404-Seiten im KI-Zeitalter

Marcel Sarman  Marcel Sarman in OnPage SEO am 27. April 2026

KI-Suchen und Chatbots vergrößern die Bedeutung von 404-Seiten. Während Google sehr darauf achtet, nur existierende Seiten anzuzeigen, erfinden KI-Modelle (ChatGPT, Perplexity, Gemini) oft plausibel klingende (aber nicht vorhandene) Links. Die Verlinkung führt dann auf eine 404-Fehlerseite und sendet den 404 Statuscode.

Was ist ein 404-Fehler?

Der HTTP-Statuscode „404 Not Found“ zeigt, dass der Server den angeforderten Inhalt nicht findet.
Typischerweise tritt diese Meldung bei

  • Tippfehlern
  • ohne Weiterleitung gelöschten Inhalten
  • fehlerhaften Verlinkungen
  • von der KI halluzinierten Links auf

Warum sind 404-Seiten im KI-Zeitalter besonders wichtig?

404-Seiten senden an die KI das Signal: Diese Seite ist nicht vorhanden. Bitte nicht verlinken. Besonders bei veralteten Indexdaten ist diese Information wichtig und reduziert das Risiko von Links auf nicht existierende Seiten. KI-Suchen durchsuchen das Internet, wenn die Trainingsdaten nicht zur Beantwortung der Fragen ausreichen. So generieren sie dann ihre Antworten. Eine fehlerhafte Seite, die nicht eindeutig als 404 zu erkennen ist, gerät so leicht in die KI-Antworten.

Außerdem generieren Chatbots viele Links auf nicht vorhandene Seiten. Bieten Sie Nutzern, die diesen Links folgen, auf Ihrer 404-Seite daher Alternativen, damit sie trotz der fehlerhaften Verlinkung auf Ihrer Seite bleiben.

Wie entstehen KI-Links auf nicht existierende Seiten?

Die KI berechnet, welches nächste Wort am wahrscheinlichsten ist. Obwohl inzwischen Überprüfungsmechanismen eingebaut sind, ist die Korrektheit nicht immer gewährleistet. Fehlerhafte Links aus Chatbots kommen vergleichsweise häufig vor:  Eine aufwendige Ahrefs-Studie zeigte, dass KI-Suchen dreimal häufiger auf nicht existierende oder nicht funktionierende Seiten verweisen als Google.

Google durchsucht den eigenen Index nach passenden Seiten. Die KI dagegen generiert aus gelernten Mustern neue Texte. KI-Suchen greifen somit nicht auf eine Datenbank mit URLs zu, sondern erstellen plausibel klingende Links, die nicht existieren müssen.

  • Schreiben Sie beispielsweise jeden Monat einen Monatsrückblick und veröffentlichen ihn unter einer URL wie www.seite123.de/2025/1, dann wäre ein typischer Fehler, dass die KI auf eine URL wie www.seite123.de/2025/7 verweist, die nicht existiert, weil Sie während der Sommerpause keinen Beitrag veröffentlicht haben.
  • Auch die Kombination aus existierender Seite und echtem Thema wirkt auf den ersten Blick glaubwürdig, verweist aber in der Realität manchmal auf eine 404-Seite.  Die Verlinkung https://de.wikipedia.org/wiki/404-Fehler sieht glaubwürdig aus. Die URL existiert aber nicht und erzeugt ihrerseits einen 404-Fehler.

404-Seiten 2026

Neben den Fällen von nicht existierenden URLs, gibt es noch die vorhandenen Unterseiten, die trotzdem als 404 gewertet werden. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie diese Seiten finden bzw. was Sie mit ihnen machen sollten:

Wie finde ich 404-Fehlerseiten in der Google Search Console?

  1. Loggen Sie sich in die Google Search Console ein.
  2. Gehen Sie  im linken Menü auf Indexierung-Seiten.
  3. Dort finden Sie unter „Warum Seiten nicht indexiert werden“ eine Auflistung Ihrer derzeit nicht indexierten Seiten.
  4. Klicken Sie auf „Nicht gefunden (404)“, um Ihre von Google als 404 gewerteten Seiten anzuzeigen.
  5. Befolgen Sie die in diesem Artikel beschriebenen Tipps, um die Fehler zu beheben.

Was ist der Unterschied zwischen einem Soft-404-Fehler und einem Hard-404?

  • Ein Soft-404-Seite sendet den Statuscode 200 OK, obwohl die Seiten fehlerhaft oder nicht vorhanden sind.
  • Bei einem Hard-404-Fehler erhält der Browser den korrekten Statuscode 404 Not Found.

