Podcast SEO 2019 (Audios für Google optimieren)

Georg May  Georg May in Online Marketing am 2. Oktober 2019

Schon mal über einen eigenen Podcast nachgedacht? Podcasts erfahren seit einigen Jahren einen ungeahnten Aufschwung. Technik, Lifestyle, Sport, Kunst, Business, Politik, Marketing – die Themen sind kaum mehr überschaubar. Überall in Deutschland produzieren Laien, professionelle Anbieter und Medienhäuser immer mehr und neue Podcasts. Aber der Podcast-Markt ist immer noch am Anfang und es lohnt sich jetzt einzusteigen. Wir fragen nach den Ursachen des Booms, werfen einen Blick auf die Podcast-Szene, geben Tipps für den Einstieg in die Podcast-Produktion und widmen uns den SEO-Themen Podcast-Verbreitung und Podcasts in Suchmaschinen.

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Was ist eigentlich ein Podcast?

Ein Podcast bezeichnet Audio- oder auch Video-Dateien, die Online im Netz zur Verfügung gestellt werden. Ein Podcast besteht oft aus einer Reihe von Episoden, die in einem bestimmten Rhythmus veröffentlicht werden. Das Wort setzt sich aus Portable On Demand, als Begriff bekennt geworden durch den iPod, und Broadcasting zusammen – es geht also um einen tragbaren Medieninhalt, der verbreitet wird.

Der große Vorteil ist, dass man einen Podcast abonnieren kann und dann an neue Folgen erinnert wird, ohne eine spezielle Seite im Internet aufsuchen zu müssen. Ein Podcast lässt sich in der Regel über einen Feed – in der Regel RSS (Rich Site Summary bzw. Really Simple Syndication) abonnieren. Diese Feeds stellen Inhalte in maschinenlesbarer Form – einer sogenannten XML-Datei – zur Verfügung (nur der reine Inhalt, kein Layout – man spricht auch von strukturierten Daten). Andere Feed-Formate sind Atom oder OPML.

Feeds lassen sich über Browsererweiterungen, Webdienste wie z.B. Feedly, Mailprogramme wie Outlook oder Thunderbird, Apps, Feedreader oder Aggregatoren abonnieren (s.u.). Diese Programme suchen dann in regelmäßigen Abständen nach Aktualisierungen im Feed, d.h. neuen Podcast-Episoden.

Unser SEO-Tipp: Google liebt strukturierte Daten, wie z.B. RSS-Feeds für Podcasts. In einer Anleitung auf developers.google.com ist beschrieben, wie die Daten strukturiert sein müssen, damit ganze Podcasts und einzelne Folgen in Google Podcasts dargestellt werden.

Entwicklung der Podcast-Nutzung

Die größte Plattform für die Verbreitung von Podcasts ist der Apple-Musikdienst iTunes. 2001 gegründet, startete iTunes 2005 mit speziellen Podcast-Funktionen. Bis heute ist iTunes der größte Podcastanbieter, auch wenn mit Spotify, Deezer, Soundcloud, Podcast.de u.a. die Verbreitungswege  immer vielfältiger werden.

Aktuell sind 525.000 aktive Shows über iTunes erreichbar, die insgesamt 18,5 Millionen einzelne Episoden anbieten. Inhalte werden in über 100 Sprachen angeboten und sind in 155 Ländern weltweit erreichbar. 2014 konnte Apple 7 Milliarden Downloads verzeichnen, 2016 bereits 10,5 Milliarden. Bis März 2018 sprang die Zahl auf insgesamt 50 Milliarden Episoden-Downloads und Streams, was zeigt, dass das Podcast-Segment noch deutlich am Wachsen ist.

Auch die Spot on Podcast Studie des Radio-Werbevermarkters ASS legt nahe, dass das Podcast-Wachstum seinen Höhepunkt erst noch erreichen wird. Audio kann inzwischen auf allen Geräten genutzt werden, die einen Audioausgang haben. Das ist der Vorteil von Audio gegenüber Video. 31% der 14-29jährigen, 40% der 30-49jährigen und noch 29% der Gruppe 50+ hören Podcasts. 73% tun das auf dem Smartphone, dessen hohe Marktdurchdringung den Siegeszug des Podcasts befördert. Podcasts werden lt. Studie größtenteils unterwegs oder auch parallel zu anderen Tätigkeiten, wie beispielsweise Haushaltsarbeiten, konsumiert. 88% der Nicht-Hörer haben noch nie einen Podcast gehört, aber wer den Einstieg einmal geschafft hat, bleibt dabei, da die Bedienung einfach ist und die Neugierde durch die Feeds immer wieder geweckt wird.

