Recap: Meet Magento 2017 – Tag 1

29. Mai 2017 von Philipp Ehring

“Offen für Jedermann” – mit diesem Motto startete die diesjährige Meet Magento 2017 Deutschland Konferenz in Leipzig.

9 Jahre nach dem Start gilt Magento mittlerweile als DIE erfolgreichste E-Commerce-Plattform der Welt. Nach und nach wurden weitere Märkte erschlossen („Go Global“), was die weltweite Verfügbarkeit kontinuierlich steigern soll. Zu den Konferenzen, die in 50 Ländern durchgeführt werden, erschienen im vergangenen Jahr 2016 mehr als 25.000 Teilnehmer – und wer hätte es gedacht? Den größten Anteil hatte die Konferenz im asiatischen Vietnam! Die Besucher sind aus den verschiedensten Branchen – natürlich Online Shops, die Magento für ihre Website nutzen – aber auch Agenturen wie ABAKUS.

Im Verlauf der diesjährigen Meet Magento DE warteten auf uns 32 Vorträge und Workshops am Montag und 22 Vorträge inkl. BarCamp am Dienstag. Da stets mehrere Veranstaltungen parallel stattfanden, hieß es nun, sich die Interessantesten und Hilfreichsten herauszusuchen.

Meet Magento 2017

Tag 1 (Montag, 22.05.2017)

Montag morgen im Leipziger Penta Hotel angekommen, warteten nach der Registrierung, Einführung und dem Produkt Portfolio (übrigens: im September 2017 erscheint die neue Magento 2.2 Version) in einem Zeitraum von 8 Stunden insgesamt 5 interessante Vorträge und 2 Workshops, jeweils zwischen 45 und 60 Minuten lang, auf uns. Ganz zu Beginn ein kleiner Wermutstropfen: es waren zu wenig Sitzplätze für den großen Ansturm an Teilnehmern vorhanden – naja, gönnen wir es Ihnen mal.

„Eine gute Desktop-Version ist besser als eine schlechte Mobile Website“

Für mich die absolute Kernaussage von Jan Sperlich, der im Namen des Unternehmens GRAVIS (bekannt als Nummer 1 im Bereich Apple-fokussierte Produkte in Deutschland und der EU) seinen Vortrag „Getrieben von neuen Funktionen und Schnittstellen – Der Handel im Omnichannel-Dilemma“ hielt. Der Online-Handel gewann und gewinnt im Laufe der Zeit mehr und mehr an Bedeutung und somit steigt auch die Relevanz einer guten und benutzerfreundlichen Website. Da Kunden zudem vermehrt mit dem Handy Bestellungen aufgeben, sollte eine gute Webseite möglichst für Mobilgeräte optimiert sein. Das Unternehmen GRAVIS arbeitete zunächst mit einer extra entwickelten App, die sich User auf ihr Handy/Tablet laden konnten. Aufgrund der jedoch eher geringen Nutzung sowie nicht zufriedenstellenden Handhabe dieser Applikation entschied man sich dazu, diese komplett vom Markt zu nehmen. Zum Übergang (Zeitraum: 1 Monat) wurde die Desktop-Version auch auf den Smartphones dem Kunden präsentiert – und man staune: die Conversion war höher als über die gesondert entwickelte App! Nachdem nun die Responsive Website bereitgestellt wurde, konnten diese Werte nochmals übertroffen werden. Nach 45 Minuten gingen wir also mit folgender Schlussfolgerung in Bezug auf die Conversion-Rate auf Mobilgeräten aus dem Konferenzsaal: App < Desktop-Version < Responsive Design!

