E-Commerce: Mit Social Media Modetrends erkennen und nutzen – Im Fokus Pinterest

28. Mai 2015 von Bonnie Swierzy

Für Shopbetreiber aus dem Bekleidungsbereich ist es wichtig, sich zu Modetrends auf dem Laufenden zu halten. Der Hintergedanke dabei ist, sich für Aktivitäten zu dem eigenen Shop inspirieren zu lassen und Trends für das Marketing, wie die eigenen Social Media Kanäle, zu erkennen und zu nutzen.

Die Recherche und Auswertung sind dabei ein wichtiger Bestandteil, um gute Themen zur weiteren Bearbeitung zu finden. Dieser Prozess erfordert Zeitaufwand und Organisation und wird daher oft an Social Media Manager übertragen.

Zunächst gilt es, die Themen für die Trendrecherche zu bestimmen. Diese ergeben sich aus dem Produkt-Angebot des eigenen Shops.

Zu der Recherche nach qualitativ hochwertigen Informationsquellen für Inspirationen sollten folgende Kriterien berücksichtigt werden:

  • Aktualität der Informationen (News? Trend? Hype?)
  • Relevanz der Informationen (Möglichkeit zur Nutzung für den eigenen Onlineshop vorhanden?)

Doch wo lässt sich der erfolgreiche Shopbetreiber inspirieren?

An neue Modetrends gelangt man immer häufiger über Social Media Plattformen. Dabei stellt Pinterest eine herausragende Inspirationsquelle dar.

Pinterest ist ein soziales Netzwerk, auf welchem eingeloggte Nutzer (von Pinterest als „Pinner“ bezeichnet) eigene Boards („Pinnwände“, ähnlich wie Ordner am PC) zu selbst definierten Themen erstellen können. Auf den Pinnwänden werden dazu passende Bilder („Pins“) gesammelt, welche durch eine Beschreibung, die unter dem gepinnten Bild erscheint, ergänzt werden. Die Pins können Fotos vom eigenen Endgerät sein, aus einer Website aus dem Internet hochgeladen werden („pinnen“) oder aber auch aus den Pinnwänden anderer Pinner für die eigene Pinnwand kopiert werden („repinnen“). So sammeln Pinner Bilder zu verschiedenen Themen. Es gibt öffentliche und private Pinnwände. Öffentliche Pinnwände sind für alle eingeloggten Nutzer einsehbar und die Pins dieser Pinnwände können von Pinnern kommentiert werden.

Anzeiger der Pinner bei Pinterest

Pinner folgen interessanten Pinnwänden anderer Pinner, um ihre neuen Pins im eigenen Newsstream zu sehen (Abo-Prinzip). Außerdem gibt es eine interne Suchfunktion zur direkten Suche von thematischen Pins aller öffentlichen Pinnwände.

Folgt man Profilen, die sich bestimmten Themen aus dem Bereich Fashion und Lifestyle verschrieben haben, wird man stets mit den neusten Trends aus dem Zweig der Modebranche versorgt.

Pinterest ist im März 2015 fünf Jahre alt geworden und hat sich seit der Gründung zu einer beachteten Social Media Plattform gemausert, die in viele Social Media Statistiken einbezogen wird.

Was macht Pinterest für Betreiber von Modeshops spannend?

  • Wachstum der Besucher in Deutschland von 600.000 auf 2,1 Millionen im Jahr 2014
  • Trends werden geteilt (virale Verbreitung)
  • Zielgruppen für Modeshops (Mode- und Marken Fans) und Influencer der Szene (Pinner von Trends) befinden sich dort
  • Etwa 2 von 3 Pins stammen aus Businessseiten
  • Jeden Tag werden etwa 2 Millionen Produktbilder gepinnt
  • Zeitloser als vergleichbare andere soziale Kanäle, da auch ältere Bilder einfach zum „repinnen“ gefunden und genutzt werden
  • Bilder bleiben als Pins auch sichtbar, wenn der Artikel nicht mehr im Shop angeboten wird
  • Jeder Pin verweist auf die Originalquelle, Backlinks können den Traffic auf die eigene Shopseite erhöhen, wenn eigene Produktbilder bei Pinterest vorhanden sind
  • 93% der Pinner haben innerhalb der letzten 6 Monate online eingekauft

30 % der gesamten über 80.000.000 Pins bei Pinterest beziehen sich auf Mode. Nicht umsonst wird Pinterest mit etwa 80 % Frauenanteil angegeben. Viele Frauen begeistern sich für Mode-Themen. Ansprechende Bekleidung steigert die Attraktivität.