Infografik Podcast Hörer nach Altersgruppen

Auch die ARD/ZDF-Online-Studie belegt, dass Audioformate On Demand immer attraktiver werden und besonders von jungen Menschen deutlich zunehmend genutzt werden. Hinzu kommt die wachsende Nutzung der Sprachassistenzsysteme, wie Alexa, Siri und Cortana, die 33% der Befragten schon einmal benutzt haben. Podcast Hörer sind gut gebildete Besserverdiener und  laut Podcast-Umfrage der OMR-Podstars für Werbeeinblendungen empfänglich. Die Conversion-Rate ist z.T. hoch, jeder vierte Business-Podcast-Hörer hat im Anschluss bereits einen Kauf getätigt. Die aktuellste Studie von YouGov „6 Schritte zum erfolgreichen Podcast“ kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Firmen tun also gut daran, sich mit der Podcast-Produktion zu beschäftigen.

Unser SEO-Tipp: Für 55% der Podcast-Nutzer ist das Smartphone das Gerät ihrer Wahl. Erfolgreiche Podcast-Angebote müssen deshalb für Mobilgeräte optimiert sein.

Wie kann ich Podcasts hören?

Podcasts werden am liebsten Zuhause auf dem Sofa oder im Bett gehört. Business-Podcasts auf Reisewegen. Die beliebteste Länge liegt zwischen 15 und 35 Minuten. Für Podcasts gibt es spezielle Feed Reader, sogenannte Podcasting-Clients oder Podcatcher. Denn im Unterschied zum klassischen Text-Feedreader erlauben diese beispielsweise auch den automatischen Download der abonnierten Podcast-Feeds, also der Audiodateien. Bekannte Clients sind – allen voran – iTunes, Spotify, gPodder, Miro oder Deezer. Die heutigen Smartphones verfügen bereits über vorinstallierte Podcast-Apps, die für iPhones und Androidgeräte unterschiedlich sind, wobei es zahlreiche Alternativen mit unterschiedlichen Zusatzfunktionen gibt. Auch die Smart Speaker reagieren auf die Nachfrage und bieten Podcast-Streaming an. Bei Amazons Alexa muss man z.B. im Menü ‚Skills und Spiele‘ zunächst den gewünschten Podcast suchen und ‚Zur Verwendung aktivieren‘. Dann heißt es „Alexa, starte den Podcast Soundso“. Das Handling wird hier sicher in naher Zukunft noch einfacher. Denn auch Google hat den Podcast-Boom bemerkt und investiert derzeit massiv in die Darstellung von Podcasts in den SERPs und in die eigene App Google Podcasts.

Podcatcher Logos

Unser SEO-Tipp: Spotify und YouTube sind die beliebtesten Plattformen für den Podcast-Stream. Die Jüngeren bevorzugen Spotify, mit zunehmenden Alter überwiegt YouTube. Die SEO-Optimierung für Youtube hat ABAKUS in einem aktuellen Blog-Beitrag beschrieben. Abgesehen vom Standbild statt Bewegtbild gilt das Vorgehen für Podcast genauso.

Die erfolgreichsten Podcasts 2019

Mit Jan Böhmermann und Olli Schulz ging die Podcastwelle in Deutschland so richtig los. Die beiden plauderten auf dem Radiosender radio1 vom rbb unter dem Namen „Sanft und Sorgfältig“. Der Radiosender stellte die Sendungen nach Ausstrahlung in der Mediathek bereit. Das war der Start für die große, kommerzielle, deutsche Podcast-Industrie, die auf einmal das Potential der Podcast-Vermarktung erkannte. Der Nachfolge-Podcast Fest und Flauschig gilt bis heute als erfolgreichster Podcast aller Zeiten.

