatte es noch einmal so richtig in sich. Christian Kelm nannte, wie aus einem Maschinengewehr geschossen, Hinweise und Fakten für Händler auf Amazon.

Christian Kelms Merchantday 2018

Unter anderem sollte man als Händler darauf achten, den Produkten Informationen hinzuzufügen, nach welchen sehr wahrscheinlich gesucht wird. Beispielsweise bei Ringen.  (Schmuck) wird auf Amazon viel nach den Größen gesucht. Da können die Begriffe „breit“ oder „schmal“ im Titel ungeahnte Vorteile bringen.

Als Händler muss man mitdenken und die Grill Handschuhe im Winter Backofenhandschuhe nennen, um weiterhin viele Verkäufe zu erzielen.

Das kostenlose Chrome Addon Keyword Analizer hilft dabei, Keywords auf Angebotsseiten zu analysieren.

Neben den Möglichkeiten, die online zur Verfügung stehen, bietet das Offline-Leben auch Möglichkeiten zur Ermittlung passender Keywords für die eigenen Produkte. So kann man sich zum Beispiel eine Stunde lang vor einen Supermarkt stellen und Passanten ein Foto des Produkts zu zeigen und sie fragen, was das für ein Produkt sei. Daraus ergeben sich wertvolle Hinweise dazu, wie das Produkt von branchenfremden Personen aufgenommen wird.

Auf Amazon haben Seller die Möglichkeit, Werbeanzeigen zu schalten. Hierzu wurden im Vortrag einige Insider-Tipps gegeben.

Man braucht zum Beispiel drei Produkte, um eine Search Ad einrichten zu können. In der Konfiguration der Ad können Produkte auch wieder entfernt werden, sodass die Ad auch mit einem Produkt funktioniert.

Den Sellern wurde unter anderem empfohlen, den Hersteller Strichcode zu deaktivieren, damit Fake-Verkäufer nicht unter dem Namen der Seller verkaufen können.

Eine anschließende Amazon- und eBay -Life-Analyse, in welcher von Merchantday Teilnehmern eingereichte Produktedarstellungen durch die Speaker bewertet wurden, rundete die Veranstaltung ab. Dieser Teil hat mir besonders gut gefallen, weil man einen authentischen Einblick in die Probleme von den Produktanbietern bekam und Lösungen aufgezeigt wurden.

Speaker Merchantday 2018

Zum Schluss wurden noch die Gewinner von mehreren unterhaltsamen Gewinnspielen ermittelt und der Preis an den bestbewerteten Speaker vergeben.

Da man leider nicht zwei Vorträge auf einmal besuchen konnte, gab es Vorträge, zu welchen ich nichts geschrieben habe, weil ich nicht daran teilgenommen habe. Dazu zählen die folgenden Speaker, die laut anderen Teilnehmern auch einiges zu bieten hatten: Maik Busch, Stefanie Kutzera, Felix Gassmann, Jens Armbrecht, Stefan Karalic, Philip Kleudgen, Fabian Nest, Michael Gabrielides, Heidi Kneller-Gronen, Till Andernach, Michael Kempe und Robin Iyanoye.

Nach der Veranstaltung gab es bei DJ-Musik, Getränken und Snacks noch genug Zeit zum Netzwerken und Plaudern, zum Beispiel mit unseren Kollegen von ebakery.

Mein Fazit zum Merchantday 2018

Merchantday 2018 - Khalil Agheli Zadeh, Ronny Marx und Anna Pianka

Eine gelungene, gut organisierte Veranstaltung für Marketplace-Nutzer. In den Pausen konnte man sich an den Ständen der anwesenden Austeller wie dem Händlerbund, ShopDoc oder dem Hostinganbieter profihost informieren. Die Location hatte genau die richtige Größe für die Anzahl der Besucher. Die Verpflegung war reichlich. Danke an Ronny und Khalil!

Hier kann man sich bereits für den Merchantday 03.05.2019 anmelden: http://www.merchantday.com/mrchd19/

▶ Frage an unsere Leser: Haben Sie auch am Merchantday teilgenommen? Welchen Input haben Sie aus der Konferenz mitnehmen können?

Kommentare
  • Steffen

    Bei den anderen Dingen kenne ich mich nicht so aus, aber dass die Produktfotografie super entscheidend sein kann, kann ich nur bestätigen. Je nachdem, was es natürlich ist, aber wenn das Objekt nicht ansehnlich auf den Fotos aussieht, will es auch keiner kaufen.

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