Um das geschlechterbezogene Ungleichgewicht auszugleichen, ist Pinterest jedoch seit den letzten Jahren dabei, die Männerwelt immer mehr ins Boot zu holen. Inzwischen wird etwa jede 3. Neuanmeldung von einem Mann getätigt. Selbstverständlich interessieren sich auch Männer für Mode, zum Beispiel für Uhren. Pinterest kann von Pinnern auch als eine Art Notizboard genutzt werden, um zum Beispiel festzuhalten, was zu einer guten Trekkingausrüstung gehört. Aus solchen Pinnwänden kann man ebenfalls interessante Schlüsse ziehen oder auf die Idee gebracht werden, selbst eine solche Pinnwand für potenzielle Kunden zu erstellen.

In Zukunft soll auch in Deutschland die Bewerbung von Pins möglich werden

Die Erstellung von Promoted Pins ist aktuell nur in den USA möglich. Dort befindet sich der größte Teil der Pinterest-Nutzer, Deutschland wird auf der Nutzerskala mit Platz 11 angegeben. Pinterest gibt an, dass die Promoted Pins in Zukunft auf weitere Länder ausgeweitet werden sollen. Wer sich für Promoted Pins interessiert, kann sich hier bereits anmelden, um Pinterest eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu geben.

Die Mehrheit der Nutzer nutzt Pinterest über ihr Smartphone. Etwa 80% des Traffics von Pinterest stammen aus mobilen Geräten. Die Pinterest-Apps sind nutzerfreundlich umgesetzt und machen es einfach, sich unterwegs unterhalten zu lassen. Die Grenze zwischen Unterhaltung und Produktbildern verschwimmt.

Onlineshops, in welchen Modebekleidung angeboten wird, werden auf Pinterest von Nutzern angenommen. Pinner fühlen sich von Artikelbildern nicht belästigt. Das erkennt man an der hohen Anzahl an Produktbildern aus Modeshops, die von Pinterest-Nutzern gepinnt werden. Ein Beispiel dazu bietet der Modeshop für edle Designerware marni.com. Dieser Shop ist nicht mit einem Unternehmensprofil bei Pinterest vertreten, trotzdem sind schon unzählige Pins zu MARNI durch Pinterest-Nutzer entstanden, die vorwiegend Artikelbilder auf weißem Hintergrund zeigen.

Pinner suchen nach diesen Bildern, wollen sie sehen und haben keine Hemmungen, Fotos aus Onlineshops zu pinnen, sofern ihnen der Inhalt gut genug gefällt und zu einer ihrer Pinnwände passt. Onlineshops, dessen Produktbilder oder Lookbook-Fotos auf Pinterest erscheinen, haben so die Möglichkeit, ihre Bekanntheit zu steigern und ihre Produkte vorzustellen.

Lookbooks werden online im Zusammenhang mit Modelinien immer präsenter. In einem Lookbook werden ansprechende Fotografien zu einer Kollektion gesammelt und vorgestellt. Sie geben den Betrachtern Ideen, wie beispielsweise Kleidung oder Schmuck getragen und kombiniert werden können. Für ein angenehmes Nutzererlebnis ist für Shopbetreiber sicherzustellen, dass Shops, aus welchen die Pins stammen, für die mobile Nutzung optimiert sind.

Auch die Bilder aus Shops, die kein Pinterest Button auf Ihrer Website eingebunden haben, können mit Hilfe eines Browser Buttons für den PC auf Pinterest gepinnt werden. Der Pinterest Button wird als Add-on auf dem PC installiert und an der Browserleiste verankert. Findet man während des Surfens im Internet ein interessantes Bild, drückt man auf den Button, um das Bild auf Pinterest zu pinnen.