Fest und Flauschig

Zugleich wurde die Technik und die Software immer besser und günstiger und so wollten auf einmal viele Menschen ihren eigenen Podcast publizieren. Die neue Unübersichtlichkeit braucht Orientierungshilfen und so findet man inzwischen dutzende von Podcast-Charts, wie z.B.Chartable, die für Spotify Chartable, die für Spotify und iTunes täglich angepasste Podcast-Charts herausgeben. Viele kuratierte Listen laden ein zum Stöbern und Entdecken,.

Unser SEO-Tipp: Podcaster sind erfolgreich, wenn sie ihre Zielgruppe genau kennen, ansprechen und auf sie optimieren. 18-30jährige hören Podcasts vorrangig zur Unterhaltung und zur Bildung. Ab 30 Jahren überwiegt der Wunsch nach aktuellen Informationen, der mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird. Quelle: YouGov-Studie (s.o.).

Podcasts selber machen

Auch wenn es jetzt schon in den Fingern kribbeln mag – ein paar Gedanken zum eigenen Podcast-Konzept sollte man sich unbedingt vorher machen. Denn der Einsatz soll nicht ungehört verpuffen, weil z.B. die Zielgruppe zu unklar ist. Wichtig sind Antworten auf diese Fragen:

  • Was haben die Hörer von meinem Podcast – was ist der Mehrwert?
  • Wer soll meinen Podcast hören – welche Zielgruppe habe ich im Blick?
  • Was ist mein Ziel mit dem Podcast – z.B. Reichweite, Ranking, Conversion, Bildung?
  • Wie oft soll mein Podcast erscheinen und wie lang soll er sein – was schaffe ich, was will meine Zielgruppe?

Wenn diese Fragen geklärt sind, kann man sich Gedanken über eine qualitativ ansprechende und zugleich zeiteffiziente Produktion machen:

  1. Wenn man den Inhalt für eine Podcast-Episode jeweils individuell neu plant, wird das Ergebnis informativ und perfekt auf die Möglichkeiten von Audio zugeschnitten sein. Man sollte dazu immer eine gute Zusammenfassung und wenn möglich ein Transkript erstellen. Das ist Service für die Hörer und für die Google-Suchmaschine, die erst langsam Podcast verstehen lernt.
  2. Wenn man einen guten Blog hat, kann man auch beginnen, diesen zu vertonen. Das ist eine schnelle Umsetzungs-Möglichkeit, denn man kann so einen Content direkt in zwei Medien packen. Die Gefahr ist allerdings, dass der Podcast zu abgelesen klingt. Evtl. muss hier und da der Text lesefreundlich angepasst werden.
  3. Beliebt sind Interviewgäste und Zweier-Talks mit einem Co-Host an Bord. Sobald jemand mit einer Expertise dabei ist, wird der Blog stimmlich abwechslungsreicher und inhaltlich oft glaubwürdiger. Die Vorbereitung eines solchen Gesprächs darf man aber auch nicht unterschätzen.

Eine Mischung aller drei Varianten kann für einen Podcast auch ein guter Weg sein, wenn es gelingt, die Wiedererkennbarkeit auch ohne eine bestimmte Form herzustellen – schließlich fördert ein Podcast auch immer das Branding. Die Podcast-Episoden sollten mit Nummern versehen werden. Das erleichtert den Hörern den Überblick. Der erste Podcast ist nicht die Nr. 1 sondern Nr. 0. Er beantwortet die oben gestellten Fragen für die zukünftigen Nutzer und gibt in der Regel einen Überblick über die geplanten Themen der ersten Folgen.

Eine gute Zusammenfassung, worauf man bei der Produktion sonst noch achten sollte, bietet der Podcast Onlinestadt Hannover in seiner Folge Podcasten leicht gemacht. Während des IDN Blvd 2019 unter dem Titel ‚Wir müssen reden‘ haben sich die beiden Macher mit der Stimmtrainerin Jutta Talley über das richtige Sprechen, gute Vorbereitung, Zielgruppen-Ansprache u.a. unterhalten.

Unser SEO-Tipp: Ein Podcast kann einen Blog begleiten oder ein Blog einen Podcast.  Auf jeden Fall gehören beide Medien eng zusammen und damit steht für die Suchmaschinenoptimierung auch immer die ganze Bandbreite der On- und Offpage-Optimierung zur Verfügung. Mit der besser werdenden Erkennung von Audioinhalten werden sich neue SEO-Möglichkeiten speziell für Podcasts entwickeln. Deshalb immer schön deutlich sprechen!

