Social Media Conference Hamburg – eine Zusammenfassung

12. Oktober 2015 von ABAKUS Internet Marketing GmbH

12-10-2015 22-58-41Social Media ist in aller Munde, nicht nur bei ABAKUS. Somit liegt es auf der Hand, dass auch wir uns über die neusten Trends auf den einschlägigen Konferenzen im Bundesgebiet informieren. Erst Recht, wenn die bekannten Netzwerke wie Twitter, Facebook, Youtube und Pinterest sich direkt zu Wort melden. Die heutige, von der NMG organisierte Fachkonferenz zum Thema Social Media, lockte zahlreiche interessierte Teilnehmer in das Empire Riverside Hotel ins frostige Hamburg.

Der Raum war sehr gut gefüllt und ich schätze, dass mehr als 200 Teilnehmer dem Aufruf folgten. Das hohe Interesse war unumstritten. Anders wie im SEO-Bereich war die Spezies „Mann“  am heutigen Montag klar in der Minderheit und man merkte recht zügig, dass Social Media wohl ein weibliches Kommunikationsthema ist. Auch konnte man die Dienstleister aus dem Bereich Social Media, so wie wir es als Agentur sind, an einer Hand abzählen – gute 90% der Anwesenden kamen aus den Unternehmen. Vom Social Media Manager über den Online Marketing Manager bis zur PR-Verantwortlichen traf man verschiedenste Rollen beim Networking in den Pausen und auch wenn alle irgendwas mit „Social“ am Hut hatten, war es mindestens genauso schwer mit „Fremden“ ins Gespräch zu kommen wie auf anderen Fachkonferenzen. Hier würde ich mir einfach mehr innovative Konzepte vom Veranstalter wünschen, welche stärker darauf fokussiert sind die Teilnehmer auch während einer Konferenz enger zusammen zu bringen, um sich praxisnah auszutauschen. Schließlich sind derartige Events oft die einzige Gelegenheit für die Inhouse-Kräfte sich auch mal außerhalb des Unternehmens auf kollegialer Ebene auszutauschen.

12-10-2015 23-06-38Gegen 9.30 Uhr startete die Konferenz mit der erfrischenden Keynote von Robert Seeger. 2 Sekunden lang, dachte ich Axel Metayer hat sich unter der Maske versteckt, bis ich merkte, dass dieser „Bob“ nichts über SEO und Orgasmen erzählte, sondern feinste Gedanken zum Thema Social Media und dem Spirit, der dieses Thema belebt an das Publikum transferierte. Einige Statements von Bob möchte ich euch nicht vorenthalten – Seeger vertritt den Standpunkt: Social Media ist bereits normal, kein Trend, kein Hype – einfach da. Am Beispiel einer professionellen Twerkerin schilderte er, dass Erfolg in der Social Media Welt der Formel unterliegt: Irgendjemand macht zur richtigen Zeit am richtigen Ort irgendwas gut + Glück. Die besten Kampagnen beruhen auf dem Instinkt und auch der Spruch: „Mehr Hirn, weniger Tools“ – welchen ich 1:1 auch in die SEO-Welt adaptiere, entging mir nicht. Es ist alles eine Frage der Aufmerksamkeit und die kann man sich nicht erkaufen – die muss man sich verdienen. Nur Autoritäten bekommen Aufmerksamkeit – also ist das Ziel definiert: Wie werde ich eine Autorität bei meiner Zielgruppe?! Thought Leadership – heißt das Buzzword dazu. Dabei sollte sich der „Kunde“ immer die Frage stellen: Ist mir der Content, den ich schreibe, wirklich wichtig?

Zum Abschluss gab Robert Seeger noch ein greifbares Praxisbeispiel an die Hand, welches anregte darüber nachzudenken, Social Media losgelöst von Facebook und Co. zu sehen. Er schilderte den Fall eines Wallfahrt-Ortes in Österreich, der einfach am sogenannten Touchpoint  – also in der Kirche – den Pilgern Lebkuchen mitgibt, den die Pilger dann unter anderen Mitmenschen in ihrer Heimat verteilen. Empfehlungsmarketing würden wir das nennen. Die Aufgabe am Touchpoint richtig gut zu sein, statt das gesamte kreative Pulver bei der Akquise zu verschießen, war hier für mich die Message.

Ja, ein paar sehr gute Gedanken brachte diese sehr umfangreiche Keynote zu Tage und machte Lust auf die nachfolgenden Vorträge der anderen Referenten. So folgten mit Dawanda und der Lufthansa nach einer kurzen Kaffeepause einige spannende Inhouse-Einblicke zweier gänzlich unterschiedlicher Unternehmen. Während man bei Dawanda den Eindruck hatte, dass alles bereits sehr „data driven“ in Sachen Content-Marketing abläuft, konnte man bei den Einblicken in den Social Media Alltag der Lufthansa feststellen, dass man hier viel probiert, testet und auch Mut zu neuen Spielereien in Sachen Social Media beweist. Nicht unüberraschend kam von Dawanda der Standpunkt, dass die Auffindbarkeit der fünf Millionen Produkte von oberster Bedeutung ist und so war es nicht verwunderlich, dass Content Marketing auch oft im SEO-Kontext genannt wurde und langfristig Strategien, gar eigene Business-Units entstehen, die inhaltsgetriebenes Marketing weiter ausbauen sollen. Im Fall Dawanda sprach man von Anleitungen zur Realisierung von hand-made Dingen, wie Strickmuster und Ähnliches, welche zum Teil kostenlos, aber zum Teil auch gegen eine geringe Gebühr zum Business-Case gemacht werden sollen.

