Größere Bedeutung von No Click Searches 2020 – Lösungsvorschläge für Ihre Website

Philipp Ehring  Philipp Ehring in OnPage SEO am 13. Februar 2020

Seit geraumer Zeit ist mehr und mehr deutlich geworden, dass die organischen Suchergebnisse in starker Konkurrenz zu den Google Anzeigen, Images, Rich Snippets, Local Packs, How-To Anfragen, News oder auch Videos stehen.

Der Grund: Klicken User auf eben besagte Konkurrenten, fällt ein organischer Klick weg. Dass die bezahlten Anzeigen den organischen Ergebnissen einen gewissen Prozentsatz der Klicks „wegnehmen“ ist schon seit vielen Jahren der Fall. Neu ist jedoch die immer stärker in den Vordergrund stoßende Thematik der „No Click Searches“. Im Jahr 2019 führten erstmalig mehr als die Hälfte aller Suchanfragen zu so einer Null Klick Suche. Vor allem die Tatsache, dass die organischen Treffer mittlerweile in großer Menge komplett aus dem ersten sichtbaren Bereich (sowohl mobil als auch in der Desktop Version) fielen, spielt dabei eine enorm große Rolle. Da hilft auch die deutlich bessere Qualität dieser Treffer im Vergleich zu den früheren Jahren der 2000er nicht sonderlich weiter.

Was sind No Click Searches?

Bei den Null Klick Suchen (dt.) handelt es sich um Suchanfragen, die direkt auf der Suchergebnisseite einer Suchmaschine beantwortet werden. Dabei werden in der Regel Inhalte aus relevanten Websites als Featured Snippets prominent dargestellt.

Vorreiter dieser Featured Snippets ist (natürlich möchte man sagen) die größte Suchmaschine Google. Die Ziele der Suchmaschine sind dabei:

  • Erhöhung des Suchkomforts für die Suchenden
  • Informationen, die gesucht werden, schneller zur Verfügung stellen
  • Erhöhung der Kundenzufriedenheit
  • Steigerung des Vertrauens in Google
  • Gesteigerte Nutzung von Google

Auch die Sprachsuchen (engl. Voice Searches) führen zu No Click Searches. Hier jedoch zählen nur diejenigen mit dazu, die den User zu einem Suchergebnisbildschirm führen, von dem aus nicht weiter geklickt wird. Sprachsuchen, bei denen Assistenten wie Siri, Alexa und Co. direkt antworten, gelten hingegen nicht als No Click Searches.

Anteil an No Click Searches wird immer höher

Mitte des Jahres 2019 veröffentliche die Data-Company „Jumpshot“ eine Case Study, in der zum ersten Mal von mehr als 50% No Click Searches bei den Suchanfragen die Rede war. Hier gilt es natürlich zu beachten, dass sich die Daten auf den US-amerikanischen Markt beziehen. Jedoch werden sich die Zahlen, aufgrund des weltweit veränderten Nutzerverhaltens, in der Bundesrepublik Deutschland nicht allzu sehr unterscheiden.

Anteil No Click Searches
Abbildung: Anteil No Click Searches, organische Klicks & Anzeigen Klicks (bearbeitet nach Jumpshot Studie 2019)

Im Vergleich zur Desktop-Version (wo der Anteil über die Jahre gesehen konstant bleibt) macht die Studie deutlich, dass insbesondere die mobile Version enorm viele No Click Searches produziert. So führen insgesamt rund ein Drittel aller Suchanfragen über Desktopgeräte zu Null Klick Suchen. Mobil sind dies hingegen zwei Drittel, Tendenz steigend.