Onlinestadt Thorwald Erbslöh Jan-HendrikDiedericht Stimmtrainerin Jutta
Onlinestadt-Podcaster Thorwald Erbslöh (links) & Jan-Hendrik Diederich mit Stimmtrainerin Jutta Talley

Die richtige Technik für Aufnahme und Bearbeitung

Die gute Nachricht: Man braucht kein vollausgestattetes Tonstudio, um mit einem Podcast loszulegen. Ein

  • gutes Mikrophon
  • ein schallschluckender Raum
  • eine ruhige Umgebung
  • und die richtige Audiosoftware

benötigen nicht unbedingt ein großes Budget. Als Aufnahme-Mikrophon eignen sich z.B. gute Headsets (auf Tonqualität achten) oder sog. Lavaliermikrophone (Ansteckmikrophone für Smartphones). Viele Podcaster benutzen hier das Rode Podcaster, das allerdings einen zusätzlichen Ständer oder Mikrofonhalter braucht. Klein, mobil und flexibel ist auch das Zoom H2N, das ideal ist für unterwegs. Als Zubehör empfiehlt sich ein Wind- oder Popschutz, ein Notenständer für Manuskripte und ggf. eine Mikrofonspinne, die Nebengeräusche durch Erschütterungen minimiert.

ZoomH2N
Aufnahmegerät Zoom H2N mit Popschutz, SD-Card und Transporthülle

Interviews kann man natürlich auf herkömmliche Art und Weise per Mikrofon aufnehmen, wenn man mit seinem Interviewpartner an einem Ort ist. Aufnahmen mit Skype o.ä. haben oft nur eine Tonspur und lassen sich daher nur schwer bearbeiten. Um die Gespräche professionell und auf zwei Spuren aufzunehmen, gibt es Add-Ons oder Tools wie z.B. Supertintin.

Anna Pianka Sabrina Wolf FiBloKo Interview
Fitness-Podcasterin Sabrina Wolf (rechts) interviewt ABAKUS-Mitarbeiterin Anna Pianka

Zur Bearbeitung der Aufnahmen und zum Schnitt der Podcast-Episoden benötigt man noch entsprechende Aufnahmesoftware. Ein sehr beliebtes und kostenloses Programm ist Audacity , das auf PC und Mac läuft. Garageband für Mac, Adobe Audition  oder Hindenburg Journalist  sind ebenfalls gut geeignet. Auphonic ist ein Online-Tool, mit dem man bereits aufgenommene Audios nachbearbeiten kann, z.B. Rauschen und Hall entfernen. Das können die o.g. Programme ebenfalls, aber für technisch weniger versierte Nutzer ist Auphonic eine gute Alternative und für bis zu 2 Stunden Audiomaterial im Monat kostenfrei.

Viele Podcasts haben ein Intro als Einleitung und ein Outro als Episodenende. Diese Soundschnipsel sind gute Wiedererkennungszeichen, ähnlich wie bei TV-Serien. Das Intro sollte eine Begrüßung enthalten und eine kurze Erklärung, worum es in dem Podcast geht. Das Outro kann dann auf eine Website verweisen. Intro und Outro haben typischerweise eine Länge von 10-20 Sekunden. Bei Musik muss man die Urheberrechte beachten. Rechtlich auf der sicheren Seite ist man mit eigenen Kompositionen oder z.B. mit Premiumbeat und audiohub.

Unser Seo-Tipp: Branding wird auch für Podcasts immer wichtiger. Bei über 500.000 Shows weltweit, wird man ohne Markenaufbau leicht übersehen. Wählen Sie ihren Podcast-Namen unter Marken-Gesichtspunkten, stimmen sie Markennamen, Webauftritt und Podcast Intro/Outro aufeinander ab, nutzen sie Marken-Keywords und Marken-Backlinks.

Podcasts hosten und verbreiten

Wir waren also mutig genug unser Podcast-Projekt anzugehen und die erste Episode ist tatsächlich fertig geworden. Außer uns kennt noch niemand den Inhalt der mp3-Datei, die jetzt darauf wartet, publik gemacht zu werden.

