Marketing- und Social Media Trends 2018

10. Januar 2018 von Jennifer Rosinke

Neues Jahr, neues Glück, heißt es ja so schön. Aber ein neues Jahr verspricht nicht nur neues Glück, sondern auch neue Trends und Herausforderungen für Unternehmen.

Ich habe mich umgehört, was die Marketing- und Social Media Trends 2018 sind und die fünf spannendsten zusammengefasst und erläutert– viel Spaß beim Trends schnuppern! :-)

Marketing- und Social Media Trends 2018

Chatbots auf sozialen Medien

Schon seit einigen Jahren beschäftigen Chatbots die Onlinewelt. Gerade in den letzten beiden Jahren sind sie immer beliebter und wichtiger für Unternehmen geworden. Dennoch kennen viele Unternehmen die Einsatzmöglichkeiten und Chancen von Bots (noch) nicht. Dies soll sich aber in 2018 ändern: Experten sehen in ihnen einen der wichtigsten Marketingtrends!

Auf Facebook können Unternehmen beispielsweise einen Chatbot im Facebook-Messenger implementieren. Im Prinzip simuliert der Chatbot dann einen echten Ansprechpartner des Unternehmens, denn er kann in der Tonalität des Unternehmens angepasst werden und natürlich authentische Antworten geben.

In Zeiten, in denen Kunden immer größere Erwartungen an Unternehmen haben und am besten sofort eine Antwort auf ihre Anfrage erhalten möchten, sind Chatbots definitiv eine große Hilfe. Große Fanseiten kommen meist kaum mit der Beantwortung von Fragen hinterher und auch kleinere Unternehmen mit wenig Personal stehen vor der Herausforderung, Anfragen schnell zu beantworten.

Gerade Interessenten wenden sich schnell von einem potenziellen neuen Anbieter ab und fragen beim nächsten an, wenn sie nicht schnell genug eine Antwort auf ihre Anfrage erhalten. Mit einem Chatbot können Unternehmen dem entgegenwirken.

Social Ads für den Facebook-Messenger

Für den nächsten Social Media Trend 2018 bleiben wir beim Thema Messenger, und zwar lassen sich seit Mitte 2017 hierüber auch Anzeigen schalten. So erhalten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Werbung nicht nur im „normalen“ Facebook zu schalten, sondern auch in der Messenger-App.

Social Media Trends 2018 - Messenger Ads
Messenger Ads können im Werbeanzeigenmanager ausgewählt werden

Nutzer des Messengers bekommen dann direkt auf der Startseite der App Werbung angezeigt. Wird auf die Anzeige geklickt, landen sie entweder auf einer externen Webseite oder in einem sich neu öffnenden Chatfenster mit dem Unternehmen – je nach Kampagnenziel.

Messenger Ad
Gesponserte Nachricht im Messenger

Für Unternehmen sind Messenger Ads ein riesen Potenzial, immerhin nutzen mehr als 1,2 Milliarden Menschen den Nachrichtendienst. Dieses Potenzial sollte man sich nicht entgehen lassen! Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass die Kritik von Nutzern für Facebook neuste Werbemaßnahme nicht nur positiv ausfällt. Einige Nutzer der App geben sogar an, den Messenger nicht mehr nutzen zu wollen, wenn ihnen auch dort Werbung angezeigt wird. Die Kritik lässt sich leicht nachempfinden, immerhin hat Facebook noch vor einigen Jahren angegeben, dass der Komfort der Nutzer im Vordergrund stehe und die App nicht mit Werbung „zugekleistert“ werden solle.

Temporärer Content

Temporärer Content, also Inhalte, die nach einer gewissen Zeit automatisch verschwinden, sind derzeit schwer angesagt. Sie haben noch nie etwas davon mitbekommen? Vermutlich haben Sie das schon, denn die sogenannten „Stories“ auf Instagram, Facebook, Snapchat sowie der Status bei WhatsApp sind temporär. Die Inhalte verschwinden nach 24 Stunden automatisch. Man kann sogar einstellen, wer die Stories sehen darf.

Social Media Trends 2018: Temporärer Content

Dadurch erhalten temporäre Inhalte eine gewisse Exklusivität, denn die Stories können nicht unbestimmt von jedem konsumiert werden. Die Kurzlebigkeit der Inhalte führt außerdem dazu, dass man das Bedürfnis hat, die Storie sofort ansehen zu müssen, bevor sie schon wieder verschwindet. Man möchte nichts verpassen.