Da laut von Borcke alle Kanäle durchgemessen und auf Umsatz geprüft werden, verlieren neben Social auch andere Online Marketing Kanäle keineswegs an Bedeutung. Beispielsweise steht man bei Google für „do it yourself“ auf Platz 1, weil man so viele Backlinks hat, räumte Elke von Borcke, Marketing Director und Chefin des 60-Mann starken Marketing-Teams bei Dawanda ein.

12-10-2015 22-46-36Nach der Mittagspause, welche durch ein sehr leckeres Essen und ein noch viel schmackhafteres Dessert abgerundet wurde, überzeugte Thomas Hutter die Teilnehmer in Sachen Facebook Targeting und stellte dabei das Modell der Custom Audiences für Webseiten im Zusammenspiel mit den Lookalike Audiences näher vor. Damit lassen sich intelligente Zielgruppenformate erstellen, die den potentiellen Kriterien klar definierter Besucherströme auf der eigenen Webseite entsprechen. Ein mächtiges Marketing-Instrument und datenschutztechnisch nicht ganz unumstritten, wie Hutter einräumte und auf sein Whitepaper verwies.

Zwischendurch traten verschiedene Referenten auf, die vorwiegend von ihren „Cases“ berichteten und dabei erläuterten, wie toll diese waren. Für mich persönlich waren die Fälle alle sehr branchenspezifisch und nur selten reproduzierbar für andere Kunden oder gepaart mit Media-Budgets, die jenseits von Gut und Böse lagen :) Dennoch sind die Cases von Sky, Unilever oder Volvo ein lockerer und belebender Content für Zwischendurch.

Nach der Pause am Nachmittag pitchten die großen Netzwerke gegeneinander und lieferten ein Feuerwerk an – vorwiegend amerikanischen – Nutzungszahlen und geplanten Features. Dabei wurde suggeriert, dass der Puls „mobile“ ist und wir zum Beispiel durchschnittlich 150 mal am Tag unser Smartphone entsperren und uns nur ganze zwei Stunden während der Wachphase nicht in der Nähe unseres Smartphones befinden. Die Zahlen waren ein Mix aus internen Quellen sowie aus „unabhängigen“ Studien – je nach dem was besser klingt, hatte ich den Eindruck :) Ich weiß nicht wie das bei anderen Agenturen ist, bei uns in der Agentur arbeiten wir in der „Wachzeit“ an unseren Kundenprojekten und schauen nicht aller 2 Minuten auf das Handy – so die Theorie *haha.

Pinterest führte mit Jana Würfel, ihres Zeichens Partner Manager bei Pinterest in Deutschland, die Teilnehmer in die Plattform ein. Sie gab Ausblicke auf die kommenden Möglichkeiten mit „Sponsored Pins“ und „Cinematic Pins“ die Nutzerschaft zu erreichen. Allerdings konnte ich keinen verbindlichen Starttermin für all die schönen Werbearten vernehmen. Facebook stellte die Werbemöglichkeiten bei Instagram vor und warb mit Arne Henne dafür, den Video-Content auf jeden Fall direkt auf Facebook hochzuladen anstatt bei einem Wettbewerber, damit man auch die tolle Autoplay-Funktion nutzen kann. Youtube spielte mit Michael Groß die Zahlen vom Vorredner wieder runter und hat „auch viele Nutzer“ und ist schließlich nach Google die zweitgrößte Suchmaschine. Twitter präsentierte mit Panos Meyer seine Twitter Moments und warb für die Chance, seine Zielgruppe bei Twitter mit zielgenauen Kampagnen abzuholen.

12-10-2015 22-54-14Am Ende dieses Konferenztages konnten die Teilnehmer dem Netzwerk-Panel, bestehend aus den Vertretern der Plattformen Pinterest, Twitter, Youtube und Facebook, einige Fragen stellen. Die dabei kritischste Frage kam von einer Social Media Managerin der „Börse Frankfurt“, die wie folgt lautete: „Haben Unternehmen, aufgrund der stark rückläufigen organischen Reichweite, ohne Werbebudget überhaupt etwas auf Facebook verloren?“ Arne Henne von Facebook antwortete darauf sinngemäß: Ja, klar – auch mit einem sehr kleinen Budget lassen sich gute Erfolge auf Facebook erzielen. Facebook ist eine Marketingplattform, wie jede andere auch. Reichweite kostet, wie überall anders auch.

Mit diesem Statement schließt meine Zusammenfassung dieses Konferenz-Tages und ich wünsche den Teilnehmern auch am morgigen zweiten Tag, der dann auch den B2B-Bereich im Social Media stärker beleuchtet, ein Set an guten Referenten und informativen Inhalten.

Teilnehmer oder Interessierte die jetzt Lust auf Social bekommen haben und Unterstützung benötigen oder auf der Suche nach einem Social Media Ghostwriter sind können sich gern direkt an unser Social Media Team wenden!

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