Dynamische Preise für eine höhere Marge

Eher kurz fassen werde ich mich zum zweiten Referat von den Brüdern Jonas und Tobias Niebergall von der e3N-Internetagentur zum Thema „Professionalisierung durch Digitalisierung des E-Commerce Prozesse mit Magento“. Hier wurden Faktoren für eine gute Risikominimierung genannt, wie beispielsweise eine gute Planung im Vorfeld, passende Lösungskonzepte bei Konflikten oder die Planung und Dokumentation von Abhängigkeiten. Des Weiteren hoben die beiden Referenten die Wichtigkeit dynamischer Preise in den Vordergrund. Allgemein herrscht eine gestiegene Preistransparenz. Stetig sollte auf Preisanpassungen von Mitbewerbern geachtet werden. Der Trend der Preissensitivität des Kunden relativiert sich insgesamt.

Indem man als Shop nun auf die Preise, Verfügbarkeiten, den Service und die Bewertungen der Mitbewerber achtet und es schafft, seinen Shop mit variablen Kosten in den Vordergrund zu heben, kann nun die optimale Marge erzielt werden.

„Suche ist wichtig das wichtigste Feature im Online Shop“

Nach einer einstündigen Mittagspause mit lecker belegten Brötchen und Wraps ging es spezifischer in die Thematik SEO beim Referat von Dr. David Urbansky von der SEMKNOX GmbH zum Thema „Die Zukunft der Suche im E-Commerce“. Dr. Urbansky verbreitete zu Beginn die Grundannahme: „die Suche sei ein Problem!“ Um welche Probleme es sich dabei im Genauen handelt, habe ich nachstehend zusammengefasst:

1.    Namen/Modellnummer suchen (betrifft verschiedenen Formulierungen, wie z.B. „Galaxy s6“ vs. „Samsung s6“)
2.    Kategorien (Synonyme wie „Fön“ vs. „Haartrockner“)
3.    Abkürzungen und Einheiten (zoll, in, ´´, cm)
4.    Autocomplete (nützliche Vorschläge bringen, Navigation mit dem Keyboard erlauben)
5.    Query Intent Support
5.1.    Generische Anfragen („Notebooks“)
5.2.    Konkrete Produktanfragen („Lenovo Thinkpad t420“)
5.3.    Nicht-Produkt Anfragen („Lieferkosten“)
5.4.    Merkmalsanfragen („Laptop 8 GB Ram“)
5.5.    Weiche Anfragen („kleines Notebook“)
5.6.    Kompatibilitätsanfragen („Hülle für Galaxy s6“)
5.7.    Subjektive Anfragen („hübsche Schuhe“)
5.8.    Bereichsanfragen („Handy zwischen 100 und 200 Euro“)
5.9.    Sortieranfragen („günstiges Tablet“)
5.10.    Gemischte Anfragen („blaue Uhr, wasserdicht bis 100 Meter bis 200 Euro“)
6.    Facettierte Suche
7.    Rechtschreibkorrektur (hohe Erwartungshaltung durch Google)
8.    Transparenz (Verhindern des „Häh?“ Effekts)
9.    Performance (Geschwindigkeit des Shops ist immens wichtig)

Auch ein Blick in die Zukunft wurde uns noch geboten. So werden aller Voraussicht nach Chatbots mehr und mehr an Relevanz gewinnen. Zudem wird die Suche über mobile Geräte stetig zunehmen, genauso wie die natürlichsprachige Suche über beispielsweise Google Home, Alexa oder Echo. Welche Fragen weiterhin für ein gutes Ranking in den Suchergebnissen nicht außen vorgelassen werden sollten, kann der folgenden Abbildung entnommen werden:

Die Webseite muss für den User und nicht für die Suchmaschine gebaut sein!

Beim Vortrag von Mario Jung von ReachX mit dem Titel „10 Tipps, wie Du die Nutzerzufriedenheit in Deinem Onlineshop verbesserst“ wurde das Thema SEO nun komplett in den Vordergrund gestellt. Die Kernaussage hier war glasklar: Die Nutzerzufriedenheit nimmt einen mehr und mehr steigenden Einfluss auf die Rankings einer Website. Jedoch ist es für Webseiten-Betreiber nicht mit einer einmaligen Optimierung erledigt – aufgrund der kontinuierlich auftretenden Google-Updates müssen Internetseiten immer wieder aktualisiert und angepasst werden. Dadurch kann als direkter Faktor mehr Umsatz und als indirekter Faktor zunächst mehr Traffic und dadurch ebenfalls wieder mehr Umsatz generiert werden.