Anmerkungen zur technischen Umsetzung: Sog. wav-Dateien sind zwar qualitativ etwas besser, aber ca. 4-5fach größer. Die Bearbeitungs-Software sollte man auf 24 Bit bzw. 192000 Hz einstellen und erreicht damit annähernd Studioqualität.

Einfach und schnell geht die Veröffentlichung über ein Konto bei Soundcloud. Natürlich braucht der Podcast einen Titel, eine Genre-Wahl und eine Beschreibung. Die Möglichkeit Tags zu setzen, sollte man unbedingt nutzen. Mit dem kostenlosen Soundcloud-Konto lassen sich bis zu 180 Minuten an Audiomaterial veröffentlichen.

Podcast iSoundcloud

Unbegrenzte und kostenlose Upload-Kapazität gibt es bei YouTube. Der einzige Haken: Die Plattform gestattet nur das Hochladen von Videodateien. Die Audiodatei kann man in ein Video umwandeln, z.B. mit der Gratis-Software Windows Movie Maker und einem lizenzfreien Standbild oder mit der oben bereits angesprochenen Software Auphonic. Wer kurze Podcasts bis 10 Minuten produziert oder seine langen Fassungen mit Trailern bewerben will, sollte Headliner in Betracht ziehen, das automatische Transkripts erstellt und in das Standbild einblendet. Als Standbild sollte das Format ‚square‘ gewählt werden, das für die spätere Promotion in Sozialen Medien die besten Ergebnisse liefert.

Wer keinen eigenen Webserver zum Hosten hat, der wählt einen auf Podcast spezialisierten Fremdhoster. Der Platzhirsch auf dem Podcast-Hosting-Markt ist sicher Libsyn.com.  Libsyn.com hat einen Vertrag mit Spotify und sorgt dafür, dass ein Podcast schnell bei Spotify gelistet wird. Dort kann man sich aber inzwischen auch selber anmelden (s.u.). Podcaster , Podigee und Anchor.fm sind weitere beliebte Hoster.

Wer ausreichend eigenen Webspace hat, kann sein eigener Hoster sein und die Podcasts direkt auf die eigene Website stellen. So  unterstützt der Linkaufbau durch die Anmeldung des Podcast bei ITunes, Spotify, podcast.de u.a. direkt die Bekanntheit der eigenen Website. Selbsthosting bietet sich an, wenn man eine eigene Website auf Basis eines CMS wie WordPress, Drupal oder Joomla hat. Diese CMS-Systeme erstellen mit passenden Plugins automatisch einen Feed mit der Podcast-Folge. Das Blubrry PowerPress Plugin hat bereits alles, was man braucht, um erfolgreich mit WordPress zu podcasten, es erstellt einen RSS Feed und der Player kann auf der Website oder dem Blog eingebunden werden. Weitere Alternativen sind Podlove Podcast Publisher , https://castos.com/ und Smart Podcast Player.

Podcast bei Blubrry

Ein Mix aus Selbst- und Fremdhosting bietet sich an, damit der Podcast auf der eigenen Domain erscheint, aber zugleich die Vorteile der ausführlichen Statistiken eines Podcasthosters nutzbar sind. Man lädt z.B. seine Podcast-Folgen bei einem Fremdhoster hoch und baut den Link zur Audio-Datei dann im WordPress-Plugin ein. Das geht mit einem Embed-Code des Hosters auch auf anderen CMS-Systemen. Bei den Podcast-Verzeichnissen wie iTunes verlinkt man dann den RSS-Feed der eigenen Website. Bei der Embed-Variante, statt Plugin, trägt der RSS-Feed allerdings die URL des gewählten Hosters, nicht die der eigenen Website-Domain. D.h. wenn man einmal den Hoster wechselt, muss man die URL auch bei den Podcastverzeichnissen ändern.

Unser SEO-Tipp: Headliner erstellt automatisch Transskripte. Podcaster,  iTunes, Chartable und die Podcast Addict App liefern gute Werte für Podcast Analytics. Das PlugIn Blubrry liefert Podcast-Backlinks zur eigenen WordPress-Seite, deren Erfolg das PlugIn Podlove Publisher misst. Nutzen Sie die Tools zur Optimierung.

