In 3 Schritten zur perfekten Keyword-Recherche

Ulrike Di Carlo  Ulrike Di Carlo in OnPage SEO am 20. November 2019

Teil 1 – Daten sammeln für die Keywordrecherche

Vorab: Was sind Keywords und welche Arten gibt es?

Wer relevanten Traffic erhalten will oder einfach nur seine Landingpages optimieren möchte, damit Nutzer passende Inhalte auf der eigenen Website besser finden, der muss sich auf die richtigen Keywords konzentrieren. Hat man verstanden bzw. eruiert, was der Nutzer sucht, füllt man den Inhalt seiner Seite mit genau diesen Keywords. Die Keyword Recherche ist somit die Basis und der erste wichtige Schritt in der Suchmaschinenoptimierung.

Wo findet man nun diese Keywords und welche Arten gibt es?

Zuerst einmal unterscheidet man folgende Arten von Keywords:

  • Short-Tail-Keywords (1-3 Wörter)
  • Long-Tail-Keywords (Suchanfragen aus Wortgruppen)
  • geografische Keywords (z. B. „SEO in Hannover“)
  • transaktionsbezogene Keywords bzw. Money Keywords (z. B. „Reise buchen“ oder „Pizza bestellen“)
  • Brand-Keywords („Zewa“, „Tempo“, „Audi“)

Eine Besonderheit sind Semantische Keywords. Nach dem letzten Google Update BERT, das zum aktuellen Zeitpunkt nur in den USA ausgerollt ist, in den Featured Snippets allerdings schon in allen 25 Sprachen zum Einsatz kommt, sind Semantische Keywords Synonyme oder Schlagwörter, die dem eigentlichen Hauptkeyword ähneln.

Mit BERT versucht Google übrigens den Kontext innerhalb einer Suchanfrage zu erkennen und liefert passende Ergebnisse in der Position 0 (Featured Snippets) mit Text, Tabelle oder Liste aus. Auch für die Voice Search ein nicht ganz unerheblicher Faktor, der berücksichtigt werden muss und die Keyword-Recherche umso wichtiger macht.

Hilfreiche Links zum Finden von Synonymen:

https://wortschatz.uni-leipzig.de/de

https://www.semager.de/

https://lsigraph.com/

Die Suche nach dem „Wort“ – Daten für die Keyword Research sammeln

Ziel einer jeden Recherche und anschließender Analyse und Mapping ist, wichtige und relevante Keywords zu finden, um die passenden Inhalte bereitstellen zu können und damit die Conversionrate zu erhöhen. Ermittelt werden zunächst ALLE Daten, die man aus den Tools erhalten kann. Berücksichtigt werden sollten in jedem Fall die Metriken Suchintention, Suchvolumen und Wettbewerb. Auch Klicks, Impressions (optische Einblendung in den Suchergebnissen), CPC (Abrechnungsmodell „Cost per Click“) sind wichtig. Die rankende URL, wenn ausgewiesen, sowieso!

Entweder können die Daten direkt aus den verschiedenen Tools in Excel exportiert werden oder man fügt diese Daten dann einzeln der selbst erstellten Liste mit den Seedlist-Keywords hinzu. Sämtliche Keywords und deren angereicherte Daten (also alle Rohdaten) werden am besten in einer Excel-Tabelle zusammengetragen.

Suchintention

Auch die Suchintention des Users muss berücksichtigt werden. Will dieser sich

  1. informieren? User sucht nach Lösungen und/oder Ratgebern
  2. navigieren? User sucht nach einer Marke und gibt die URL nicht direkt ein.
  3. Transaktionen tätigen? Schuhe kaufen oder PDF downloaden.

Die Suchintention des Nutzers zu kennen, erleichtert später die Auswahl der Keywords. Es können sich so Keyword-Kombinationen herauskristallisieren, die das Keyword mit der Intention verknüpft. So z.B. „Schuhe + auf + Rechnung + bestellen“.