Mario Jung stellte uns nun im Rahmen der Meet Magento 2017 seine 10 wichtigsten Faktoren vor:

1.    Biete dem Kunden das, was er erwartet (Logo links oben, Suche in der Mitte, Warenkorb rechts oben)
2.    Produktfilter und erweiterte Suche anbieten
3.    Chatbot (wahlweise mit einer Person, die Live dahinter sitzt oder einer automatisierten Antwort mit der Bitte um Rückruf bzw. Angabe der E-Mail-Adresse)
4.    Ladezeit so gering wie möglich halten
5.    Nicht an aussagekräftigen und individuellen Bildern sparen
6.    Professionelle Produktvideos stellen einen zukünftigen Trend dar
7.    Linkbuilding bringt einen erhöhten Traffic
8.    Arbeite mit Screaming-Tools
9.    Nie aufhören zu testen! (A/B-Tests d. R.)
10.  Frage andere (Was gefällt dir besonders gut an den Seiten der Wettbewerber? Was gefällt dir nicht an unserem Shop? Kritik zulassen, akzeptieren und nutzen!)

Dank seiner sehr guten Vortragsweise und dem stetigen Einbeziehen der Zuhörer gelang es Mario Jung, eine allgemeine Begeisterung im Raum herzustellen. Die Stunde verging wie im Flug und Zeit für eine Vielzahl an Fragen blieb so (leider) kaum noch übrig.

KEINE personenbezogenen Daten verwenden!

Das vorletzte Referat des Tages war keine leichte Kost. Michael Stefan, seines Zeichens erfahrener Jurist, sprach über die „Europäische Datenschutzverordnung“. Ein Vortrag, dessen Präsentation aus einer Aneinanderreihung von Paragraphen bestand. Da hier der Inhalt überall im Netz eingesehen werden kann, fasse ich mich kurz. Als aktuellster Aspekt sollte jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass voraussichtlich noch im Mai 2017 eine neue Gesetzesgrundlage veröffentlicht wird. Diese wird die Inhalte der aktuellen Datenschutzverordnung in einigen Punkten verändern. Es ist davon auszugehen, dass mögliche Einwilligungs-Formulare nochmals ausführlicher und komplexer gestaltet sein werden. Wir leben halt in Deutschland. ;-)

I want my money. Now!

Der Titel des letzten Referats am Montagabend von Thomas Ficht (IDEALO) ist so aussagekräftig wie wichtig zugleich. Bei der Wahl der angebotenen Bezahlsysteme gilt es für Online Shops folgende Faktoren zu berücksichtigen:

•    Liquidität & Wertschöpfung
•    Risiken
•    Kosten
•    Akzeptanz

Mein Fazit zu Tag 1 der Meet Magento 2017

Nach 8 Stunden Sitzen und aufmerksamen Zuhören war dann der erste Tag der diesjährigen Meet Magento 2017 DE Konferenz beendet. Für einige ging es noch zur abendlichen Aftershow-Party auf ein kühles Getränk und weitere interessante Gespräche. Für mich hieß es: ab zum Bahnhof und mit dem Zug zurück in die Stadt der Bundesliga-Aufsteiger, Hannover. Ein Tag mit vielen lehrreichen Vorträgen ging zu Ende.

Mein Kollege Michael hat übrigens den zweiten Konferenz-Tag besucht. Ich bin gespannt, was ihn dort erwartet hat… Auch er wird seine Eindrücke vom Tag in einem Recap wiedergeben.

 

 

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