Word Count: Wie lang muss ein Artikel sein, um bei Google zu ranken?

Marcel Sarman  Marcel Sarman in Content Marketing am 29. November 2023

Spielt die Länge eines Artikels eine Rolle für die Google Rankings? Wie viele Wörter muss ein erfolgreicher Beitrag haben? Diese Fragen stellen sich viele Texter, Seitenbetreiber oder Marketingverantwortliche. Im Folgenden erläutere ich die wichtigsten Erkenntnisse und Techniken zu diesem Thema.

Skyscraper Technique

Die Skyscraper Technique basiert auf folgender einfacher Überlegung: Mein Konkurrent rankt mit einem 2000 Wörter Content. Ich übertrumpfe ihn, indem ich einen 2500 Wörter Text mit mehr Informationen schreibe. Ich baue das Hochhaus (Skycraper) einfach eine Etage höher. Den Text reichert der Autor mit zusätzlichen Keywords an und steigert so die Relevanz. Brian Dean stellte das Konzept bereits vor einigen Jahren vor. Dean unterscheidet dabei drei Schritte:

  1. Konkurrenzseiten mit vielen Backlinks finden.
  2. Den Inhalt dieser Texte verbessern bzw. erweitern.
  3. Den neuen Content durch Werbung (Social Media, Pressemitteilungen, Backlinks …) bekannt machen bzw. gezielt nach Backlinks fragen.

Diese simple Technik bringt oft erstaunliche Erfolge. Besteht der Konkurrenzbeitrag aus 8 Absätzen sollten Sie allerdings nicht nur diese 8 Absätze umformulieren und um 2 Absätze ergänzen. Besser ist es, wenn sich der Aufbau grundlegend unterscheidet und Sie einen alternativen Zugang zum Thema vermitteln. Nur dann entsteht wirklich einzigartiger Content. Bauen Sie also nicht ein identisches Hochhaus mit mehr Etagen. Das neue Haus sollte höher und schöner als die bisherigen Häuser sein.

Längere Texte bedeuten oft auch mehr Backlinks. Schließlich gibt es dann mehr verlinkungswürdigen Content auf einer Seite. Nutzer wollen alle wichtigen Informationen an einer Stelle, sodass in die Tiefe gehender Content tendenziell häufiger verlinkt wird und bessere Rankings erhält. Längere Inhalte sind meist nützlicher als kurze Texte. Nutzer suchen nicht nach Informationshäppchen, um dann wieder auf andere Seiten zu springen. Sie bevorzugen alle Informationen zu einem Thema gebündelt an einem Ort. Lange Texte bieten mit größerer Wahrscheinlichkeit die Antworten, nach denen Benutzer suchen. Außerdem erhalten längere Inhalte mehr Likes, Shares oder Tweets aus Social Media.

Skyscraper Technique
Die Skyscraper Technique geht davon aus, dass ein Beitrag mindestens 2000 Wörter lang sein muss. Die Methode gilt außerdem als erfolgreiche Linkbuilding-Technik. Finden Sie beispielsweise eine Konkurrenzseite mit 30 hochwertigen Backlinks und fragen dann bei allen 30 Seiten nach einer Verlinkung auf Ihre neue bessere Seite. Gegen die Skyscraper Technique spricht vor allem die niedrige Conversion Rate. Oftmals bitten Sie sehr viele Seitenbetreiber ohne Erfolg um einen Backlink.
Erweitern Sie den Content um eigene Erfahrungen und betonen Sie Ihre Expertise. Berücksichtigen Sie somit die E-E-A-T-Kriterien und heben Sie sich von Ihrer Konkurrenz ab. Wenn sich Ihr Content von dem Ihrer Konkurrenz deutlich unterscheidet, müssen Sie natürlich auch nach neuen Backlinkquellen suchen, um dann thematisch passende Backlinks zu finden.

10x Content

Rand Fishkin entwickelte im Jahr 2015 folgendes Konzept: Schreiben Sie 10-mal bessere Artikel als Ihre Konkurrenten. Finden Sie heraus, wonach User suchen. Untersuchen Sie deren Suchintention und schreiben Sie einen neuen sehr guten Beitrag. Setzen Sie außerdem auf informative Grafiken.