Suchvolumen

Für das Endergebnis, nämlich relevanten Traffic zu generieren, ist das Suchvolumen eine wichtige Metrik, muss aber differenziert betrachtet werden. Google spielt viele Suchergebnisse bereits aus, ohne dass überhaupt auf die Zielseite geklickt werden muss. Der Suchmaschinenriese will nämlich mit Informationsfragmenten schon auf der Ergebnisseite so viele Anfragen wie möglich beantworten. Das bedeutet, über 50 Prozent aller Suchanfragen auf Google enden nicht mehr auf externen Websites. Wer beispielsweise nach dem heutigen Wetter sucht, erhält die Information sofort, ohne auf eine externe Website gehen zu müssen. „Wetter heute“ hat ein riesiges Suchvolumen, führt aber zu keiner Conversion.

Google Suchergebnis Screenshot

Zu überlegen ist also, welche Keywords (-kombinationen) zielen tatsächlich auf den Inhalt meiner Website ab, wie viele suchen und klicken tatsächlich. Diese Daten erhält man in der Google Search Console, bei Ubersuggest oder Ahrefs.

Wettbewerb

Die Höhe der Konkurrenz-Metrik bzw. der Wettbewerber-Keywords-Metrik (z. B. aus dem Tool von Sistrix) soll als Anhaltspunkt  verstanden werden, wie groß die Chance ist, ein gewünschtes Keyword zu platzieren und besser als die Konkurrenz zu ranken.

Keyword Recherche Tools

  • Erstellen einer eigenen Seedlist aus 10 bis 20 Keywords, die die Basis der weiteren Recherche bilden.

Es werden Begriffe aus eigener Dienstleistung oder vom eigenen Produkt notiert (Brainstorming, Kollegen/Freunde fragen, Kunden-Wording bedenken: sagen diese z. B. Zollstock oder Gliedermaßstab?).

  • Konkurrenz-Keywords

Keywords der Mitbewerber zu finden setzt voraus, dass man seine Konkurrenz kennt. Sicher werden die meisten wissen, in welchem Umfeld man sich im Netz befindet, allerdings wird man an den Global Playern wie eBay, Amazon und Co. nur mit Mühe vorbeikommen. Das Ziel kann also sein, mit weniger hart umkämpften Longtail-Keywords und geringerem Suchvolumen besser als die „Großen“ zu ranken. Mitbewerber-Keywords müssen eruiert werden, für die die Konkurrenz rankt, man selber aber schlechter oder gar nicht.

Eine gute Methode ist  auch die Betrachtung besser rankender Mitbewerber auf Google: welche Keywords werden im Title, der Description und in den Überschriften der rankenden URL verwendet? Die Metatags der Konkurrenz können durch einen SERP Snippet Generator schnell ermittelt werden.

  • Keywords aus der Seedlist in Google Suggest eingeben

Erfassen von Vorschlägen in Google – sehr aufwendig, aber lohnenswert, da diese Begriffe definitiv relevante Suchanfragen zum eigenen Keyword sind.

  • Answer the public (kostenlos) Tool zum Sammeln von Long-Tail-Keywords

Answer the Public sammelt ähnlich wie Google Suggest zu jeder Suchanfrage die Autovervollständigen-Vorschläge. Diese werden sogar grafisch aufbereitet.
Screenshot Answer the Public

  • Google Search Console (kostenlos)

Exportieren aller Suchanfragen aus der Google Search Console in Excel für die Rankings vorhanden sind. Die Daten beinhalten bereits Klicks, Impressionen, CTR und Rankingpositionen.

  • SEO DIVERKeyword Recherche Tool (kostenlos)

Bietet mit einer umfassenden Datenbank Recherchemöglichkeiten oberhalb der klassischen Keyword-Recherche. Zu einem speziellen Suchbegriff erhält man weitere relevante Keywords und Phrasen, Attribute zu Lokalität, Shopping, News, etc., geschätztes Suchvolumen und saisonale Schwankungen. Ein erweiterter Datenexport in CSV- oder XLS-Format beinhaltet alle Keywordeigenschaften und Attribute der angefragten Suchbegriffe.