Im Jahr 2016 führte mobil noch rund die Hälfte der Suchen über Google zu keinem Klick. Gleichzeitig stieg auch der Anteil der bezahlten Suche. 2019 wurden Anzeigen rund dreimal so häufig geklickt wie noch drei Jahre zuvor. Dies hängt insbesondere damit zusammen, dass Google sowohl die Anzeigen als auch die sofortige Beantwortung von Suchfragen forciert. Üblicherweise verfügen mobile Endgeräte über ein deutlich kleineres Anzeigefeld, weshalb vermehrt gar keine organischen Treffer mehr im ersten sichtbaren Bereich („Above the Fold“) sichtbar sind, was anhand der folgenden Beispiele ganz gut zu sehen ist:

Infografik No Click Searches - Was ist SEO
Infografik No Click Searches - Klimazonen
Infografik No Click Searches - Wetter Hannover

Durch die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets erhöht sich somit auch der Anteil der No Click Searches.

Gleichzeitig forciert Google jedoch ebenso im Allgemeinen immer mehr Suchanfragen, die schlussendlich zu keinem weiterführenden Klick auf einem organischen Suchergebnis führen. So ist es 2020 möglich, einen kompletten Kaufvorgang komplett über Google Shopping von der Produktinformation bis hin zur Kaufabwicklung durchzuführen.

Mehr Suchen über Suchmaschinen führen zu einer schlechteren CTR

Voraussichtlich wird vielen Webseitenbetreibern, Marketern, etc., die regelmäßig einen Blick in die Google Search Console wagen, nicht verborgen geblieben sein, dass sich die Click-Through-Rate bei vielen Seiten verschlechtert hat.

Allgemein finden immer mehr Personen den Weg ins World Wide Web und nutzen Suchmaschinen, um hilfreiche Informationen zu erhalten. Davon profitieren zunächst einmal alle Webseiten – denn die Anzahl potenzieller Seitenbesucher und somit auch Kunden erhöht sich.

Im Zuge der bereits geschilderten „Optimierungen“ Googles hinsichtlich der schnelleren Beantwortung von Suchfragen, verringert sich jedoch der Anteil der Klicks in den organischen Ergebnissen, da die notwendige Information schlichtweg bereits geliefert worden ist.

Seit Januar 2020 kam nun die Tatsache hinzu, dass Domains, deren Inhalte in den Featured Snippets angezeigt werden, nicht mehr in den darunter folgenden Ergebnissen auftauchen. Insbesondere wenn die Information, welche ein User sucht, bereits mit Hilfe des Featured Snippets zu 100 Prozent sichtbar ist, verliert eine Website trotz relevanten Contents einen Klick. Dies wiederum beeinflusst die CTR, wie bereits geschildert, negativ.

Kritik an Google bleibt nicht aus

Google hat sich über die Jahre eine Vormachtstellung als mit Abstand weltweit größte Suchmaschine erarbeitet. Immer mehr User nutzen den kostenlosen Service, mit Hilfe des kalifornischen Unternehmens leicht und schnell an hilfreiche Informationen zu gelangen.

Gleichzeitig gilt Google auch als die wichtigste Traffic Quelle für viele Unternehmen, die online Geld verdienen möchten oder Aufmerksamkeit anstreben. Dies wiederum erhöht die Abhängigkeit der Unternehmen von Google.

Nun nutzt die Suchmaschine durch die Platzierung der Featured Snippets quasi den „fremden“ Content der Domains für sich selbst, ohne dass die informationsgebende Seite überhaupt besucht wird. Da auch die Quellenangabe und Verlinkung in den Featured Snippets nicht immer klar bzw. offensichtlich gestaltet ist, gab es zunehmend Kritik an diese Handhabe. Ebenso bemängeln viele Webseitenbetreiber die zunehmende Forcierung und Stärkung der bezahlten Anzeigen.

Schlussendlich muss sich der Konzern Google genau überlegen, inwiefern diese Form der Informationsbereitstellung in den SERPs sowohl moralisch als auch ökonomisch vertretbar ist. Die Zukunft wird es zeigen.

Jedoch gibt es auch Lösungsansätze, die es Unternehmen erleichtert, mit dieser Entwicklung besser klarzukommen.