Soft-404-Seiten verschlechtern die Performance Ihrer Website:

  • Bots indexieren dann fehlerhafte Seiten, die eigentlich durch einen 404-Fehler von der Indexierung ausgeschlossen sein müssten. Durch diese Crawl-Budget-Verschwendung gelangen aktuelle oder wichtigere Seiten eventuell erst verspätet in den Index, was wiederum besonders für KI-Suchen (die aktuelle Inhalte bevorzugen) Nachteile hat.
  • Backlinks oder interne Links auf Soft-404- Seiten haben keine Wirkung. Ändern Sie in diesem Fall das Linkziel oder leiten Sie vom ursprünglichen Linkziel per 301 auf die neue Zielseite weiter.
  • Die Nutzererfahrung sinkt. Schließlich finden User auf Soft-404-Seiten nicht die erhofften Inhalte.
  • Sind zu viele Soft -404-Seiten vorhanden, werten Suchmaschinenbots oder LLMs Ihre Seite eventuell ab.

Vermeiden Sie Soft-404-Seiten und setzen Sie den Statuscode auf 404, um korrekte Fehlerseiten zu erzeugen.

Was sind typische Soft-404-Fehlerseiten?

  • Bei Onlineshops mit Filterfunktion sendet der Server manchmal trotz nicht vorhandener Inhalte den Statuscode 200 OK. Beispielsweise, wenn der User nach Produkten für weniger als 10 Euro filtert, aber alle Ihre Produkte mehr als 10 Euro kosten. Es erscheint eine praktisch leere Seite mit der Meldung: Keine Produkte vorhanden, die allerdings den Statuscode 200 OK sendet.
  • Eine Konfiguration leitet alle ungültigen URLs auf die Startseite weiter. Durch den fehlenden inhaltlichen Bezug zwischen der nicht vorhandenen und der Startseite wertet Google dies als Soft-404-Fehler.
  • Suchmaschinenbots stufen Seiten mit wenig Inhalt (Thin Content) als Soft-404 ein.
  • Ein Datenbankfehler verhindert in einem CMS (WordPress, Typo3 …) die korrekte Darstellung des Inhalt. Die Seite liefert den Statuscode 200 OK, zeigt aber keinen Inhalt an.

Wie behebe ich Soft 404-Fehler?

Funktioniert Ihre Seite nicht und sendet trotzdem den Code Statuscode 200 OK, sorgt das für Verwirrung.  Google und die KI-Bots verschwenden ihr Crawl-Budget und die Rankings leiden. Finden Sie zunächst die Ursachen für diese fehlerhafte Statuscode-Übermittlung und checken Sie, ob

  1. die entsprechende Seite kaum Inhalt enthält
  2. technische Blockaden (fehlerhaftes JavaScript) vorliegen
  3. Sie falsche Weiterleitungen eingerichtet haben
  4. eine Onlineshopseite keine Produkte anzeigt

Nach der Überprüfung sollten Sie:

  • Nicht mehr vorhandene Seiten auf 404 Not Found oder auf 410 Gone setzen.
  • Seiten mit Thin Content inhaltlich erweitern.
  • Sorgfältig  per 301-Weiterleitung auf inhaltlich verwandte Seiten weiterleiten.
  • Ihre Suchergebnisseiten auf noindex setzen. So vermeiden Sie, dass bei ergebnislosen Suchen leere Seiten in den Index gelangen.

404-Seiten Schritt für Schritt optimal gestalten

  1. Verständliche Fehlermeldung: Vermitteln Sie Ihren Usern in einfacher Sprache, dass etwas schiefgelaufen ist („Diese Seite gibt es leider nicht.” ). Gestalten Sie die wichtigen Elemente wie auf dem Rest Ihrer Seite. Der User muss wissen, dass er sich auf Ihrer Website befindet.
  2. Bieten Sie Alternativen: Zeigen Sie Ihren Nutzern einen Ausweg.
    • Integrieren Sie ein Suchfeld, damit der User das findet, wonach er sucht.
    • Verweisen Sie auf beliebte Inhalte.
    • Verlinken Sie zur Startseite.
  3. Personalisieren Sie Ihre 404-Seite: Fügen Sie einen humorvollen Spruch, eine passende Grafik oder eine interessante Übersicht ein. Durch diese Elemente erhöhen Sie die Nutzerzufriedenheit.

404 Beispiel

Fazit

Reagieren Sie auf die fehlerhaften KI-Links und optimieren Sie Ihre 404-Seite. Befolgen Sie die beschriebenen technischen Tipps und vereinfachen Sie klassischen Suchmaschinen und KI-Bots die Verarbeitung Ihrer Website.

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Marcel Sarman

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Marcel Sarman betreut die ABAKUS Website und entwickelt sie weiter. Er ist unser Experte für HTML5, CSS3 und WordPress und schreibt Beiträge für unsere Seite.
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