Google Medic Update – globales Core Update August 2018

Kamillo Kluth  Kamillo Kluth in Online Marketing am 16. August 2018

Medic Update ABAKUS

Seit Anfang August 2018 gibt es starke Rankingschwankungen bei Google. Grund dafür ist ein Core Update der Google Suche. Die Verluste und auch die Gewinne liegen oft bei 50% oder mehr. Was können Seitenbetreiber tun, was sollten sie lassen?

Das sogenannte „Medic Update“ von Google, das seit dem 1. August 2018 ausgerollt wird, wurde von Google’s Danny Sullivan bestätigt. Schon vor dieser Bestätigung gab es Beiträge in den einschlägigen Foren, dass Seiten aus den Bereichen Medizin, Gesundheit und Fitness zum Teil stark Sichtbarkeit eingebüßt haben.

Auf moz.com kann man lesen „Google confirmed a broad core algorithm update, with wide reports of massive impact.“ Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Auswertungen, u.a. von Sistrix‘ Johannes Beus.Massive impact“ heißt, dass es für einige stark nach oben ging, für andere stark nach unten. Verloren haben, laut Barry Schwartz von seroundtable.com, vor allem Medical-, Health- und Fitness-Seiten. Daher auch der Name „Medic Update“. Es wird auch von YMYL (Your Money, Your Life) gesprochen.  Dies sind u.a. Webseiten, auf denen finanzielle oder gesundheitliche Informationen gegeben werden, also einer gewissen Glaubwürdigkeit bedürfen.

Danny Sullivan schrieb auf Twitter, dass bei diesem Update dasselbe gilt, wie beim Google Update im März: Es gibt keinen „Fix“ für dieses Update. Es wird von „härter arbeiten“ gesprochen:„There’s no “fix” for pages that may perform less well other than to remain focused on building great content. Over time, it may be that your content may rise relative to other pages.“

„Great content“ heißt nicht viel Text. Barry Schwartz zeigte letzte Woche eine Auswertung aus Cora (seotoollab.com), die einen Hinweis auf die Gründe für die schwindende Sichtbarkeit gibt: Nach dieser Auswertung fehlen bei vielen Seiten, die verloren haben, die SEO Basics. Das sind die Keyword-Dichte und die entsprechenden Keywords in wichtigen HTML Tags wie Listen, in Links usw. Er schreibt allerdings auch, dass er nicht bescheinigen will, dass das die Lösung für entsprechende Rankingverluste ist.

Unsere Analysen zeigen, dass teilweise bei 80% von ehemals rankenden (Unter)Seiten die Suchbegriffe im Title und im Text fehlen. Die Basics müssen umgesetzt werden, um sie als mögliche Ursachen auszuschließen.

Als Seitenbetreiber sollte man sich Gedanken machen, was für die eigene Zielgruppe „great content“ bedeutet. Als Autoren müssen wir glaubhaft sein. Wie werde ich für meine Zielgruppe glaubhaft?

Im ABAKUS Forum schreibt Dominik83: „Wenn man Ärzte als Ghostwriter engagiert aber sie nicht auf der Seite benennt, kann Google auch nicht erkennen ob sie von einem Arzt geschrieben wurden.“ In diese Richtung gehen auch meine Gedanken. Reputation für den Autor, Glaubwürdigkeit bei den Usern. Gibt mir jemand einen Rat, sollte diese Person auch kompetent sein. Wenn Google das im Vorfeld für mich klärt, suche und klicke ich weitaus lieber.

Vor 3-4 Jahren, als noch Autorenbilder in den SERPs gezeigt wurden, hat Google schon mit Updates in diese Richtung gezielt. Google hat offen gezeigt, dass sie Personen kennen und Inhalte gerne zuordnen möchten. E-A-T (Expertise, Authoritativeness and Trustworthiness – „Kompetenz, Autorität und Vertrauenswürdigkeit“) werden auch in den aktualisierten Google Quality Rater Guidelines thematisiert. Nachtigall, ick hör dir trapsen.