Stories erwecken außerdem den Eindruck, der Content sei authentisch und ungestellt – daher kommen sie besonders gut an. Und: Wenn ein Unternehmen eine Storie postet, erhält man als Kunde das Gefühl, bei etwas, das gerade oder vor kurzem passiert ist, live dabei zu sein. Dadurch wird dem Kunden eine gewisse Wertschätzung gegeben.

Zusätzlich werden Stories auch einfach besser wahrgenommen, da sie direkt oben im Feed positioniert sind. Dadurch fallen sie eher auf und “verschwinden“ nicht in der Timeline zwischen dem Content anderer Unternehmen.

Es gibt also diverse Gründe, als Unternehmen auf temporäre Inhalte zu setzen. Stellen Sie in 2018 doch einfach mal eine Storie ein und schauen, wie es bei Ihren Kunden ankommt.

Live Videos

Live Videos

Wie wir vermutlich alle wissen, sind Videos DER Renner auf sozialen Netzwerken, daher ist es nicht verwunderlich, dass auch Live Videos enorm gut ankommen.

Ähnlich wie die eben vorgestellten Stories, sind auch Live Videos zeitlich nur begrenzt verfügbar. Daher erzeugt dieses Format ebenfalls den Eindruck, etwas verpassen zu können, wenn man es sich nicht ansieht. Außerdem erwecken Live Videos nicht nur das Gefühl, live bei etwas dabei zu sein – man ist live dabei.

Es gibt einige Plattformen, auf denen Unternehmen ein Live-Video starten können, zu den bekanntesten zählt Facebook Live.

Neben der Exklusivität haben Live Videos den Vorteil, dass Unternehmen über dieses Format auf direktem Weg mit ihrer Zielgruppe kommunizieren können. Denn wer sich das Live Video ansieht, kann es kommentieren und Fragen stellen oder ein Feedback abgeben. Der Kommentar wird dem Unternehmen just in diesem Moment angezeigt, sodass es direkt im Live Video darauf reagieren/antworten kann.

Der Ablauf eines Live Videos kann daher auch nicht richtig geplant werden. Das ist aber nicht schlimm, denn hier kommt es auf Spontanität und Flexibilität an. Und selbst kleine Versprecher oder „Fehler“ kommen gut bei den Zuschauern an – schließlich besteht ein Unternehmen auch nur aus Menschen und wer zu seinen kleinen Fehlern steht, macht sich sympathisch. Haben Sie also keine Angst vor diesem Format und probieren es ruhig einmal aus.

Ideen für ein Live-Video: Unternehmensführung, Produktvorstellungen, Interviews, Frage-Antwort-Runden.

Influencer Marketing und Advocacy Marketing

Influencer Marketing und Advocacy Marketing werden auch 2018 für Unternehmen immer wichtiger. Schließlich fällt es Menschen leichter, etwas zu kaufen, wenn das Produkt von einem Freund, Bekannten, Familienmitglied oder berühmten Vorbild positiv vorgestellt wurde. Die „Macht“, die solche Botschafter haben, kann oftmals nicht mit Werbung oder anderen Marketingmaßnahmen erreicht werden.

Große und berühmte Social-Media-Stars (Influencer) verlangen mittlerweile aber meist so hohe Gagen, dass Unternehmen mit kleinerem Marketingbudget sich diese Art von Marketing nur selten leisten können. Außerdem stand die richtige Kennzeichnung solcher bezahlten Beiträge in der letzten Zeit stark in der Kritik. Influencer müssen klar und deutlich angeben, dass es sich bei ihrem Beitrag um eine bezahlte Anzeige handelt. Das beauftragende Unternehmen haftet für seinen bezahlten Influencer und eine Verurteilung kann im Zweifel teuer werden.

Einfacher, günstiger und sympathischer verhält es sich in der Disziplin des Advocacy Marketings. Hierbei handelt es sich um Markenbotschafter, die aus freien Stücken heraus, Werbung für das Unternehmen machen. Sie tun dies aus Überzeugung und weil sie über einen längeren Zeitraum, zu einem echten Fan des Unternehmens/seiner Produkte geworden sind. Im Gegensatz zu einem Influencer, der zwar eine hohe Reichweite, aber nicht unbedingt eine starke Bindung zum beauftragenden Unternehmen hat und für seinen Beitrag bezahlt werden will, handelt der Markenbotschafter tatsächlich freiwillig und unentgeltlich.