Podcast-Verzeichnisse

Podcast-Verzeichnisse sind wichtige Traffic-Quellen für Podcasts. Das wichtigste Podcast Verzeichnis ist iTunes. Um einen Podcast dort anzumelden, benötigt man eine Apple-ID, mit der man sich bei iTunes Connect anmeldet und den RSS Feed des Podcasts übermittelt. Außerdem benötigt man auch hier ein Podcast Cover, das quadratisch sein sollte. Das Cover sollte auch auf Smartphones gut lesbar sein und daher nicht zu viel Text enthalten.

Podcast bei Itunes

Weitere Podcast-Verzeichnisse sind  Podcast.de, Podster.de und natürlich Spotify, das mit eigenen Tools und Podcast-Playlisten auf den aktuellen Hype reagiert. Inzwischen kann man seinen Podcast selbst bei Spotify for Podcasters anmelden. Wer die Anmeldeprozeduren vereinfachen will, sucht sich einen Vermarkter wie z.B. Podigee oder Libsyn. Die größere Verbreitung führt zu mehr Downloads und das kann zu einer höheren Vergütung durch Werbepartner führen. Auch beim Amazon Smart Speaker Alexa  können Podcasts angemeldet werden.

Unser SEO-Tipp: Podcasts sollten unbedingt auf den Social Media Plattformen beworben werden. Das Embedden funktioniert überall recht einfach und kreiiert viele Backlinks.

Podcast Social Media Label

SEO für Podcast

Podcasts enthalten einzigartigen Content, der auch von Google mittlerweile besser gefunden wird  Eine schriftliche Beschreibung des Podcasts wird dadurch auf einfache Weise  relevanter Content, der Webseiten stärkt. Eine Zusammenfassung des Inhalts einer Episode sowie evtl. ein Transkript ermöglichen auch die Optimierung auf Longtail-Keywords.

Podcasts, die über RSS-Feeds abonniert werden können, sind gut für den Linkaufbau. Bietet er hohen Mehrwert für die Hörer und somit auch für Google, zieht er externe Verlinkungen an. Auf verschiedenen Webseiten findet sich eine Sammlung von RSS-Feeds. Trägt man den Podcast auf solchen Seiten ein, entstehen neue Backlinks zur eigenen Seite.

Ein hochwertiger und gut verbreiteter Podcast bekommt positives Feedback auch in Form von Social Signals und Backlinks aus den Sozialen Netzwerken. Chartable und Podwatch  bieten brauchbare Analyse-Daten speziell für Podcasts an, aber auch Spotify, Soundcloud, iTunes und die Podcast-Hoster stellen Nutzungsdaten zur Verfügung, die für eine Optimierung hilfreich sind. Apple hat nach langer Vernachlässigung die “Podcast Analytics” eingerichtet, die Podcastern zeigen soll, wie viele User eine Episode jeweils hören und an welcher Stelle vorgespult wird. Allerdings ist das Tool aktuell in Deutschland noch nicht verfügbar.

Infografik Statistik

7 Hinweise für Podcast SEO

Das Podcast-Angebot ist bereits unübersichtlich und wächst weiter. Podcastmania schätzt dass es 2019 etwa 6000 deutschsprachige Podcasts gibt. Wer Zuhörer für seine Podcasts gewinnen möchte, muss Zeit und/oder Geld in Suchmaschinenoptimierung investieren:

1. Podcast-Namen strategisch wählen
Der Podcast-Titel muss einfach und relevant sein, damit die Zielgruppe ihn schnell findet, wenn man nach dem Hauptthema des Podcasts sucht. Der Titel sollte auch ein oder zwei Keywords enthalten, die die Zielgruppe ansprechen.

2. Bewertungen sind für Podcast wichtig
Ein Podcast mit vielen positiven Bewertungen hat größere Chancen in Podcast-Verzeichnissen gefördert zu werden oder bessere Rankings zu erreichen.

3. Transkripte und Zusammenfassungen anbieten
Google kann Podcasts noch nicht anhören, aber Zusammenfassungen und Transkripte nach Stichwörtern durchsuchen. So entsteht wertvoller und rankender Unique-Content.

4. Tags einschließen
Wenn möglich, sollten für jede Podcast-Episode Tags eingefügt werden. Das hilft bei der Suche nach einem bestimmten Thema, Stil oder Genre.

