Die besten CMS für SEO

Marcel Sarman  Marcel Sarman in OnPage SEO am 12. Mai 2022

Ein Content-Management-System (CMS) ermöglicht es jedem User, auch ohne HTML-Kenntnisse, Inhalte auf Webseiten zu verändern. Mittlerweile gibt es sehr viele dieser Systeme, die sich in den technischen Feinheiten unterscheiden. Nur wenige Websitebetreiber verzichten auf die Arbeitserleichterung durch ein CMS. Welches CMS für SEO?

Bei Baukastensystemen haben Sie als User nicht die Möglichkeiten, bestimmte Einstellungen zu verändern, sie werden an dieser Stelle daher nicht betrachtet.

Grundsätzlich unterscheiden Fachleute zwischen Frontend und Backend. Der für alle User im Internet sichtbare Teil wird Frontend genannt. Während das passwortgeschützte Backend nur für Redakteure und Administratoren zugänglich ist. Hier nehmen Sie wichtige Konfigurationen vor, laden Fotos hoch und schreiben Texte.

Gute Positionen im Google Keyword Ranking sichern Ihre Wettbewerbsposition. Die Content-Management-Systeme bieten Ihnen dabei unterschiedliche Voraussetzungen für Ihren SEO-Erfolg. Dabei stellen sich folgende Fragen: Sind wichtige SEO-Einstellungen festlegbar? Wie einfach bzw. schwer sind diese Änderungen möglich? Welches Content Management System ist gut für Suchmaschinenoptimierung geeignet? Wo liegen die Unterschiede? Worauf müssen Sie besonders achten?

Inhalt

Kriterien für ein gutes CMS (aus SEO Sicht)

Schnelle Ladezeit

Bei längeren Ladezeiten riskieren Sie, dass Besucher Ihre Seite schnell wieder verlassen. Installieren Sie ein CMS, aktivieren Sie eine Designvorlage und untersuchen Sie dann den Quellcode Ihrer Seite. Achten Sie besonders darauf, welche Skripte im Header geladen werden und welchen Zweck sie erfüllen. Laden Sie möglichst wenige externe Dateien. Oft sind die geladenen Skripte (JavaScript) für die Funktion Ihrer Website nicht erforderlich und verlängern lediglich die Ladezeit. Löschen Sie diese überflüssigen Elemente.

Emojis im WordPress Header
Quellcode WordPress head-Bereich
WordPress lädt in der Standardinstallation den Code zur Erstellung von Emojis. Wenn Sie keine Emojis brauchen, dann deaktivieren Sie diese Funktion und beschleunigen so Ihre Seite. Wählen Sie die Variante ohne Plugin und achten Sie auch grundsätzlich darauf, nur benötigte Plugins zu installieren.

Wählen Sie Designvorlagen (Themes) aus, die Ihre Ladezeit nicht unnötig verlängern. Diese Vorlagen bestimmen maßgeblich, wie schnell oder langsam die Seite lädt. Grundsätzlich haben dabei weit verbreite Content-Management-Systeme mehr dieser optimierten Designvorlagen zur Auswahl.

Das Search Engine Journal hat für WordPress im Detail zusammengestellt, wie Sie ein SEO geeignetes Theme finden.

Die Ladezeit hängt mehr vom aktivierten Theme als vom CMS ab. Auch bekannte CMS (WordPress, TYPO3) können bei nicht optimierter Programmierung und vielen externen Dateien sehr langsam sein.

Suchmaschinenfreundliche URLs

Sprechende URLs enthalten

  • keine unverständlichen Zeichen
  • sind für User formuliert
  • und für Suchmaschinen optimiert.

Wandeln Sie unverständliche URLs wie https://meine-neue-seite.de/?p=8015 in aussagekräftige URLs wie https://meine-neue-seite.de/webdesign-dienstleistungen um.

In guten Systemen ist dies ohne großen Aufwand möglich. Suchmaschinenfreundliche URLs lassen Rückschlüsse auf den Inhalt zu und erleichtern den Suchmaschinen-Crawlern die Arbeit.

