SEO: Was ist eine Sitemap?
Eine Sitemap enthält eine vollständige Übersicht aller zum Crawlen bestimmten URLs Ihrer Website. Sie dient als Wegweiser und unterstützt Suchmaschinen-Bots dabei, die Inhalte Ihrer Website effizient zu finden und zu indexieren.
Welche Seiten sollten nicht in die Sitemap?
Aus SEO-Sicht sollten Seiten nicht in der Sitemap enthalten sein, die:
- für Suchmaschinen keinen Mehrwert bieten,
- das Crawl-Budget verschwenden oder
- nicht im Index landen sollten.
Daraus folgt: In die Sitemap gehören ausschließlich indexierbare Hauptseiten (Core-URLs), die für Nutzer relevant sind, in den Suchergebnissen ranken sollen und als potenzielle Quellen in KI-generierten Antworten berücksichtigt werden sollen.
Seiten mit noindex-Tag
Die Sitemap gilt für Suchmaschinen wie Google als Empfehlungsliste für crawl- und indexierbare Inhalte. Durch ein noindex-Tag schließen Sie Seiten von der Indexierung aus. Erscheinen diese Seiten dennoch in der Sitemap, senden Sie widersprüchliche Signale an die Bots. Außerdem verschwenden Sie dadurch wertvolles Crawl-Budget und erhalten in der Search Console eine Warnmeldung.
Duplizierte Inhalte (Duplicate Content)
Erscheint eine kopierte Seite (mit einem Canonical-Tag auf die Originalseite) in der Sitemap, ergibt sich ein Widerspruch. Sie signalisieren damit gleichzeitig, dass diese Seite nur eine Kopie ist, aber trotzdem indexiert und gecrawlt werden soll. Listen Sie daher immer nur die Originalversionen (kanonische URLs) in Ihrer Sitemap auf.
Weitergeleitete Seiten oder 404-Fehlerseiten
Durch URLs, die ins Leere führen oder den Crawler weiterleiten, vermitteln Sie den Bots, dass Ihre Website schlecht gepflegt ist. Eine korrekte Sitemap enthält ausschließlich Live-URLs mit dem Statuscode 200 OK. Sie ist kein Archiv für nicht mehr vorhandene oder weitergeleitete URLs.
Interne Login- und Mitgliederbereiche
Interne Login- und Mitgliederbereiche gehören ebenfalls nicht in Ihre Sitemap. Schließlich sind passwortgeschützte Inhalte für Suchmaschinen-Crawler nicht zugänglich. Eine richtlinienkonforme Sitemap beinhaltet daher ausschließlich frei zugängliche URLs.
Rechtliche Pflichtseiten
Schließen Sie rechtliche Pflichtseiten (wie Impressum, Datenschutz oder AGB) aus Ihrer XML-Sitemap aus. Diese Seiten bieten keinen SEO-Mehrwert und belasten nur unnötig das Crawl-Budget. Die rechtlich zwingend notwendigen Seiten sind Pflichtinhalte, die keine Rankings in Suchmaschinen oder Erwähnungen in KI-generierten Antworten erzielen müssen. Diese Seiten dürfen zwar nicht in die Sitemap, können aber indexiert bleiben.
Warenkorb- und Bestellprozess-Seiten
Sieht der Crawler eine fast leere Warenkorb- oder Checkout-Seite und indexiert diese, sinkt durch diesen „Thin Content“ die Gesamtqualität Ihrer Website. Zudem erhalten URLs im Bestellprozess oft dynamische Parameter oder Session-IDs. Crawlt der Bot jede einzelne dieser Versionen, entstehen große Mengen an Duplicate Content. Zeichnen Sie Ihre Warenkorb- und Checkout-Seiten daher im HTML-Code zwingend mit dem noindex-Tag aus. Sie dürfen weder im Index noch in der Sitemap enthalten sein.
Interne Suchergebnisseiten
Google untersagt das Indexieren von internen Suchergebnissen und wertet dies als Qualitätsmangel. Die Suchmaschine möchte in ihren eigenen Suchergebnissen finale Inhalte präsentieren und Nutzer nicht zu einer erneuten Suche weiterleiten. Schließen Sie interne Suchergebnisseiten daher aus Ihrer Sitemap aus.
Welches Format ist für die Sitemap am geeignetsten?
- Eine XML-Sitemap ist für das maschinelle Auslesen durch Crawler konzipiert und gilt daher als globaler Standard. Sie ermöglicht die Übermittlung wichtiger Metainformationen wie das Datum der letzten Aktualisierung (lastmod). Suchmaschinen nutzen lastmod als Signal zum Crawlen aktualisierter Inhalte.
- Bots akzeptieren auch eine einfache Textdatei (.txt) mit einer reinen URL-Liste als Sitemap. Da diese jedoch keine lastmod-Attribute enthalten kann, bietet sie Suchmaschinen weniger Orientierung. Das kann die Chancen auf gute Rankings für aktuelle Inhalte und Erwähnungen in KI-generierten Antworten verschlechtern.