10x Content muss kein Artikel sein, es kann auch ein Video oder Podcast sein. 10x Content gilt als Steigerung von Skyscraper Content. Entwickeln Sie so überragende Seiten, dass kein Konkurrent mehr motiviert ist, etwas zu dem Thema zu schreiben. User und Suchmaschinen sehen den dann rankende Content als Nonplusultra an. Die englischsprachige Fachliteratur spricht bei 10x Content oftmals von skyscraper content on steroids. 10x Content muss nicht 10-mal länger sein, sollte aber 10-mal besser als die Konkurrenzseiten sein.
10x Content

Cornerstone Content

Cornerstone-Seiten helfen Besuchern, verwandte Informationen zu einem Thema zu finden. Listen Sie als Hotelbetreiber alle Ihre vorhandenen Zimmer mit Preisen auf und verlinken Sie von dort
auf die Detailseiten mit genaueren Informationen. Cornerstone-Inhalte bilden den Grundstein Ihrer Website. Der restliche Content baut auf dieser Grundlage auf. Die Seite sollte für relevante Keywords ranken und das Unternehmen bzw. die Dienstleistung nach außen repräsentieren.
Cornerstone-Content ist

  • der wichtigste Inhalt Ihrer Seite bzw. Ihres Blogs.
  • von jeder Unterseite gut erreichbar und mit der Startseite verknüpft.
  • lang, informativ und aktuell.

Gerade für erklärungswürdige Produkte oder Dienstleistungen empfiehlt sich eine Cornerstone-Seite. Verkaufen Sie Elektroheizungen, legen Sie am Anfang eine Seite mit grundsätzlichen Erklärungen an. Beschreiben Sie die verschiedene Arten der E-Heizung, die Kosten und die Vor- bzw. Nachteile. Auf dieser soliden Basis bauen Sie Ihre Website auf. Weitere Vorteile: Sie strukturieren Ihre Inhalte und bekommen eine gute interne Verlinkung.

Cornerstone Content
Cornerstone Content bietet umfassende Informationen über das Thema und bildet die Grundlage für die anderen Seiten. Die zahlreichen enthaltenen Informationen gewähren einen umfassenden Überblick. Auf den von dort verlinkten Detailseiten befinden sich genauere Erläuterungen. Cornerstone Seite verlinken auf zahlreiche andere Seiten, erhalten im Gegenzug aber auch viele interne Links. Google stuft die Seiten dann als besonders bedeutsam ein. Contenplaner bauen die restlichen Inhalte auf diesem Grundstein (cornerstone) auf .

Pillar Pages

Bei Pillar Pages schaffen Sie thematische Zusammenhänge zwischen Ihren Seiten Schließlich genügt es oft nicht, einzelne Seiten für bestimmte Keywords zu optimieren. Nur durch Zusammenspiel Ihrer Seiten erreichen Sie gute Rankings. Ordnen (clustern) Sie Ihre Inhalte daher in zusammengehörige Bereiche. Nach der Gruppierung Ihres Contents legen Sie eine Pillar Page an, die einen Überblick über das Thema verschafft. Von dort verlinken Sie auf die anderen Seiten dieses Themenclusters. So entsteht eine für User und Suchmaschinen übersichtliche Websitestruktur, die auf mehreren Säulen (pillars) basiert.
Pillar Pages

Pillar-Content sollte Evergreen-Content sein und nach außen Autorität verkörpern. Cornerstone und Pillar Content ähneln sich sehr. Dennoch gibt es einige Unterschiede: Cornerstone Content bildet die Grundlage der gesamten Website, Pillar Content ist die Basis eines einzelnen Themenclusters. Cornerstone Content ist mit allen Artikeln der Website durch interne Links verbunden, während Pillar Content vorwiegend aus dem eigenen Themencluster Backlinks erhält. Pillar Content müssen Sie nur selten erneuern, während Sie Cornerstone Content stets an die aktuellen Entwicklungen anpassen. Nach dem Pillar Page Konzept besteht eine Website aus mehreren Säulen, die jeweils eine Pillar Page mit Ihren thematisch verwandten Seiten repräsentieren.
Website Aufbau - Pillar Pages

Die perfekte Länge für Website-Texte

Eine genaue Zuordnung bestimmter Artikel zu den 4 vorgestellten Techniken ist meist nicht möglich, zumal sie nicht klar gegeneinander abgegrenzt sind. Alle 4 Konzepte setzen eher auf Long-Form-Content mit mindestens 1500 Wörtern. Nutzen Sie  die Strategien, um den systematischen Aufbau Ihrer Seite zu erleichtern.

Zahlreiche Studien in den letzten Jahren haben versucht einen Zusammenhang zwischen Textlänge und Rankingposition herzustellen. Meist mit dem wenig überraschenden Ergebnis, dass längere Texte bessere  Chancen auf gute Rankings haben. Bedenken Sie: Bei der reinen Konzentration auf die Wortanzahl findet der sehr wichtige Qualitätsfaktor keine Beachtung. Außerdem schränkt Google selbst diese Behauptung ein:

Are you writing to a particular word count because you’ve heard or read that Google has a preferred word count? (No, we don’t.) 