Ausreichende Interne Verlinkung

Interne Links tragen maßgeblich zum Erfolg Ihrer Website bei. Sie unterstützen Suchmaschinenrobots beim Auffinden Ihrer Inhalte. Dabei gilt: Alle Unterseiten sollten durch Verlinkungen mit möglichst wenig Klicks erreichbar sein. Diese geringe Klicktiefe stärkt die Rankings Ihrer Unterseiten.

Neben der manuellen Setzung der internen Links, bieten einige CMS Systeme auch die Automatisierung bzw. Erleichterung dieses Prozesses. Ein typisches Beispiel sind die verwandte Beiträge, die Sie in einigen Systemen hinzufügen können. In WordPress gibt es die „verlinke auf bestehend Inhalte“ Funktion. Hier suchen Sie nach den passenden Unterseiten für interne Verlinkungen.

Verlinke auf bestehende Inhalte - WordPress

Steuerung der Metatags

Stellen Sie sicher, dass Sie in Ihrem CMS Zugriff auf die Metatags der einzelnen Unterseiten haben. Durch Veränderung der Titles oder der Meta-Descriptions optimieren Sie Ihre Seite, ermöglichen bessere Rankings und verändern die Darstellung Ihrer Seite in den SERPs. Versehen Sie jede Unterseite mit einzigartigen Metatags und verzichten Sie auf Systeme, die diese Möglichkeit nicht bereithalten.

Viele CMS kontrollieren die Zeichenlänge Ihrer Title und Descriptions und bieten wie in einem SERP Snippet Generator eine Livevorschau Ihrer SERPs.

Überschriften bzw. Textformatierungen

Im Backend Ihres CMS sollten Sie Überschriften und Textformatierungen problemlos durchführen können. Eine korrekte Überschriftenhierarchie und die passende HTML-Formatierung Ihrer Texte sind für eine gelungene Suchmaschinenoptimierung unverzichtbar. Testen Sie daher unbedingt, ob Sie mit dem jeweiligen Editor zurechtkommen und ob das Einfügen aller wichtigen HTML-Elemente (Überschriften, Listen, Tabellen, Fettungen …) möglich ist.

Bild-Optimierung

Ein gutes CMS bietet die Möglichkeit die Grafiken mit einem Alt-Tag zu versehen und sie somit für Suchmaschinen besser lesbar zu machen. Außerdem ist es wichtig, den Grafiken sinnvolle Dateinamen zu geben. Erklärende und eindeutige Dateinamen erweisen sich bei der Suchmaschinenoptimierung als vorteilhaft. Auch die Bildgröße spielt eine entscheidende Rolle, um die Ladezeit zu verringern. Viele CMS bieten zur Reduzierung der Dateigröße Erweiterungen an.

Weiterleitungen

301-Redirects leiten den Traffic und den Linkjuice weiter, wenn sich die URL einer Domain ändert. Für SEO haben sie somit eine große Bedeutung und sollten in einem CMS einfach durchführbar sein.

Einfache Integration von strukturierten Daten

Strukturierte Daten erleichtern den Suchmaschinen das Verständnis Ihrer Inhalte und sind für viele Webseiten unverzichtbar. Die meisten Systeme bieten Funktionen, um diese Daten problemlos zu integrieren. Mit schema.org Markup verbessern Sie Lesbarkeit Ihrer Website für Suchmaschinen und erleichtern den Usern das Auffinden der gesuchten Inhalte.

Welche SEO-Einstellungen sind für ein CMS wichtig?

Onpage SEO-Funktionen Kontrolle über Crawling/Indexing Technisches SEO
Metadaten einfügbar no-index einstellbar strukturierte Daten integrierbar
Texte formatierbar (H1 bis H6, Listen, Tabellen) Sitemaps
Canonical Tags einfügbar

Von unseren Kunden/Interessenten genutzte Content- Management-Systeme

Unser Kunden bzw. Interessenten nutzen folgende Content-Management-Systeme:
Nutzungsstatistiken CMS für SEO
Sonstige: 4%
Welches CMS nutzen ABAKUS Kunden / Interessenten?