Der Hinweis von Google, an den Inhalten zu arbeiten, ist sicher richtig. Vertrauenswürdigkeit – vor allem bei heiklen Themen, wie Gesundheit und Finanzen – wird immer wichtiger. Die Kategorietexte in Shops mit Autoreninformationen zu versehen wäre sicher etwas zu viel des Guten. Die dort gegebenen Informationen werden wohl nicht mein Leben verändern. Bei reinen Informationstexten, die den User am Anfang seiner Customer Journey erreichen sollen, ist es da hingegen mindestens einen Versuch wert. Dann aber richtig: Auszeichnung per rel=“author“, separates Autorenprofil, Referenzen auf anderen Portalen usw. Die Reputation des Autors muss gepflegt werden. Wir haben doch nichts zu verheimlichen, oder? 🙂

Update: Der Ansatz, die Reputation des Autors zu stärken, scheint zielführend. Es wird im Netz über die Google Panda Updates von 2011 ff gesprochen, in dessen Zusammenhang Google Fragen stellt, wie „Is this article written by an expert or enthusiast who knows the topic well …“ oder „Would you recognize this site as an authoritative source when mentioned by name?“. Es scheint also ein längerer Weg für die Verlierer des Medic Updates zu werden. Aber auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. (Link zur Panda Checkliste weiter unten.)

Und hier noch ein paar Punkte, damit das Medic Update Syndrom nicht so schmerzt bzw. schneller heilt:

Checkliste:

  • Reputation des Autoren verbessern
  • Authorship auf Sinnhaftigkeit prüfen und ggf. implementieren
    • Ist mein Inhalt Panda-save?
  • SEO Basics erledigen
  • Interne / externe Verlinkung optimieren

>> Wenn Sie diesen Artikel bis zum Ende gelesen haben, haben Sie evtl. selbst Bedarf. Tauschen Sie sich gerne hier in den Kommentaren mit Leidensgenossen und unseren Spezialisten aus!

 

Erklärungen

E-A-T & YMYL

Google Panda Update Guide

Quellen

Google Core Update im ABAKUs Forum

Barry Schwartz auf Search Engine Land (Zusammenfassung seiner Erkenntnisse)

Kamillo Kluth

Über Kamillo Kluth

Geschäftsleiter
Kamillo Kluth ist Geschäftsleiter der ABAKUS Internet Marketing GmbH und beschäftigt sich schon seit über 15 Jahren mit Suchmaschinenoptimierung. Als SEO der ersten Stunde hat er zahlreiche bekannte Unternehmen beraten und zu besseren Rankings verholfen. Er ist ein Experte für Nutzerpsychologie und die technischen Feinheiten des Google-Algorithmus. Kamillo Kluth ist außerdem ein gefragter Dozent und Fachautor.
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  • Domenic

    17.08.2018, 09:38 Uhr

    Hallo, für die Zusammenfassung vielen Dank.

    Unsere Domain wurde hart getroffen. Leider nicht nur in der Sichtbarkeit, sondern auch im tatsächlichen organischen Traffic.

    Ich habe eine Auswertung gemacht, wie es sich bei den Onpage-Basics verhält. Bei 80% unserer Verluste waren die Suchbegriffe nicht im Title und/oder im Content.

    ich verstehe das aber nicht. Das wäre doch ein Rückschritt. Es wurde lange darüber geredet, dass Google so gut ist im Erkennen von Zusammenhängen – Synonyme, Kookkurrenzen usw. Wenn ich Eiweiß schreibe muss doch der Zusammenhang mit Protein doch klar sein

    Und jetzt kommt’s: Bei der Prüfung der Verbesserungen zeigt sich, dass der jeweilige Suchbegriff bei gut 65% nicht im Title und nicht im Content auftaucht!