SEO DIVER Screenshot

Exportieren aller Chancen-Keywords in Excel. Daten beinhalten Positionen, rankende URLs, Suchvolumen, Wettbewerb, Trend und CPC.

Auch Mitbewerber Keywords lassen sich hier herausfiltern.

Ahrefs bietet von allen Tools die größte Datenbasis und die genauesten Keyword-Daten. Über den Keyword Explorer und den Site Explorer lassen sich organische Keywords finden, die mit Daten wie Suchvolumen, Klicks, CPC u.v.m. ausgeliefert werden.

Auch mit Ahrefs lassen sich Mitbewerber ermitteln. Hinter dem Menüpunkt „Konkurrierende Domains“ verbirgt sich eine Liste mit Webseiten, die mit den gleichen Keywords in den Top 10 ranken wie man selbst.

Ähnlich wie bei Ahrefs erhält man ausführliche Informationen über den Wert von Keywords in den organischen und bezahlten Suchergebnissen. Zu jedem Keyword in dieser Datenbank erhält man wertvolle Informationen wie: CPC, Suchvolumen, Anzahl der Suchergebnisse, Trend und Anzeigentexte für den gesuchten Begriff.

Ubersuggest liefert kostenlose Keyword-Ideen inkl. Suchvolumen, Trends, Wettbewerb, SEO Difficulty, die Paid Difficulty und den CPC zum Keyword.

ubersuggest Screenshot

Ein Keyword-Monitoring-Tool, um zu überwachen, wie sich die Platzierungen in den Suchergebnissen bei Google verändern. Das Tool stellt täglich die Platzierungen der Website bei einzelnen Keywords fest und hält diese bis Platz 100 in einer Grafik und Tabelle bereit.

Im Reiter „Keyword Research“ werden ebenfalls Unmengen von Keywords für ein Projekt vorgeschlagen.

Ein kostenloses Google Tool zum Vergleichen und Analysieren, wie hoch das Suchinteresse in einer ausgewählten Region in einem festgelegten Zeitraum ist.

Schauen wir uns an, in welcher Schreibweise das Keyword „keywordrecherche“ in den letzten 12 Monaten in Deutschland gesucht wurde, ergibt das folgendes Ergebnis:

Google Trend Screenshots

Es wird deutlich, dass die Keyword Kombination „Keyword Recherche“ noch vor „Keyword Research“ und „Keywordrecherche“ im Interesse der Suche liegt. Da alle Schlagwörter im semantischen Bereich liegen, ist in den Suchergebnissen aber kein großer Unterschied zu erwarten. Der Algorithmus gleicht diese Differenzen aus, allerdings erhält man doch einen groben Hinweis, wie der Inhalt am besten gestaltet werden kann und was die eigene Zielgruppe sucht.

Zusammenfassung

Die Basis einer SEO-Content-Strategie ist eine gründliche Keyword Recherche. Das Finden und Sammeln von relevanten Suchbegriffen, in einer Liste zusammengetragen, stellt also den 1. Teil unseres Leitfades dar. In unserem nächsten Blogbeitrag erfahren Sie von Philipp Ehring, wie die Keyword-Analyse vonstatten geht.

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Ulrike Di Carlo

Über Ulrike Di Carlo

Ulrike Di Carlo ist Suchmaschinenoptimiererin bei ABAKUS Internet Marketing. Mit fachlicher Expertise und optimaler Strategie berät und unterstützt sie Kunden aus E-Commerce und E-Business. Angefangen als stellvertretende Leiterin des OffPage-SEO Teams, übernimmt sie seit 2019 im SEO-Team die Planung und Steuerung von Maßnahmen zur Steigerung der Rankings von Kundendomains.
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