Adobe Experience Manager (AEM) und Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Kamillo Kluth  Kamillo Kluth in OnPage SEO am 28. Juni 2022

Der Adobe Experience Manager (AEM) wird von der Softwareschmiede Adobe als „Eine leistungsstarke Kombination für eure Anforderungen an Content-Management und Digital Asset Management“
bezeichnet und „verbindet Digital Asset Management mit der Leistungsfähigkeit eines Content-Management-Systems“, so Adobe.

Mit dem Adobe Experience Manager haben wir einen riesigen Tanker oder eher ein Kreuzfahrtschiff im Bereich Content Management und Digital Asset Management. Die Betrachtung hier beschränkt sich auf den Bereich Suchmaschinenoptimierung und da vor allem auf die aktuellen SEO-Kriterien.

Besonderheiten des AEM sind die künstliche Intelligenz bzw. das maschinelle Lernen mit Adobe Sensei. Es können z.B. Texte automatisch zusammengefasst werden. Wodurch potentiell interner Duplicate Content verringert wird. Durch die Multi Channel Funktionalitäten hat man als Webseiten-Betreiber die Customer Journey voll im Blick und kann seinen neuen Artikeln Traffic von den Social Plattformen zukommen lassen und dies auch detailliert messen.

Adobe Experience Manager AEM SEO

Ich habe ca. ein Dutzend Domains analysiert, die den Adobe Experience Manager nutzen. Bei der Auswertung unterstützten mich der SEO Crawler Screaming Frog und ahrefs.com. Auch, wenn es sich um Kundendomains von ABAKUS handelt, betrachte ich die Webseiten von außen. Es geht um das, was der Nutzer und der Suchmaschinenroboter geliefert bekommen, nicht, wie es umgesetzt wird. Die Dokumentation für den AEM ist sehr detailliert und kann bei Fragen der Umsetzung zu Rate gezogen werden.

SEO-Funktionen im Adobe Experience Manager

Adobe selbst spricht beim Thema Server von Apache. Auch die untersuchten Domains laufen auf Apache, bzw. werden bei Amazon gehostet. Dass der Adobe Experience Manager auf z.B. auf einem Litespeed Server läuft ist wahrscheinlich. Dieser wäre anzuraten, wenn es sehr viele Datenbankanfragen durch das CMS gibt, um so die Performance zu steigern.

Es gibt einige Standards im Bereich SEO, die der AEM mitbringt. Die URLs z.B. sind frei wählbar und können dadurch aussagekräftig gewählt werden. Ein Ranking-Kriterium stellt dies natürlich nicht da, aber es kann über eine sprechende URL beim Nutzer der Eindruck verstärkt werden, dass er das Gesuchte auf dieser Seite findet. Das Ergebnis ist ‚clicky‘.

Die robots.txt kann über das Backend gesteuert werden, was vor allem bei Kampagnen von Vorteil sein kann. Da für Google allerdings der Robots Meta Tag entscheidend ist, muss darauf geachtet werden, was dieser auf der jeweiligen Seite enthält. Grundsätzlich lassen sich die Meta Tags auf Seitenebene customizen. Titles lassen sich auf Seiten- oder Verzeichnisebene individualisieren.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit 301 Umleitungen über das Backend einzurichten, bzw. die Standard-302 Umleitung kann vom Seitenbetreiber geändert werden („Apache Sling Resource Resolver Factory“,„Default Vanity Path Redirect Status“) und auch eine mobile Sitemap ist möglich.

Für Marketing Kampagnen können Vanity-URLs genutzt werden, die dann per Canonical Tag auf die ursprüngliche URL verweisen.

Den aktuellen Anforderungen entsprechend können strukturierte Daten eingesetzt werden. Von Article über BreadcrumbList, ImageObject, ListItem, Organization, SiteNavigationElement bis WebPage ist alles möglich – je nach Bedarf. Allerdings hat meine Untersuchung auch gezeigt, dass der Einsatz noch einmal von einem Fachmann überprüft werden sollte.

Viele SEO-relevante Punkte können schon bei der Einrichtung des AEM auf den Weg gebracht werden. Deshalb sollte die Suchmaschinenoptimierung bereits von Anfang an mitgeplant werden.

Der Adobe Experience Manager wird i.d.R. von großen Unternehmen, die ggf. auch international tätig sind, eingesetzt. Dementsprechend ist die Serverlast durch hohen Traffic recht groß. Das Hosting muss entsprechend aufgestellt sein, um im Bereich Page Experience punkten zu können. Wenn die Seiten bei z.B. AWS von Amazon gehostet werden, funktioniert die schnelle Auslieferung der Webseiten.

Adobe Experience Manager SEO - Website Performance

Lediglich Seiten, bei denen nicht auf SEO oder die Page Experience geachtet wird, sind in der Ladezeit bzw. bei den Core Web Vitals auffällig.

Technisch gibt es für den Adobe Experience Manager kaum Hindernisse für Top Rankings bei Google und anderen Suchmaschinen. SEO erfolgt auch beim Adobe Experience Manager über Inhalte und Offpage-Maßnahmen, d.h. das CMS nimmt Ihnen die Suchmaschinenoptimierung nicht ab. Für Multi-Domain-Konstrukte, die gerne auch international funktionieren sollen, ist der Adobe Experience Manager eine Empfehlung.




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Kamillo Kluth

Über Kamillo Kluth

Geschäftsleiter
Kamillo Kluth ist Geschäftsleiter der ABAKUS Internet Marketing GmbH und beschäftigt sich schon seit 2001 mit Suchmaschinenoptimierung. Als SEO der ersten Stunde hat er zahlreiche bekannte Unternehmen beraten und zu besseren Rankings verholfen. Er ist ein Experte für Nutzerpsychologie und die technischen Feinheiten des Google-Algorithmus. Kamillo Kluth ist außerdem ein gefragter Dozent und Fachautor.
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