Gerade das Advocacy Marketing ist also eine sehr wichtige und wertvolle Disziplin für Unternehmen. Es ist sehr bedeutend für Unternehmen, den Kontakt zu Markenbotschaftern zu pflegen und sie für ihre Mühe zu belohnen – auch wenn es sich bei dem Botschafter „nur“ um eine Privatperson mit kleiner Reichweite handelt. Das Potenzial sollte nicht vernachlässigt werden.

Ideen für Brand Advocate: Prüfen Sie, welche Gespräche in sozialen Netzwerken über Ihre Marke stattfinden und schenken Sie diesen Anerkennung. Hat ein begeisterter Kunde beispielsweise ein Produktbild auf Instagram veröffentlicht, liken und kommentieren Sie dieses. Sie können ihn auch fragen, ob Sie das Bild mit Namensnennung teilen dürfen. Er wird sich ganz sicher darüber freuen. :-) Und: Wenn Sie ein Produktbild eines „echten“ Kunden teilen, wird dies ganz automatisch auch bei Ihren anderen Followern gut ankommen.

Fazit zu den Marketing- und Social Media Trends 2018

Das Marketingjahr 2018 steht ganz im Fokus des Menschen! Die aufgeführten Trends sorgen entweder dafür, dass Unternehmen ihre eigene menschliche Facette zeigen und/oder die Bedürfnisse ihrer Kunden und Interessenten (noch mehr) gestillt werden.

Ich finde die Trends sehr spannend und finde es super, dass in 2018 so viel Menschlichkeit gezeigt wird.

▶ Frage an Unternehmen: Wie finden Sie denn die Möglichkeit, Ihren Kunden durch Live Videos und Stories bessere Einblicke in den Unternehmensalltag gewähren zu können? Stehen Sie diesen Trends offen gegenüber?

Showing 6 comments
  • Mihael Duran

    Wir haben auch schon gute Erfahrungen mit Live Videos und Stories gemacht. Wobei wir festgestellt haben, dass die Interaktion auf Instagram deutlich besser ist als auf Facebook. Auch wenn wir viel mehr Fans auf Facebook als auf Instagram haben. Live Videos kann man etwa von einem Messestand aus machen oder für die Auslosung von einem Gewinnspiel. Für Stories bieten sich auch kurze Einblicke aus dem Büroalltag an. Unser Team macht das gerne auch weniger ernst. Anders als bei einem normalen Post kann man da auch mal etwas ausprobieren.

  • Jennifer Rosinke

    Hi Mihael, vielen Dank für Deinen Kommentar! :-) Auch wir haben schon oft die Erfahrung gemacht, dass die Interaktion auf Instagram viel besser als auf Facebook ist.
    Deine Ideen bezüglich der Live Videos und Stories sind sehr gut und gefallen mir! :-) Und ich finde es klasse, dass Euer Team bei diesem Medium weniger ernst ist – das macht Euch sehr sympathisch! :) Viel Erfolg Euch weiterhin. LG Jennifer

  • Sven

    Ganz ehrlich: Der Kunde merkt doch, dass hintern den Stories, Videos usw. Firmen stehen. Das ist doch alles mehr oder weniger versteckte Werbung. Wieso den Kunden veräppeln?

  • Jennifer Rosinke

    Hi Sven,

    danke für Dein Kommentar. Natürlich merkt der Kunde, dass hinter den Stories und Videos ein Unternehmen steht. Das darf, beziehungsweise soll, der Kunde ruhig auch merken. Klar ist das dann eine Art Werbung, aber Werbung kann ja auch Spaß machen. So wie beispielsweise hier: https://www.youtube.com/watch?v=RCJ82IRqAzw

    Viele Grüße aus Hannover
    Jennifer

  • Gerd

    Thema Advocacy Marketing. Klar kann ich die Augen offen halten und diejenigen, die mich freiwillig empfehlen belohnen…der Grat zum Influencer Marketing ist da dann aber auch wieder sehr schmal finde ich. Zudem fehlt mir ja jegliche Möglichkeit das ganze iwie selbst, zumindest ansatzweise, zu steuern. Ich habe ja i.d.R. gewisse Markenbotschaftsziele. So kann das Ganze natürlich auch leicht verwässert werden.

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