Was kann gegen die steigende Zahl an No Click Searches getan werden?

Wie so oft im SEO Bereich gilt es, sich den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer kontinuierlichen Betrachtung der eigenen Seiten hinsichtlich Content, technischen Grundlagen (Ladezeiten, Mobilfreundlichkeit, HTTPS) und Backlinks. Und wie bereits bekannt ist: die Suchanfragen steigen, weshalb auch mehr potenzieller Traffic für jede Seite da wäre.

Bestenfalls gelingt es, mit den No Click Searches einen Mehrwert für sich zu erzielen. Beispielsweise kann es hilfreich sein, die eigenen Inhalte in den Eigenschaften von Google zu optimieren. Dazu zählen die Inhalte in Google Maps, der Bildersuche, dem Videoportal YouTube, AMP oder auch Knowledge Panels.

Strukturierte Daten mit Schema.org Markups

Mit Hilfe der strukturierten Daten können vor allem Rich Media Elemente in den organischen Suchergebnissen gepusht werden. Diese stechen den Suchenden mehr ins Auge, was zum Klicken anregt. Parallel erleichtern strukturierte Daten nach schema.org Google das Auslesen der Inhalte. Dadurch erhöht sich die Chance, in den Featured Snippets aufzutauchen. Dies wird zwar von einigen Webseitenbetreibern eher als negativer Punkt gesehen, jedoch sollte man sich stets bewusst sein, dass Google ansonsten genauso gut die Inhalte der Konkurrenz (die ja bekanntlich nicht schläft) nutzen kann. Es lohnt sich hier vor allem, zunächst ausgewählte Inhalte zu optimieren, für die es sich lohnt, in den Snippets vertreten zu sein.

FAQs

Auch mit Hilfe von FAQs bieten sich Chancen, in besonderen Formaten auf der Suchergebnisseite zu erscheinen. Die Rede ist hier von den sogenannten „Fraggles“. Dabei handelt es sich um passgenaue Informationen, die Google in den SERPs direkt einbindet, um die Antwort auf eine Frage bieten zu können.

Infografik - Google Fraggle
Abbildung: Google Fraggle-Beispiel zur Suchphrase „Was ist SEO?“

Markenbewusstsein

Besonders wichtig ist auch die Stärkung der eigenen Marke. Google liebt Marken! Eine Marke ist immer da. Wenn– aus irgendwelchen Gründen – mal eine Abstrafung der Domain vonstattengeht, kann man trotzdem stets über den Markennamen gefunden werden. Dies sollte jedem Unternehmen bewusst sein.

Soziale Netzwerke

Dank der Präsenz in Social Media Kanälen wie Instagram, Facebook, XING, Pinterest, TikTok und Co. lässt sich die eigene Marke enorm stärken. Aber auch das Verfassen von Gastartikeln, das Hochziehen eines Mehrwert bietenden Blogs oder das Versenden eines regelmäßigen Newsletters können hier Abhilfe schaffen.

Google My Business

Das Verwenden und Optimieren des eigenen Google My Business Accounts ist wichtig in Hinblick auf die Auffindbarkeit in der lokalen Googlesuche. Auch die Präsenz im Kartendienst Google Maps ist sehr hilfreich. Es lohnt sich, die von Usern gestellten Fragen zu sammeln und entsprechend detailliert und gewissenhaft zu beantworten. Dies schafft Vertrauen in das Unternehmen und liefert den Usern weitere nützliche Informationen.

Bilderoptimierung

Laut einer Studie zeigen 12,5 Prozent aller SERPs Bilder an. Dies verdeutlicht, wie wichtig die Google Bildersuche geworden ist. Auch mit guten Bildern lässt sich Traffic für die eigene Website generieren. Daher gilt es also die Images mit nützlichen Informationen anzureichern und technisch richtig zu integrieren.

