In 3 Schritten zur perfekten Keyword-Recherche: Teil 3

Tim Meseke  Tim Meseke in OnPage SEO am 24. Januar 2020

Teil 3 – Keyword Mapping

Nachdem wir passende Suchbegriffe/Keywords aus unseren aggregierten Listen identifiziert haben, geht es nun darum zu überlegen, ob und wie wir diese für uns nutzbar machen. Die Entscheidungen sind dabei sehr individuell für jede Domain und Branche, weshalb eine allgemeine Vorgehensweise weniger empfehlenswert ist. Die nachfolgenden Beispiele machen dies deutlich.

Die Wahl der Keywords hängt also zunächst von diversen relativen Faktoren ab wie:

Ausreichend Suchvolumen

In der Regel kann man sagen je höher das Suchvolumen, umso stärker die Konkurrenz in den SERPS. Auch hier gibt es Ausnahmen und genau das kann bereits eine Strategie sein. So kann man durch Recherchen zu einzelnen Suchanfragen/Keywords feststellen, dass die Konkurrenz auf den ersten Seiten relativ schwach aufgestellt ist (und so eine lohnenswerte Position mit überschaubaren Aufwand möglich ist). Ausreichend Suchvolumen heißt nicht gleich mehrere tausend Suchanfragen im Monat.

Ein Keyword wie Online Marketing Agentur (um bei unserem Beispiel der KWR aus Teil 2 zu bleiben) mit rund 5000 Suchanfragen im Monat klingt natürlich erstmal vielversprechend, für eine neue Agentur hier in die organischen Top 10 einzusteigen, ist aufgrund der Konkurrenz ohne viel Zeit und Geld fast nicht möglich. Gleichzeitig kann für eine andere Branche eine Keyword wie „windkraftanlagenkonfigurator“  mit 40-60 Suchanfragen im Monat ein absolutes Fokuskeyword sein.

Zum einen, weil das Unternehmen durch das Produktportfolio natürlich auf einen gewissen Keywordbereich beschränkt ist (abgesehen vom Aufbau komplett neuem Content, welcher sich ggfs. durch die Keyword Recherche ergibt). Zum anderen gibt es natürlich weniger Windkraftanalagenhersteller als Online Marketing Agenturen, weshalb hier die Konkurrenz quantitativ (und damit fast immer auch qualitativ) wesentlich schwächer vertreten ist.

Um ein Suchvolumen als „ausreichend“ zu definieren muss man sich also immer die Fragen stellen

  • Erzeuge ich genug neuen Traffic durch die Platzierung dieses Keywords auf einer guten organischen Position?
  • Steht der dazu nötige Aufwand (ContentCreation, Linkbuilding & SEO Maßnahmen etc.) im Verhältnis zum Ertrag?

Das abzuschätzen erfordert natürlich viel Erfahrung und Sachkenntnis, welche jedoch durch weitere Entscheidungen begünstigt werden (der Strategie z.B). So können wir bei neueren Suchbegriffen/Keywords/Themen/Produkten natürlich noch kein hohes Suchvolumen erwarten. Sich dafür bereits gut zu positionieren bevor das Suchvolumen explodiert bzw. hunderte Domains darauf optimieren, kann jedoch eine entscheidende Strategie zur Sichtbarkeitssteigerung  bzw. Markenplatzierung sein. Auch hier haben wir unter Umständen also eine Entscheidung für Keywords mit (noch) relativ geringem Suchvolumen.

Welche Keyword Strategie

Ist die Strategie für das Keyword nicht selber zu ranken, sondern vielleicht bereits bestehende (vielleicht schon solide platzierte) Inhalte damit aufzuwerten, können auch geringere Suchvolumina eine geeignete Themenzugehörigkeit signalisieren und ausreichen diese entsprechend weiter auf den Seiten zu fördern.

Die Strategie könnte aber auch sein die Webseite (neu) zu strukturieren. Wenn über die Jahre die Contentpflege nicht sauber lief, viele URLs und Inhalte zu ähnlichen Themen existieren bzw. dazukamen, können Inhalte entsprechend verwässern (ganz zu schweigen von Duplicate Content Problemen). Hier liegt der Fokus stärker auf der internen Hierarchie, den Suchvolumina und dem zuordnen/clustern von Inhalten und Keywords. Wie man sieht, ist das Mapping also stark abhängig davon, welche Ziele bzw. Strategien man verfolgt. Oft ist es auch so, dass sich die Strategie erst durch die Recherche ergibt bzw. der eigentliche Grund dieser ist. Genau dafür eignet sie sich natürlich ebenfalls, da wir so offene Potentiale erst erkennen können, wenn wir sehen wie in der „realen Welt“ zu einem bestimmten Thema gesucht wird. Man kann also schon mal festhalten, dass die Keyword Recherche sowie das Mapping kontinuierliche Mechanismen zur Sichtbarkeitssteigerung darstellen, welche im Idealfall nie komplett abgeschlossen sind.

Beispiel Mapping

Ziel des Mappings soll es sein die Suchanfragen/Keywords so zu ordnen, dass jedem Keyword eine einzigartige URL zugewiesen wird. Um bereits bestehende Rankings zu ergänzen, können wir auf die Search Console oder Keywordtools zurückgreifen. So können wir URL und Position (1-99) hinter dem jeweiligen Keyword vermerken und erkennen so bereits Potentiale (Inhalte fehlen oder ranken schon top etc.). Wichtig ist, dass wir die Webseitenstruktur als Ganzes dabei im Auge behalten bzw. abgleichen und ggfs. ergänzen.