Die Hook Agency kam in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass langer Content besser rankt. Mit 1760 bis 2400 Wörtern gibt die Agentur sogar konkrete Zahlen für die perfekte Länge eines Blogartikels an. Allerdings betonen die Experten, dass die Anzahl der Backlinks entscheidender als die Wortanzahl sei. Auch Aktualität und die korrekte Platzierung der Keywords (Domainname, Title, Alt-Tags …) spielen laut dieser Studie eine große Rolle. Der optimale Mix aus Linkbuilding, Onpage SEO und Content sorgt somit für den Erfolg.

Backlinko ermittelte sogar einen Durchschnittswert für Platz 1 bei Google: 1447 Wörter. Die umfangreiche Studie basiert auf 11,8 Millionen Domains und bietet noch zahlreiche andere Erkenntnisse. Unter anderem bestätigte sie die Wichtigkeit von hochwertigen Backlinks.

Hubspot ermittelte  eine optimal Blogpostlänge von 2100 bis 2400 Wörtern.

Die meisten Studien beziehen sich auf Blogpost. Für andere Contentarten empfehlen Experten unterschiedliche Contentlängen. Viele Fachleute nennen die Zahl 300 als minimale Wortanzahl für Website-Content. Auch das sehr populäre Yoast WordPress-Plugin arbeitet mit dieser Untergrenze und gibt bei kürzeren Inhalten eine Warnung aus. Für Landing Pages gilt eine eine Länge von 300 bis 600 Wörtern als optimal, gleiches gilt für Artikel, die für Social Media bestimmt sind. Tiefergehende Artikel sollten etwa 2000 Wörter umfassen, während bei genauen Anleitungen gar von 4000  Wörtern ausgegangen wird.

Backlink Word Count
Obwohl Google den Word Count nicht zu den Rankingfaktoren zählt, gibt es dennoch einige Gründe, warum Long-Form-Content im Durchschnitt besser als Short-Form-Content rankt: Längere Texte enthalten mehr verschiedene Keywords, bekommen mehr Backlinks und erfüllen die Suchintention der User meist besser. Verschiedene Studien weisen einen starken Zusammenhang zwischen der Textlänge und der Anzahl der verweisende Domains nach: Längere Texte erhalten mehr Backlinks.

Verbessern Sie Ihre Texte, anstatt wahllos Inhalte hinzuzufügen:

  1. Strukturieren Sie Ihre Texte. Fügen Sie Zwischenüberschriften ein und gliedern Sie längere Beiträge in sinnvolle Absätze, so erleichtern Sie Google und Ihren Lesern das Verständnis Ihrer Inhalte.
  2. Schreiben Sie relevanten Content und bringen Sie die Dinge auf den Punkt. Liefern Sie Ihren Usern nützliche Informationen und verzichten Sie auf weitschweifende Erklärungen. Dieser Ansatz muss nicht im Gegensatz zu einer Erhöhung des Word Counts stehen. Eine Erhöhung der Relevanz geht oft mit einer Verlängerung der Texte einher.
  3. Verbessern Sie die Qualität und die Lesbarkeit Ihres Contents. Erläutern Sie die Einzelheiten, zitieren Sie bekannte Fachleute und fügen Sie informative Grafiken ein.
  4. Halten Sie Ihren Content aktuell. Reagieren Sie auf Entwicklungen und scheuen Sie sich nicht, Ihre Texte an die neuesten Erkenntnisse anzupassen. Lassen Sie Kommentare zu und gehen Sie auf die Anregungen Ihrer Leser ein.

Befolgen Sie diese Regeln und verzichten Sie darauf, schon Erwähntes nochmals mit anderen Worten zu umschreiben oder Ihre Keywords ohne Kontext einzufügen.

Fazit

Konzentrieren Sie sich mehr auf die Qualität Ihrer Inhalte und nicht so sehr auf die Wortanzahl. Behandeln Sie ein Thema so ausführlich wie nötig. Versuchen Sie nicht, einen bestimmten Word Count zu erreichen und nutzen Sie die erläuterten Konzepte zur Verbesserung Ihrer internen Verlinkung und Inhaltsstruktur.

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Marcel Sarman

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Marcel Sarman betreut die ABAKUS Website und entwickelt sie weiter. Er ist unser Experte für HTML5, CSS3 und WordPress und schreibt Beiträge für unsere Seite.
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