In 3 Schritten zur perfekten Keyword-Recherche: Teil 2

Philipp Ehring  Philipp Ehring in OnPage SEO am 3. Dezember 2019

Teil 2 – Gesammelte Daten analysieren

Im ersten Teil erklärte Ulrike Di Carlo bereits, wie relevante Daten für die Keyword-Recherche gefunden werden können. Dazu gehörte die Vorstellung nützlicher – zum Teil auch kostenloser – Tools, zum Finden vieler Keywords, für die es sich lohnen könnte zu ranken.

Entfernen unwichtiger Keywords

Um nicht mit einer unnötig hohen Anzahl an Begriffen arbeiten zu müssen, empfiehlt es sich, vorab eine grobe Aussortierung vorzunehmen. Wie in der Suchmaschinenoptimierung heutzutage üblich, kommt hier die Relevanz zum Tragen. Zu den Keywords, welche also ohne Bedenken aus der Liste genommen werden können, zählen demnach:

  1. Begriffe, die keinerlei Relevanz für Ihre Website haben
  2. Begriffe, welche Ihrer Customer Journey nicht entsprechen
  3. Begriffe, die doppelt vorkommen (sogenannte „Duplikate“)

Sie werden während dieser Arbeit merken, dass viele Tools auch Keywords vorschlagen, die Ihnen bzw. Ihrer Domain absolut gar nichts nützen.

Erste Filterung entsprechend der Suchintention der Suchbegriffe

Die Suchintention war bereits kurz Thema im ersten Teil. Da diese einen grundlegenden Stellenwert einnimmt, möchten wir die drei Arten etwas detaillierter vorstellen:

Informational Search

Der Nutzer sucht nach bestimmten Informationen, dabei kann es sich sowohl um die Lösung eines konkreten Problems handeln, als auch um die reine Wissensrecherche. Mögliche Suchanfragen sind z. B. das derzeitige Wetter oder Erklärungen zu Begriffen.

Navigational Search

Der Nutzer weiß, auf welche Unterseite einer Website er gelangen möchte (kennt also die „Marke“), kennt aber die aufzurufende URL nicht, z. B. „relaunch begleitung abakus“ oder einfach „abakus seo“.

Transactional Search

Der Nutzer will, z.B. etwas kaufen, reservieren oder buchen. Ein Beispiel für entsprechende Suchanfragen ist „kontaktlinsen online bestellen“. Aber auch die Suche nach bestimmten Produkten kann schon eine Kaufabsicht beinhalten, z. B. „jahresbuch hannover 96 2019 kaufen“.

Die prozentuale Verteilung der drei Arten von Suchanfragen ist dabei wie folgt:

Verteilung der Arten von Suchanfragen

Viele Webseiten decken mehrere Suchintentionen ab, weshalb eine Filterung der Keywords entsprechend dieser drei Arten als erster Teil der Analyse ratsam ist.
Dies ist vor allem dann der Fall, wenn eine Website, deren eigentliches Ziel der Verkauf von Artikeln oder die Generierung von Anfragen ist (= Transactional Search), vorab die potenziellen Kunden mit Hilfe von informativen Wissensseiten „anlocken“ will (= Informational Search).

Keywords können außerdem mehrere Suchintentionen haben. Ist man sich unsicher, welche am besten passt, lohnt es sich das Keyword in die Google Suche einzugeben und zu schauen, wie Google selbst das Keyword einstuft. Werden ausschließlich Onlineshops angezeigt, dann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Transactional Keyword. Zeigt die Suche hingegen vermehrt Blogartikel, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, steht wohl die Informational Search im Vordergrund.

Filterung und Sortierung der verbleibenden Keywords

Nun liegt eine Datei vor, in der jede Menge Keyword-Ideen, bereits gefiltert nach der Suchintention und angereichert mit Suchvolumen, Wettbewerb, CPC zu finden sind. Alle Keywords empfehlen wir entsprechenden Themenbereichen zuzuordnen, wie hier am Beispiel zu sehen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass Keywords eines gleichen Themenbereiches auch die gleiche Suchintention beinhalten:

Screenshot gefilterte Keywords

Es gilt zudem, für jede Themengruppe ein entsprechendes Haupt-Keyword zu finden. Dieses Keyword sollte dann auch das jeweilige Haupt-Keyword einer rankenden URL sein (aber mehr dazu später im Abschnitt „Keyword-Mapping“).

Die Wahl des Haupt-Keywords sollte sich aber nicht nur auf den Begriff mit dem höchsten Suchvolumen konzentrieren. Denn gerade diese Begriffe sind stark umkämpft, weshalb es schwieriger ist, hier Top-Platzierungen zu erreichen. Demnach raten wir bei der Auswahl des Haupt-Keywords auf mehrere Faktoren zu achten:

  • Hat das Keyword Priorität für die Inhalte bzw. das Angebot auf der URL?
  • Wie hoch ist der Wettbewerb? Sind die Haupt-Konkurrenten starke (wie z.B. Amazon) oder schwächere Domains?
  • Natürlich zählt auch ein gewisses Suchvolumen!
  • Gibt es auf der Ziel-URL für das Keyword einen entsprechend thematisch passenden und relevanten Content?

Erstellung von Keyword-Clustern

Keyword-Cluster werden zu den mittlerweile herausgefilterten Haupt-Keywords gebildet. Unter einem Keyword-Cluster verstehen wir ein oder auch mehrere Keywords, die in einer festgelegten Abhängigkeit zueinander stehen – es sind sozusagen Listen von Begriffen mit den gleichen Eigenschaften. Dies können Long-Tail-Keywords oder auch Synonyme sein.

Das Bilden solcher Cluster ist wichtig in Hinblick auf spätere Rankings. In der Regel rankt eine URL eben dann auch für die weiteren Keywords des Clusters. Gleichzeitig stärkt dies das Haupt-Keyword, da die verschiedenen Sprachstile der potenziellen User abgedeckt sind. Automatisch verbessert sich auch der Lesefluss, indem Synonyme verwendet werden.

Auf den Content der eigenen Domain achten

Um mit den wichtigen Keywords auch gut ranken zu können, ist es enorm wichtig, über entsprechenden guten Content zu verfügen oder eben diesen guten Content zu erstellen.

Die Keyword-Analyse dient vor allem dazu, den informativen Content für die (verschiedenen) Zielgruppen leichter erstellen zu können. Hierbei ist es wichtig, das Haupt-Keyword, kombiniert mit den Cluster-Begriffen im Text einzubinden. Google erkennt die Zusammenhänge der Begriffe. Hilfreich kann hier auch eine Latent Semantische Optimierung (LSO) sein, mit der weitere verwandte Wörter eines Keywords ermittelt werden können.

Zusammenfassung

Auf Grundlage der bereits vorgestellten Keyword-Recherche haben wir nun beschrieben, wie die gefundenen Daten analysiert und entsprechend relevante Keywords herausgefiltert werden können. Parallel dazu darf der Content auf der eigenen Website jedoch nicht vernachlässigt werden. Im abschließenden Teil erfahren Sie, wie das Keyword-Mapping optimal durchgeführt wird.

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Philipp Ehring

Über Philipp Ehring

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Philipp Ehring hat als Trainee SEO von der Pieke auf bei ABAKUS begonnen und setzt seitdem erfolgreich SEO-Strategien für unsere Kunden um. Er kennt sich bestens in allen Disziplinen des Digitalmarketings aus. Aus seinem Studium bringt er außerdem Kenntnisse aus den Bereichen Regional- & Stadtentwicklung, Tourismus, Geografie mit.
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