Shopsysteme werden in der Statistik nicht berücksichtigt. TYPO3 hat hier einen sehr hohen Marktanteil, es ist besonders als Enterprise CMS geeignet und kommt bei mittelständischen bzw. großen Unternehmen zum Einsatz, die einen großen Teil der Kunden/Interessenten ausmachen.

Im Folgenden beschreibe ich die SEO-Eigenschaften, der drei von unseren Kunden am häufigsten genutzten Systeme (WordPress, Joomla, TYPO3).

WordPress

WordPress besticht durch seine große Verbreitung und viele verfügbare Plugins. Außerdem gilt das System als leicht installier- und anpassbar. Es gibt eine große Auswahl an Themes und bei Fragen helfen die zahlreichen engagierten Anwender in Foren gerne weiter.

Für WordPress stehen viele hochwertige Themes und Plugins zur Verfügung, einige sind aber auch nachlässig programmiert und beeinträchtigen die Performance Ihrer Seite.  Die große Auswahl führt oft dazu, überflüssige Plugins zu installieren, die keinen großen Mehrwert bieten und die Seite verlangsamen. Wählen Sie daher unbedingt sorgfältig die richtigen Plugins oder Themes aus.

Das Yoast SEO Plugin erweitert WordPress um wichtige SEO-Funktionen. Das Plugin beeinträchtigt die Ladezeit nicht und ist leicht zu bedienen. Nach der Installation verfügen Sie über die Möglichkeit, die Metadaten zu ändern oder einzelne Seiten durch no-index aus der Indexierung zu nehmen. Außerdem fügt Yoast automatisch strukturierte Daten zu Ihren Seiten hinzu, erlaubt Änderungen in der robots.txt und ermöglicht das Hinzufügen eines Canonical-Tags. Die Installation diese Plugins vereinfacht somit die Konfiguration der wichtigsten SEO-Einstellungen.

Yoast SEO Plugin – Grundeinstellungen

Unter SEO – Werkzeuge – Datei-Editor, erhalten Sie direkten Zugriff auf die .htaccess Datei und richten dort Ihre benötigten 301-Weiterleitungen ein oder ändern die robots.txt.

Yoast SEO Plugin – Datei-Editor

Bild-Optimierung: Gehen Sie direkt nach dem Hochladen auf Alternativer Text und fügen Sie einen alt-Tag für das gerade hochgeladene Bild hinzu.

Alt-Tag in WordPress

Durch die Permalinks oberhalb jedes Beitrags/jeder Seite haben Sie außerdem die Möglichkeit direkt in WordPress, eine suchmaschinenfreundliche URL einzustellen.
Permalinks in WordPress

Viele Plugins und Themes erleichtern SEOs die Arbeit mit WordPress. Die Bedienung des Systems ist denkbar einfach. Außerdem sind mit Yoast wichtige SEO-Konfigurationen problemlos durchführbar.

TYPO3

TYPO3 zeichnet sich durch sein ausgeklügeltes Rechtesysteme aus und eignet sich besonders für Firmen mit vielen Redakteuren. Die Verwaltung mehrsprachiger Inhalte ist in TYPO3 besonders einfach. Das System kommt tendenziell mit weniger Plugins/Extensions aus und bietet hohe Sicherheitsstandards. Das Einfügen bzw. Ändern von Inhalten ist allerdings etwas komplizierter.

Schon ohne zusätzliche Extensions haben Sie in TYPO3 viele Möglichkeiten. Der Typo3 Editor ermöglicht das problemlose Einfügen von Überschriften, Listen, Tabellen und sonstigen HTML-Elementen.

Klicken Sie auf das Seiteneigenschaften bearbeiten Symbol und ändern Sie die SEO-Einstellungen Ihrer Seite.