    Das ist nur eine Domain von vielen, aber aus meiner Sicht ist diese Cora Auswertung keine Hilfe. Der Ansatz mit den Autoren ist eventuell besser. Nur wird es bei den Kategoriebeschreibungen schwierig. Wer gibt seinen Namen dafür her? Und welchen User interessiert wer die Beschreibung verfasst hat?

  • Kamillo Kluth

    17.08.2018, 10:46 Uhr

    Hallo Domenic, vielen Dank für Deinen Kommentar.

    Im Moment sind wir ja alle mehr oder weniger im Unklaren.

    Der Ansatz bei den Basics ist einfach: Wenn es offene SEO Tasks gibt, sollten diese erledigt werden, um sie als Fehler ausschließen zu können. Das habe ich auch schon auf Facebook geschrieben. Ob Keyworddichte oder PageSpeed, wir brauchen eine solide Basis für eine zielführende Arbeit. Jaja, hätten wir mal früher dran gedacht.

    Fast jeder offene SEO Task kann auch die User Experience (UX) verbessern. Natürlich müssen die Ressourcen dafür vorhanden sein. Wenn das Budget beschränkt ist, muss entsprechend priorisiert werden. Wenn nichts geändert wird, wird sich nichts ändern.

    Verfolgen wir den Ansatz der Vertrauenswürdigkeit, haben wir einen etwas längeren Weg vor uns, als würden wir die Performance der Seite optimieren. Google hatte vor einigen Jahren schon versucht über die Einblendung der Autorenbilder diesen Weg der Vertrauenswürdigkeit zu beschreiten. Leider wurde es von SEOs überstrapaziert. Trotzdem kennt Google natürliche Personen, also Menschen (als Entitäten). Diese können auch einem Unternehmen zugeordnet werden.

    Seinerzeit hatten Firmen regelrecht Angst einzelne Autoren aufzubauen. Sie könnten ja das Unternehmen verlassen! Ich sehe das entspannt. Man darf nicht alles auf ein Pferd setzen. Und selbst wenn der Autor geht – die Inhalte bleiben erhalten. Das gewonnene Vertrauen besteht für die Domain weiter.

    Aus meiner Sicht profitiert auch eine Kategorieseite (um das Beispiel aufzugreifen) davon, wenn ein vertrauenswürdiger Autor eine Artikel auf einer anderen Unterseite der Domain veröffentlicht. Der Autor, als Entität, stärkt die Domain, als Entität.

    Was man im Einzelnen unternimmt, um mehr Vertrauen bei Google zu gewinnen, ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Letztendlich muss man seine eigenen Nutzer erreichen. Stichwort: Customer Journey & Bedarf beim Nutzer.

  • Domenic

    20.08.2018, 10:00 Uhr

    Wir haben die offenen Punkte in der Optimierung geprüft und das größte Potenzial liegt bei uns in der Ladezeit der Seite. Das gehen wir nun in kleinen Schritten an. Die Technik kann unabhängig von der Redaktion arbeiten.

    Ich bin gerade die Panda Checkliste überflogen. Unsere Domain ist ja bereits etabliert, aber bei den Autoren fangen wir quasi bei null an. Wir überlegen nun wieder Gastbeiträge mit nofollow Links zu schreiben. Ist das der richtige Weg?

  • Kamillo Kluth

    20.08.2018, 11:18 Uhr

    Gastbeiträge gehören in den Bereich Content Marketing. Die Strategie sollte gut überlegt sein. Wenn im Brainstorming der Begriff „Gastbeiträge“ fällt, kann man ihn erst einmal auf die Liste der Möglichkeiten setzen. Das Allheilmittel ist es sicher nicht.

    Wir erstellen auf Basis der Nutzerdaten unserer Kundendomains eine Content Marketing Strategie, die Traffic-Quellen diversifiziert. Das ist sehr individuell.

    Ziel muss immer die Stärkung der Domain zu sein. Stärkung der Domain heißt auch Stärkung der Marke. Also arbeiten wir an der Reputation des Autoren, stärken damit die Domain und so auch die Marke. Ich melde mich bei Ihnen.

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