Ist Pinterest Share-Funktion auf dem SmartphonePinterest auf dem eigenen Smartphone installiert, kann man mit der Share-Funktion Bilder als Pins auf eigene Pinnwände pinnen.

Somit können Ihre Bilder auch auf Pinterest auftauchen, ohne, dass es Ihnen bewusst ist. Für das Social Media Monitoring kann diese Tatsache von Interesse sein.

 

Wie kann das Ergebnis zu der Recherche erfolgreich für einen Modeshop eingesetzt werden?

Die auf Bildern erkannten Modetrends können in die eigenen Produktbeschreibungen eingebracht werden. Zum Beispiel wirkt ein einfaches Cap als Produkt interessanter, wenn die schlichte Aufmachung in der Produktinfo als Besonderheit dieses Designs hervorgehoben wird. Individuelle Beschreibungstexte kommen gut an und können sogar wissenswert für den Leser sein. Weiter können Trends – wie das Hochkrempeln von Hosen oder das Kombinieren von schlichter Kleidung mit auffälligem Schmuck – von der Fotoagentur des eigenen Shops für die Erstellung der neuen Produktbilder berücksichtigt oder in Lookbooks eingesetzt werden.

Der Onlineshop Wardow beispielsweise präsentiert über Pinterest nach Trends sortierte Pinnwände zu Taschen und Accessoires, die im Shop erworben werden können. Diese Trends zu kennen und ihre Besonderheiten optisch und in Texten hervorheben zu können, ist ein Vorteil bei der Vorstellung von Produkten.

Abschließend noch ein Tipp aus dem SEO-Bereich: Unterstützend können zudem Daten der Google-Suche einbezogen werden, um einen Einblick zur Mode der aktuellen Modesaisons zu erhalten und up-and-coming Modetrends zu identifizieren. Hierzu können von Google beispielsweise relevante Keywords aus dem Bekleidungssegment mit der geografischen Lage in der jeweiligen Suchanfrage ausgewertet werden. So kann Google erkennen, wo welche Mode oft gesucht wird. Mit diesen Auswertungsmöglichkeiten ist Google sogar in der Lage die beliebtesten Stoffmuster zu erfassen. Zu dieser Art, Modetrens zu identifizieren,  hat Google einen spannenden Artikel veröffentlicht, in welchem beschrieben wird, wie Bekleidungsstücke wie Joggerhosen und Tüllröcke mit Hilfe von Google-Daten analysiert und äußert genau ausgewertet wurden. Bei Suchanfragen wie „wie zu tragen“ erkennt Google zudem, mit welchen Trends sich Google-Nutzer beschäftigen. Mit dem SEO DIVER können Sie das Suchvolumen bei Google zu Modebegriffen selbst identifizieren. Die Grundlagen der Suchmaschinenoptimeirung für PrestaShop, XT-Commerce und anderen Shopsystemen darf dabei nicht vergessen werden.

Achten Sie auf Trends und gehen Sie auf diese in Ihrem Shop ein!

Zeigen Sie Präsenz im Internet und auf sozialen Kanälen, die zu Ihrem Onlineshop passen. So erreichen Sie Zielgruppen mit Ihren Shop-Inhalten in einer Umgebung, in der ein besonderer Austausch stattfindet. So dienen soziale Kanäle nicht nur als interne Inspirationsquellen, sondern können von Mode-Onlineshops selbst für die Inspiration anderer User genutzt werden.

 

AnnaPianka-Pinterest

Über die Autorin:

Anna Pianka ist Social Media Managerin bei der ABAKUS Internet Marketing GmbH. Die ausgebildete Mediengestalterin ist nach Zwischenstationen als Webdesignerin und Betreuerin von Onlineshops seit 2012 für die ABAKUS Internet Marketing GmbH im Online Marketing tätig. Pinterest nutzt Anna Pianka, um sich selbst in Sachen Mode auf dem Laufenden zu halten und um ihrer Leidenschaft, thematische Sammlungen zu erstellen, nachzugehen. „Vorbei ist die Zeit, in der man Bilder und Ideen zu Inspirationen auf dem eigenen PC in thematisch angelegten Ordnern speichern musste…mit Pinterest lässt sich das einfach online organisieren.“

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