On SERP SEO

Bei On SERP SEO handelt es sich um sämtliche Optimierungen, die die gesamte Seite 1 in den Google Suchergebnissen betreffen, da diese SERPs wichtiger als je zuvor sind. Ziel es, die Marke zu stärken und die Klickrate zu erhöhen.

So sollten bei einer zukünftigen Keywordrecherche folgende drei Punkte unbedingt mit beachtet werden:

  1. Gibt es für den Suchbegriff bereits Snippets in den SERPs?
  2. Welches sind die alternativen Medienelemente?
  3. Die Klickrate für organische Suchergebnisse geht allgemein zurück!

Zu beachten ist ebenso der Traffic Faktor. Suchphrasen wie „Wetter Stadt XYZ“ oder „Uhrzeit in XYZ“ beantwortet Google direkt und vollständig, weshalb es hier aller Voraussicht nach auf eine No Click Search hinauslaufen wird.

Um herauszufinden, wie sehr ein Suchbegriff in Gefahr steht, in den Google SERPs nicht geklickt zu werden, sollte das Tool „ahrefs“ verwendet werden. Dieses kostenpflichtige, aber leistungsfähige Tool zeigt dem Nutzer an, wie sehr ein Keyword von No Click Searches betroffen ist:

Infografik - ahrefs noclicked
Abbildung: Beispiel „no clicked“ bei ahrefs.com

Dieses Klickpotenzial gilt es stets, neben dem Suchvolumen, mit zu berücksichtigen. Dadurch lassen sich später auch qualitativ hochwertigere sowie aussagekräftigere Analysen anfertigen.

Auch das Analysieren der „High-Potentials“ (Keywords, die beim Stand der Analyse in den Top 10 oder bestenfalls bereits als Snippet ranken) kann einen zukünftigen Mehrwert mit sich bringen.

Für gewöhnlich bezieht Google die Inhalte der Snippets aus dem Content der Seiten in den vorderen 10 Rängen. Daher ist es hilfreich, potenzielle oder gar bereits genutzte Abschnitte für Featured Snippets zu optimieren. Inhalte, die direkt unter der Long-Tail-Abfrage (Suchphrase) stehen, sollten demnach angereichert und möglichst detailliert und hochwertig ergänzt werden. Dabei kann auch die Verwendung von verschiedenen Content-Formaten wie Tabellen, Listen, Texten einen Vorteil bringen.

Bestenfalls nutzt Google die Inhalte für das Featured Snippet so, dass die wichtige Information, welche Suchende benötigen, nicht zu 100 Prozent erscheint, sodass ein Klick auf die informationsgebende Seite notwendig ist.

Was bringt die Zukunft?

Google selbst wird die Vormachtstellung zukünftig nicht abgeben und wird eher noch stärker als schwächer. Daher ist es unabdingbar, sich stets entsprechend der Änderungen und Anforderungen der Suchmaschine anzupassen.

Vor allem, wenn das BERT-Update, welches nach und nach in den Ländern ausgebreitet wird, auch in Deutschland greift, können Featured Snippets noch qualitativer seitens Google wiedergegeben werden. Dies erhöht gleichzeitig die Anzahl potenzieller Suchanfragen, die über die Featured Snippets direkt beantwortet werden können.

Die Frage, welche Ausmaße dies jedoch annehmen wird ist und bleibt ungewiss…

Was denken Sie? Steigert sich die Anzahl der No Click Searches zukünftig weiter? Schafft es Google auch den Anteil in der Desktop-Suche anzuheben?

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Philipp Ehring

Über Philipp Ehring

SEO
Philipp Ehring hat als Trainee SEO von der Pieke auf bei ABAKUS begonnen und setzt seitdem erfolgreich SEO-Strategien für unsere Kunden um. Er kennt sich bestens in allen Disziplinen des Digitalmarketings aus. Aus seinem Studium bringt er außerdem Kenntnisse aus den Bereichen Regional- & Stadtentwicklung, Tourismus, Geografie mit.
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