Legen Sie hier den

  • Titel für Suchmaschinen
  • die Meta-Beschreibung
  • den Kanonischen Link
  • und die Sitemap

fest.

TYPO 3 – SEO Einstellungen

Gehen Sie unter Datei – Dateiliste auf den fileadmin-Bereich und ändern Sie durch Klick  auf das Stift-Icon die Metadaten der entsprechender Grafiken.

TYPO3 Metadaten dieser Datei bearbeiten - Screenshot
Alt-Tag hinzufügen in TYPO3

Seit der Version 9 erzeugt das System standardmäßig suchmaschinenfreundliche URLs. Durch URL-Segmente im Bereich Seiteneigenschaften – Allgemein führen Sie die entsprechenden Änderungen an der URL durch. Das komplexe TYPO3-Routing macht zahlreiche Einstellungen möglich.

Weiterleitungen Typo3
Gehen Sie auf Weiterleitungen auf der linken Seite, um Ihre Redirects einzurichten. Hier haben Sie eine große Auswahl an verschiedenen Redirect-Einstellungen, um Ihre Weiterleitungen bequem zu verwalten.

Das komplexe System bietet zahlreiche Möglichkeiten. Im Hinblick auf SEO sind keine Mängel zu erkennen, allerdings sind Inhalte nicht so einfach zu verändern wie in WordPress und auch die Entwicklung gestaltet sich durch die eigene Programmiersprache Typoscript etwas komplizierter. TYPO3 ist besonders für große Unternehmen eine gute Alternative.

Joomla

In der Joomla Standardinstallation gibt es die Möglichkeit, den Title und die Meta-Description direkt festzulegen. Den Titel legen Sie links oberhalb des Inhalts fest, für die Metabeschreibung müssen Sie zum Punkt Veröffentlichung navigieren. Hier besteht unter Robots außerdem die Möglichkeit, die Seite aus dem Index zu entfernen.

Metadaten in Joomla

Beim Einfügen eines Bildes fügen Sie direkt den wichtigen Alt-Tag hinzu und das Bild wird standardmäßig per lazyload eingebunden.  Das Laden erfolgt dann nicht beim Seitenaufruf, sondern erst, wenn der User bis zum Bild scrollt. So sparen Sie wertvolle Ressourcen. Nutzen Sie lazyload nicht für Bilder, die Above the Fold (also ohne Scrollen) angezeigt werden. Ansonsten gibt es Probleme mit den  Core Web Vitals genauer gesagt beim Largest Contentful Paint (LCP).

Bild einfügen in Joomla

Unter System-Einstellungen-Konfiguration stellen Sie Suchmaschinen-freundliche URLs ein.

Suchmaschinen-freundliche URLs Joomla

Grundlegende Funktionen zur Suchmaschinenoptimierung sind in Joomla also bereits in der Standardinstallation vorhanden. Joomla eignet sich eher für kleine Websites und weist keine SEO-Mängel auf.

Fazit

Ein gutes CMS zeichnet sich dadurch aus, dass alle wichtigen SEO-Einstellungen problemlos im Backend konfigurierbar sind. Wählen Sie eine schnell ladende Designvorlage, bereinigen Sie Ihren Quellcode, sorgen Sie für eine gute interne Verlinkung und schreiben Sie interessante Inhalte. Ein professionelles CMS bildet dann die Grundlage für Ihren SEO-Erfolg.

Bei ABAKUS verfügen wir über umfangreiche Erfahrungen mit verschiedenen Content-Management-Systemen. Wir kommen auch mit seltenen CMS und Eigenentwicklungen zurecht. Kontaktieren Sie uns, falls Sie Unterstützung benötigen.

 




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Marcel Sarman

Über Marcel Sarman

IT-Abteilung

Marcel Sarman betreut die ABAKUS Website und entwickelt sie weiter. Er ist unser Experte für HTML5, CSS3 und WordPress und schreibt Beiträge für unsere Seite.
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