Kategorien Übersichtsgrafik

So eine Struktur ist auf den meisten Seiten in dieser bzw. ähnlicher Form bereits gegeben und wird durch das Mapping idealerweise entsprechend bestätigt oder abgeändert.

Beispielanalyse

Nehmen wir an, der Fokus der Keywordrecherche liegt zunächst auf der Hauptkategorie 1. Durch die Recherche ergaben sich folgende Suchvolumina und aktuelle Positionen:
Keyword Recherche Tabelle 1
Durch eine erste Clusterung der URLs ergeben sich bereits erste Erkenntnisse und Potentiale:
Keyword Recherche Tabelle 2
In diesem Fall sehen wir 5 Keywords, welche aus unserer Sicht für die 1. Hauptkategorie gedacht sind, jedoch für eine andere URL ranken(Startseite/Unterkategorie 2&3). So steht es uns nun frei zu überlegen, diese entsprechenden Seiten für diese Keywords zu deoptimieren und auf der Hauptkategorie 1 zu fördern und gleichzeitig so den Fokus der einzelnen Seiten klarer auszusteuern.

Falls diese Keywords noch gar keine Positionen aufweisen würden, hätten wir diese entsprechend passenden Seiten/URLs zugeordnet oder überlegt, ob wir ggfs. eine neue Landingpage oder eventuell sogar Kategorie dafür erstellen. Diese Entscheidungen sind aber extrem branchenspezifisch, weshalb eine Pauschalempfehlung hier wenig Sinn macht.

Um bei einem konkreten Beispiel zu bleiben nachfolgende Überlegung:
Keyword Recherche Tabelle 2
Für die Hauptkategorie 1 haben wir einen Schwung an guten Top 10 Platzierungen. In der Recherche sehen wir das Keyword „agentur websiteoptimierung“  mit lohnenswertem Suchvolumen jedoch keiner relevanten aktuellen Position. Man könnte hier noch die URL ergänzen, die Zuordnung bzw. die Inhalte auf der Seite sind jedoch so schwach, das  die Zugehörigkeit erstmal vernachlässigt werden kann. Die Überlegung wäre jetzt z.B dieses Keyword weiter auf der Hauptkategorie 1 URL/Landingpage zu fördern oder ggfs. eine eigene Seite zu erstellen. Diese Entscheidung ist abhängig von der eigenen Erfahrung in dem Bereich und erfordert natürlich auch ein Grundverständnis der Google Suche. Wie auch immer die persönliche Entscheidung ausfällt (in dem Fall würde ich das Keyword mit aufnehmen, da es von der Wortbedeutung zu nahe an den anderen Keywords liegt), so haben wir  am Ende eine Zuordnung und eine Strategie als Optimierungsgrundlage.

Wenn wir Landingpages optimieren, heißt das immer auch Snippets optimieren, welche die Seite als Kurzversion entsprechend in den SERPs abbilden. Dafür definieren wir bei der Keywordrecherche für das Mapping immer Haupt- und Nebenkeywords für die entsprechende URL/Seite, da wir besonders bei den wichtigen Metatiteln auf rund 70 Zeichen beschränkt sind.

Eine der häufigsten Fragen, die sich Anfänger bei der Keywordrecherche stellen, ist, wie bringe ich denn 20 dieser recherchierten Suchbegriffe im Suchsnippet unter, wenn die Zeichen so knapp sind?

Natürlich rankt eine Seite auch für Keywords, welche nicht in den Metaangaben, sondern auf der Seite selber existieren. Die Priorisierungen vor allem im Metatitle haben dennoch nach wie vor starke Auswirkungen auf das Ranking dieser Keywords. So bleibt uns nichts anderes übrig, als dafür 1-3 Hauptkeywords pro URL zu bestimmen, welche dann in den organischen Ergebnissen für die Seiten die Klicks aggregieren sollen. Weitere Keywords decken wir auf der Seite selber mit sauber ausgesteuerten vielfältigen Inhalten aus (auch hier wieder stark abhängig vom Keyword, welche Contentarten/Inhalte Sinn machen). Haben wir Keywords analysiert und zugeordnet, folgt wie schon beschrieben die Contentaufwertung sowie die Snippet-Optimierung. Eine weitere Maßnahme zur Fokussierung wäre außerdem die interne Verlinkung, welche ein weiteres Signal für Google durch die Verlinkungsintention darstellt.

Fazit

Wie sicherlich schon festgestellt, sind die Keywordrecherche und das Mapping sehr individuelle Angelegenheiten, welche sich optimaler Weise in einem stetigen Optimierungs-& Controllingprozess befinden. Wichtig ist, dass wir am Ende eine Einsicht & Übersicht aus bestehenden und potentiell neuen Suchbegriffen & Inhalten bekommen und zusätzlich die einzelnen Seiten der jeweiligen Domain fokussierter an Google übergeben können. Besonders bei großen Domains kommt neben der Keywordrecherche das Mapping besonders zum Tragen, jedoch profitieren natürlich auch kleinere Seiten, wenn von Anfang an eine Strukturstrategie vorliegt.

Die ersten beiden Artikel zur perfekten Keyword Recherche finden Sie hier:
Teil 1 – Daten sammeln für die Keywordrecherche
Teil 2 – Gesammelte Daten analysieren

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  • Tibor

    24.01.2020, 14:57 Uhr

    Stark! Sehr gut beschrieben, jetzt habe ich auch die Feinheiten dazu verstanden.

Tim Meseke

Über Tim Meseke

SEO
Tim Meseke beschäftigt sich seit rund 10 Jahren privat und beruflich mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung. Als SEO ist er bei ABAKUS besonders gefragt, wenn es um die internationale und technische Suchmaschinenoptimierung geht.
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