- Die für menschliche Besucher sichtbare HTML-Sitemap verbessert die Usability. Sie funktioniert wie ein Inhaltsverzeichnis und hilft Nutzern bei der Orientierung. Das Auslesen durch Bots erfolgt hier jedoch nicht so effizient und strukturiert wie bei einer XML-Sitemap.
Eine Sitemap in WordPress einrichten
WordPress erzeugt automatisch eine XML-Sitemap für Ihre Website. Sie finden diese unter IhreURL/wp-sitemap.xml. Die automatisch erzeugte Variante hat jedoch den Nachteil, dass keine Anpassungen direkt im Backend möglich sind. Änderungen müssen stattdessen in der functions.php-Datei Ihres Themes durchgeführt werden.
Daher ist ein SEO-Plugin wie Yoast für Anfänger besser geeignet. Hier konfigurieren Sie Ihre Sitemap über eine grafische Benutzeroberfläche statt über PHP-Code. Yoast erstellt unter /sitemap_index.xml automatisch eine optimierte Sitemap und deaktiviert die Standard-Variante von WordPress. Zudem richtet das Plugin eine automatische Weiterleitung ein: Ruft ein Bot oder Nutzer die alte Adresse /wp-sitemap.xml auf, erfolgt direkt eine Weiterleitung zur neuen Yoast-Sitemap (/sitemap_index.xml) .
Das Plugin generiert einen Sitemap-Index mit Verweisen auf separate Unter-Sitemaps für verschiedene Inhaltstypen wie Seiten (/page-sitemap.xml) oder Beiträge (/post-sitemap.xml). Doch keine Sorge: Sie müssen in der Google Search Console nur die Haupt-URL sitemap_index.xml eintragen. Google liest die darin verknüpften Unter-Sitemaps automatisch aus.
Eine URL aus der Sitemap entfernen
Entfernen Sie in Yoast eine bestimmte URL direkt über den WordPress-Editor aus Ihrer der XML-Sitemap. Wählen Sie dazu „Nein“ bei „Erlaubst du Suchmaschinen, diese Inhalte in den Suchergebnissen anzuzeigen?“ aus. Yoast setzt die URL nun auf noindex und entfernt sie innerhalb weniger Augenblicke automatisch aus der XML-Sitemap.
Ganze Inhaltstypen aus der Sitemap entfernen
Es ist auch möglich ganze Inhaltstypen aus der Indexierung und der Sitemap auszuschließen. Gehen Sie dazu bei Yoast SEO auf Einstellungen und wählen Sie aus der linken Spalte die Inhaltsart aus. So entfernen Sie beispielsweise alle Kategorie-Unterseiten aus der Sitemap.

Seiten im Index lassen, aber aus der Sitemap entfernen
Standardmäßig koppelt Yoast SEO den Sitemap-Status direkt an den Index-Status. Wenn Sie eine Seite auf noindex setzen, verschwindet sie auch aus der Sitemap. Genauso wie alle indexierten Seiten auch in der Sitemap erscheinen. Diese Systematik ist in Yoast nur durch PHP Code in der functions.php zu verändern. Sie müssen dazu die IDs der zu entferenden Seiten oder Beiträge in den unteren Code eintragen:
add_filter( 'wpseo_exclude_from_sitemap_by_post_ids', 'exclude_single_pages_from_yoast_sitemap' );
function exclude_single_pages_from_yoast_sitemap( $post_ids ) {
// Ihre auszuschließenden IDs
$excluded_ids = array( 123, 456 );
// Führt Ihre IDs mit eventuell bereits vorhandenen Ausschlüssen zusammen
return array_merge( $post_ids, $excluded_ids );
}
Auch für die Entfernung von indexierten Inhaltsarten gibt es eine PHP-Code. So können Sie die Übersichtsseiten der WordPress-Beitragskategorien im Index zu lassen, aber aus der Sitemap löschen:
add_filter( 'wpseo_sitemap_exclude_taxonomy', 'exclude_category_template_from_yoast_sitemap', 10, 2 );
function exclude_category_template_from_yoast_sitemap( $exclude, $taxonomy ) {
// Schließt exakt die Taxonomie 'category' (zuständig für das category.php Template) aus
if ( $taxonomy === 'category' ) {
return true;
}
return $exclude;
}
Fazit
Eine optimierte Sitemap dient den Suchmaschinen-Bots als effizienter Wegweiser und hebt Ihre wichtigsten Inhalte hervor. Durch den konsequenten Ausschluss von fehlerhaften, duplizierten oder irrelevanten Seiten verhindern Sie widersprüchliche Signale und schützen Ihre Website vor Qualitätsabwertungen. Die mit einer XML-Sitemap übermittelten Metadaten, wie das Änderungsdatum, ermöglichen eine schnellere Indexierung Ihrer aktualisierten Inhalte. So steigern Sie Ihre Chancen auf Top-Rankings und Erwähnungen in KI-generierten Antworten.
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