5. Eine Website für den Podcast erstellen
Das Erstellen einer Website für den Podcast ist einer der effektivsten SEO-Schritte. Google bewertet Seiten nach einer Vielzahl von Faktoren, einer davon sind Backlinks, die auf Ihre Seite verweisen und die Sendung ins Google-Ranking bringen.

6. Links zum Podcast
Das Verlinken zum Podcast in Social Media-Posts kann dazu beitragen, die Rankings zu verbessern. Personen, die Podcasts hören, sind in jedem Social-Media-Kanal 13% aktiver als Personen, die keine Podcasts hören.

7. Qualitativ hochwertige Inhalte
Viele Podcast-Verzeichnisse ordnen ihre Podcasts nach der Anzahl der Abonnenten oder Wiedergaben. Der beste Weg, neue Abonnenten zu gewinnen und alte Abonnenten zu halten, besteht darin, qualitativ hochwertige Inhalte bereitzustellen.

Audio SEO in der Zukunft

Die 50 Mrd. Podcast-Streams und Downloads aus der o.g. Studie beindrucken auch die großen Player und so gibt es viele neue Entwicklungen zur besseren Auffindbarkeit von Podcasts. Spotify hat mit Tests für Playlists begonnen, die anstelle von Musik einzelne Podcast-Episoden enthalten. Getestet werden Playlists, die nach Genres bzw. Themen unterteilt sind. Zu Beginn sind die Genres True Crime, Comedy, Geek Culture, Walking und Relaxing vorgesehen. Anfangs sollen die Playlists von Hand erstellt werden. Es ist aber zu erwarten, dass dieser Prozess bald von Algorithmen übernommen wird.

Auch Google hat große Podcast-Pläne: Erst vor wenigen Monaten wurde die Podcast-App im Web veröffentlicht und in die Websuche integriert. Jetzt ist es nicht mehr notwendig, zusätzlich das Keyword Podcast einzugeben. Außerdem soll die Synchronisierung mit dem Google Assistant und der App optimiert werden. Mit Hilfe passender Algorithmen könnten Suche-Nutzer und Anbieter von Podcasts zusammengeführt werden. Dadurch ließe sich sowohl die Zahl derjenigen steigern, die Podcasts anhören, als auch eine deutliche Erweiterung des Angebotsspektrums für Podcasts erzielen.

Rezensionen, Ads-Kampagnen und die ganzen Möglichkeiten des On- und OffPage-SEO sind auch bei Podcasts möglich. Schon jetzt über die Zusammenfassungen und Transkripte und immer mehr auch durch die Podcasts selbst. Die hohe Werbeakzeptanz, die gute Conversion-Rate und die einkommensstarken Zielgruppen öffnen zudem ein weites Feld für die Refinanzierung der Podcast-Produktionen und ihrer SEO-Unterstützung.

Google wird großen Einfluss auf das Podcast SEO der Zukunft haben, je nachdem wie es die Rankings von Podcasts bestimmen wird. Wer es in den Audio-Ergebnissen auf die ersten Plätze schaffen möchte, benötigt ein umfassendes Wissen über die Bedürfnisse der Nutzer, die verfügbaren Technologien und nicht zuletzt über die von Google genutzten Rankingalgorithmen. Wenn Google sich auch bei Podcasts weg von den Metadaten und hin zu Nutzerdaten wie die Abspieldauer, die „Klickrate“ oder die Absprungrate beim Anhören von Podcasts bewegt, wird die Qualität der Podcasts die Suchergebnisse bestimmen. Mit Google entstehen so neue Möglichkeiten und Märkte für eine immer differenziertere Podcast-Szene.

Überlegen Sie vielleicht auch, Ihren Firmenblog durch ein Podcast-Angebot zu ergänzen?

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Georg May

Über Georg May

ABAKUS SEO OffPage Team
Als Journalist und Medienproduzent in TV und Radio hat Georg May viele Jahre praktische Erfahrungen mit der digitalen Transformation in der Medienbranche gesammelt. Mit viel Interesse hat er die Potentiale des Online-Marketings studiert und eingesetzt. Dieses Wissen gibt er nun im ABAKUS SEO-OffPage Team zum Nutzen der Kunden weiter.
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